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es ist perfekt

Mr Perfect (Kapitel 6)

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Während wir Arm in Arm in meiner Küche standen, durchlöcherte eine komplette Munition aus Fragen non stop, wie aus einer Kalaschnikow geschossen, mein Hirn. Wieso ist er hier? Peng! Was ist mit seiner Freundin? Peng! Sind sie nicht mehr zusammen? Peng! Gibt es sie überhaupt? Peng! Sind sie noch ein Paar? Peng! Geht er gerade fremd? Peng! Will er doch mich? Peng! Was soll ich jetzt tun? Peng!

Mein Körper gab nach

Er sah mich an, als wüsste er all die Antworten auf diese Fragen. Dann küsste er mich. Peng! Das war der letzte Schuss. Mein Hirn zerfiel, einen klaren Gedanken fassen war nicht mehr möglich. In meinem Bauch wurde es warm, meine Knie gaben nach. Eine Gefühls-Lawine drohte mich zu überrollen. So muss sich wohl ein cleaner Alkoholiker fühlen, der nach Wochen der Abstinenz ein verführerisches Glas Champagner vor die Nase gestellt bekommt. Du weißt du sollst nicht, du weißt es ist nicht richtig. Aber dein Körper gibt nach. Mein Körper gab nach. Zur Hälfte hatte ich doch erst das Eis um mich herum mühsam wieder aufgebaut… Alles umsonst.

Wir küssten uns bis ins Schlafzimmer. Vorm Bett standen wir noch und blickten uns an. „Ich hab dich vermisst“, flüsterte er als er mich behutsam aufs Bett legte. Wir liebten uns sehr lange, fast als wollten wir die vergangenen Wochen nachholen. Es war wieder wunderschön.

Mir schwirrte der Kopf.

Nach dem Orgasmus-Rausch, der mich fast hätte ohnmächtig werden lassen kuschelte ich mich wie immer in seine Achsel, um entspannt einzuschlafen. Er umarmte mich jedoch nicht. Irgendwas war anders – kalt. Er stand ruckartig auf, sodass ich aus seinem Arm hart aufs Kissen fiel. Als er seine Sachen zusammen suchte und sich anzog, war ich verwirrt. Ich setzte mich auf den Rand des Bettes und beobachtete seine hastigen Bewegungen in der Dunkelheit. „Was machst du da?“, wollte ich wissen.

„Schatz, ich kann nicht hier bleiben.“ Jedes Wort traf mich wie ein Schlag ins Gesicht. Denn mehr musste er nicht mehr erklären. „Tut mir leid“, meinte er nur und gab mir einen Kuss auf die Wange. Ich rührte mich nicht. Hörte wie er die Eingangstüre schloss. Noch saß ich auf der Bettkante, starrte vor mich hin. Was hast du da grade gemacht? Dieser Mann ist wie eine Droge, erst macht er mich high und dann zieht er mich runter.

Die Andere

Gewissensbisse überwältigten mich. Innerhalb eines Moments wurde mir ein Label aufgedrückt, dass ich nie hätte sein wollen. Die ANDERE. Die Art von Mädchen bin ich nicht. Ich kam mir wieder vor wie der Junkie der zum ersten Mal dreist seine Familie bestahl, um an seinen begehrten Fusel zu kommen. Ekelhaft.

Ich versuchte zu schlafen, meine körperliche Erschöpfung half mir dabei. Am nächsten Morgen pochte bereits eine Nachricht von ihm auf meinem Handy. Es war kein Traum. Eigentlich hätte ich es mir sparen können, sie zu lesen. Denn ich wusste bereits genau was drin stehen würde. Trotzdem vergewisserte ich mich und las seine SMS.

„Das war ein Fehler. Ich muss jetzt deine Nummer löschen, damit so etwas nicht mehr vorkommt!“

Ich antwortete nicht. Löschte ihn auch. Sogar bei Facebook hat er mich blockiert. Der totale Kontaktabbruch. In mir brodelte die Wut. Auf mich, auf ihn, auf sie, auf diese unerklärbaren Gefühle in mir. Ich sollte ihn umtaufen in Mr Arschloch! Zum Glück stand Karneval vor der Tür und ich war dankbar für diese Ablenkung. Ich ließ es krachen und hatte jede Menge Spaß. Im Hinterkopf war trotzdem immer er. Denn man kann jemanden leider nur virtuell löschen. Im Kopf sollte es genauso einfach sein, verdammt. Kontakt löschen? JA! Ich hoffte ihn irgendwo auf einer Bonner Veranstaltung zu treffen. Nichts. Ich wurde fast verrückt.

In modernen Zeiten wie sie es heute sind, keine Möglichkeit zu haben, jemanden zu erreichen, fühlt sich grauenhaft an. Da fiel mir sein Arbeitsplatz ein und die Kontaktliste, die es auf jeder Internetseite gibt. Dann tat ich etwas, auf das ich nicht wirklich stolz bin. Ich schrieb ihm eine Email auf die Arbeit. Ja, ja ich weiß!

Drama-Mail

„Ich kann das mit diesem Kontaktabbruch nicht“, lauteten meine verzweifelten Worte, ganz dramatisch via Email. Dass mir noch etliche dieser „Kontaktabbrüche“ bevorstünden ahnte ich nicht. Mal war ich es, mal er. Keine Sorge ich werde nicht jeden erzählen. Damit quälte ich schon meine Freunde. Immer mit den Worten: „Das war´s jetzt wirklich!“. Doch sie brachten mir jedes Mal bloß ein besserwisserisches Lächeln entgegen. Ich hasste es. Und sie wussten es besser.

Sofort kam eine Email zurück: „Schatz, bitte! Ich kann ihr das nicht antun.“ „Wir können doch versuchen, nur Freunde zu sein…“, schreib ich zurück, in dem Wissen, dass dies unmöglich ist.

Hier geht es zu Teil 7

Cheers!

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