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Staatsexamen – Wir werden alle sterben

Tag „X“

Das Staatsexamen steht an: Die Türen öffnen sich. Du blickst in einen großen, hellen Raum. Ordentlich stehen Einzeltische im Abstand von gut einem Meter in Reihen. Darauf verteilt die Bleistifte und Radiergummis des IMPP aus dem 20. Jahrhundert. Du hast ein flaues Gefühl im Magen. Das Früchtemüsli mit Quark überwindet retrograd den unteren Ösophagusspinkter, aber du kannst die kurz aufkommende Übelkeit überwinden.

Spulen wir ein paar Tage zurück. Im Leben eines Medizinstudenten gibt es keine schlimmere Zeit als die vor den beiden Staatsexamina. Klar, es gibt die Studenten, die es irgendwie schaffen, um 9 Uhr am Schreibtisch zu sitzen, in Seelenruhe ihren Stoff durchzulesen und zu kreuzen,  um sich dann um 18 Uhr fragen, warum niemand Zeit für Kino oder Kaffee hat.

Erst mal Panik bis zum Staatsexamen!

Für einen Großteil von uns ist die Zeit bis zum Tag „X“ eher mit Stress und einer Gefühlsachterbahn verbunden, als mit freudiger Erwartungshaltung auf die Fragen des IMPP. Gerade das erste Staatsexamen (im Herzen nennen wir es doch alle Physikum) ist der goldene Schlüssel in die Welt des Arzt-Seins. Hat man das Physikum bestanden, hält einen fast nichts mehr auf vom gewünschten Studienabschluss. Nicht, dass das zweite Examen einfacher wäre, bei Weitem nicht, denn der Stoff ist sogar eine Menge mehr, aber man ist am Ende des Studiums deutlich abgeklärter. Nicht, dass hier keiner in Panik verfallen würde, wenn das neue Lieblingskreuzprogramm Amboss mal für 10 Minuten nicht reagiert. Dann werden gestandene Medizinstudenten zu nervösen Angsthasen, die dann die Facebookseite von Miamed belagern.

Beim Physikum besteht der Rettungsanker, an den sich (fast) alle klammern, aus 30 dünnen blauen Heften, den Medilearn-Skripten. Spätestens, wenn man angefangen hat zu lernen, wird einem schnell klar, dass der Medilearn 30 Tage Lernplan, in 30 Tagen gar nicht zu schaffen ist. Blöd, wenn man nur 30 Tage einkalkuliert hat….

Wir haben auch noch ein Leben!

Nicht, dass man nicht theoretisch jeden Tag ein Skript lesen könnte, aber das Leben besteht nun mal nicht den ganzen Tag aus Lernen und wie in etlichen eurer Lieblingsfernsehserien, spielen sich auch im echten Leben einige „Nebenhandlungsstränge“ ab. Thema Beziehung: Examen und Partnerschaft, das geht oft nicht gut, weshalb sicherlich einige von euch gerade kurz vor/nach oder mitten in der Trennung befinden.  Besonders, wenn der Partner „irgendwas geisteswissenschaftliches“ studiert. Auch die WG kann einem gehörig auf den S*** gehen, wenn man eigentlich mit aufräumen dran ist, aber nun mal bis 23 Uhr in der Bibliothek dahinsiecht. Essen wird nicht mehr gekocht, sondern es wird besorgt. Motto: Von der Hand in den Mund. Dabei ist es nicht am Wichtigsten den besten Laden zu finden, sondern den, der am nächsten zum aktuellen Lernplatz liegt. Obst, Süßigkeiten, Salatcups, irgendwelches Gebäck…total egal, Hauptsache die Energiespeicher werden aufgefüllt. Es wurden auch schon Studenten beobachtet, die im Schließfach ihrer Bib eine Senseo gelagert hatten. Not macht halt erfinderisch.

Symptome

Die Tage werden zum nervlichen Belastungstest. Man schläft schlecht ein, weil die Coffeindosis zu hoch dosiert war und wacht morgens mit zunehmend wachsender Begeisterung auf. „Mh…mal sehen welches Skript heute dran ist. Oh, Embryologie, klasse, das mach ich am Liebsten“

Du hattest schon mal einen Moment, wo du einfach nur Heulen wolltest? Auch das ist normal, irgendwann steigt einem die ganze Sch**** über den Kopf. Den Jungs geht das nicht anders, aber statt des Heulkrampfes wird geflucht, Skripte durch die Gegend geschmissen und dem IMPP der Tod gewünscht.

Genau, IMPP. Was für Menschen müssen dort nur sitzen? Es ist immer schön, wenn im Kommentar einer völlig inakzeptablen Frage steht: „Was sich das IMPP dabei nur gedacht hat, diese Frage ist ganz klar Oberarztwissen“ Tröstet einen irgendwie nur bedingt, denn ändern kann man auch nichts mehr daran.

Wir werden nicht alle sterben 😉

Wir werden also alle sterben! Wirklich? Nun ja, neben all der Hektik und dem Kummer muss man ganz klar sagen: Macht euch am Tag der Prüfung nicht verrückt. Ihr kreuzt garantiert genauso wie in den Probeexamen, da tut sich nicht viel. Klappt spätestens am Nachmittag vor dem Staatsexamen die Bücher zu und chillt ne Runde. Ihr wisst genug. Das Examen selber ist eigentlich relativ entspannt. Man sitzt eingedeckt mit tausend Leckereien (incl. Nährwerttabelle auf der Rückseite) und arbeitet seine Fragen ab. Am Schönsten ist eigentlich der Nachmittag, wenn die „Hochrechnung“ von Medilearn kommt. Wem das zu stressig ist, wartet einfach bis es vorbei ist.  Also, zeigen wir dem IMPP, dass es uns nicht aufhalten kann! Und wenn es vorbei ist, fühlt man sich wie neugeboren!

Viel Erfolg euch allen bei den Prüfungen!

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Photo Credit: kennysarmy cc

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