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Das Filtersystem der Unis

Unis und ihr ganz eigenes Filtersystem

Eine Stellungnahme, die auf wahren Begebenheiten beruht.

„Fleißig diese Studenten“

Wo Lob seinen Weg durch die verschlossene Wolkendecke wie ein feiner Sonnenstrahl findet, da bleiben Spott und Druck nicht fern. Wie ein aufbrausendes Gewitter am Horizont treiben auch diese ihre Unwesen unter den Decken so mancher Hörsäle und entleeren sich in ohrenbetäubendem Lärm.

Der Beginn eines neuen Lebensabschnittes, erst wie eine Endlosschleife „Gangnam Style“, wird mit der Zeit zu einem Kampf. Gerechtfertigt und legitim würden viele einwenden. Doch was viele Studenten in besonders fordernden und zeitraubenden Studiengängen seitens deren erleben, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, zu lehren und ihr Können, ihr Wissen und ihre Weisheit weiterzugeben, wird mit der Zeit zu einem Krieg. Konkurrenzdenken, Druck und Verzweiflung in höheren Semestern breiten sich wie ein Lauffeuer aus und fressen sich durch die Gänge.

In jeder Prüfung wird die Masse der Studierenden durch ein Sieb befördert, wer sich nicht festhalten kann, wird durch den Druck weggespült, raus ins offene, ungewisse Meer. Faszination und Interesse verebben. Gestrandet wartet man vergeblich auf die Flut.

Der Campus gleicht einem längst vergessenen Ort in einem Märchenbuch

Jeder einzelne Baum im Rondell mit so viel Liebe gepflegt, die wohl niemals ein Mensch in seinem Leben erfahren wird. Der Boden so sauber wie abgeleckt und ich mitten drin. Gefühle der Vorfreude auf das Studium im ganz eigenen Gangnam Style und ich bin so high, als hätte ich mir meine ganz eigene Diethylether Mischung reingezogen.

Aber wo Erwartungen hohe Wellen schlagen, hat man mir mal gesagt, da bleibt die Enttäuschung nicht weit, denn die gibt’s wie Sand am Meer gratis und portofrei vor die eigenen Füße geliefert.

Interessant war es, gleich zu Beginn zu erfahren, dass der Tempel der geistigen Weiterbildung und Prüfungsekstase nicht die nötige Kapazitäten aufweisen würde, um jedem ein Kissen zu bieten, an dem er seinen Arsch wärmen kann. Jedoch verneige ich mich heute noch vor der großen Großzügigkeit manch eines Lehrenden, der es ermöglichte, dass jeder durch wohlige Wärme erfüllt wurde, während er genüsslich seinen ganz eigenen Trank kochte* und jegliche Brühe an Schwermetallen und Chlorverbindungen in den Abguss entleerte.

Von Verzweiflung noch keine Spur, außer in den Physikvorlesungen vielleicht

Aber das ist eine andere tragische Geschichte über didaktisches Versagen. Mein bester Freund, die Konzentration ließ mich auch einmal im Stich, als ich des Königs Wasser herstellen wollte und genüsslich meine mir in dem Moment unbekannte Mischung aus Salpetersäure und Schwefelsäure im Reagenzglas schwenkte. Wahrlich hat mir in dem Moment das Toluol aus der OC gefehlt, die Rebellion hätte inakzeptables Ausmaß angenommen.

Aber aus Fehlern lernt man bekanntlich am Besten und ich muss ehrlich zugeben, das war es Wert. An keinem anderen Beispiel wird einem die Bedeutung von exotherm und Übergang in die Gasphase so Nahe gebracht, aber auch wird einem klar, wie schnell man seine Kollegen unbewusst ätzender Dämpfe aussetzen kann, wenn es für einen selbst schon zu spät ist.

Anpassen oder untergehen

Das muss es gewesen sein, von den Wellen erschlagen, ertrunken an der eigenen Leidenschaft, aber tot ist man irgendwie nicht. Es war wie ein Kampf um den eisernen Thron, weit vernetzt und schier unmöglich. Kannst du dich nicht anpassen, gehst du unter. Aber vielleicht strandet man auf einer einsamen Insel und macht eine erstaunliche Entdeckung, dass der eigene Weg, wenn auch durch einen dichten Dschungel, weiter geht.

Ich persönlich glaube nicht an Wiedergeburt, aber ich glaube daran, dass wir im Laufe unseres Lebens ständig neu geboren werden und im Laufe des Studiums merken, dass einem nicht nur Steine in den Weg gelegt werden, sondern auch richtige Felsen. Und bevor wir uns zum Affen machen und versuchen diese zu erklimmen, springen wir lieber selbst ins offene Meer uns lassen uns noch einmal von den Wellen treiben…

*Änderung des Verfassers

Photo Credit: El Bibliomata
Lizenz: cc

Wir von Studiblog möchten dich noch auf eine tolle neue Seite von uns aufmerksam machen: Auf Spottedfriends.de kannst du spontan neue Studenten an deiner Uni kennen lernen. Ob Freizeit, Sport oder Flirt, das überlassen wir euch. Check es mal ab 😉

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Über Dora

Ich bin die Dora, Weltbürgerin, Studentin, Träumerin und Nachdenkerin. Ich freue mich, euch an meinen Gedanken, Eindrücken und Erlebnissen teilhaben zu lassen und freue mich über ganz viel Feedback!

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