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Kein Student sollte bei dieser neuen TV Show seine Würde verlieren

Was macht man, wenn ein sehr bekannter Fernsehsender bei der Chemie Fachschaft anfragt, ob man nicht am Format mit dem abgrundtief trashigen Namen „Beauty and the Geek“ teilnehmen würde?

Die Fachschaft Chemie der RWTH hat am 30. August 2014 eine Email einer mehr oder weniger bekannten Fernsehproduktionsfirma erhalten. Sie suchen Kandidaten für ein neues TV-Format und hoffen, bei den Aachener Chemie Studenten fündig zu werden.

Chemiestudent und Fachschaftsmitglied Maximilian Bremerich zögert da natürlich nicht lange und antwortet… Nein, nicht weil er und seine Kommilitonen mitmachen möchten, sondern um dem Sender einmal gehörig „Einen einzuschenken“ Doch zunächst hier die Email von dem Sender, bei dem man normalerweise nur einschaltet, um sich über andere lustig zu machen:

Liebes Fachschaft-Team,

wir sind im Rahmen unserer Internetrecherche auf Sie gestoßen. Im Folgenden finden Sie eine Anfrage zu einem unserer Projekte:

Für eine unserer Produktionen sind wir auf der Suche nach Menschen, die im Rahmen unserer Sendung an einem sozialen Experiment teilnehmen möchten. Damen, die in erster Linie aufgrund ihres Aussehens beurteilt werden und Herren, die in erster Linie aufgrund Ihrer Intelligenz beurteilt werden, bilden 2er-Teams und absolvieren im Rahmen der Produktion „Beauty and the Geek“ verschiedene Aufgaben und Spiele. In jeder Folge scheidet ein Team aus, bis nur noch eines übrig ist und den Gewinn von 100.000€ erhält. Es geht jedoch um mehr als nur um Geld: Es geht um Teamfähigkeit, Zusammenhalt und die Erfahrung, sich von Äußerlichkeiten nicht beeindrucken zu lassen und hinter die Kulissen eines Menschen zu schauen.

Für dieses Format sind wir auf der Suche nach Kandidaten, die im Zeitraum Oktober/November für circa drei bis vier Woche in eine Luxus-Location auf einem anderen Kontinent reisen möchten und Single sind.

Wir würden uns freuen, wenn Sie unsere Anfrage an potentielle Bewerber weiterleiten könnten und stehen für Rückfragen jederzeit gerne zur Verfügung. Sollten sich Interessenten finden, möchten wir diese gerne für ein Kennenlernen in der kommenden Woche nach Köln einladen. Die Kosten hierfür tragen wir, ebenso alle weiteren Kosten.

Vielen Dank für Ihr Interesse und beste Grüße, xxx

Max hat sich daraufhin die Mühe gemacht eine Antwort zu verfassen, die die wirklichen Gegebenheiten in der Fakultät beleuchtet. Ganz ganz großes Kino, aber seht selbst 🙂

Sehr geehrte Damen und Herren,

zunächst einmal möchten wir, die Fachschaft Chemie der RWTH Aachen, uns herzlich für Ihr uns entgegengebrachtes Interesse bedanken.

Schon lange sind wir mit dem Phänomen konfrontiert, aufgrund unserer herausragenden Attraktivität häufig ausschließlich auf solche reduziert zu werden; viele unserer Studenten sind nicht in der Lage, neben ihren diversen Modelverträgen und Beachvolleyballturnieren dem Chemiestudium ein adäquates Zeitpensum zu widmen, und Hollister hat vor kurzem sogar eine Quote eingeführt, die die Anzahl von Naturwissenschaftlern unter ihren Verkäufern auf ein akzeptables Maß begrenzt. Unter diesen Voraussetzungen ist es nur folgerichtig, unseren göttergleichen Antlitzen auf der TV-Leinwand endlich ein größeres Maß an Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Auch das Motiv des „sozialen Experimentes“ findet unsere vollste Zustimmung. Neben der erfrischend unverschämten Entwertung des Begriffes „Experiment“ stellt es auch eine Erweiterung unserer sonstigen Erfahrungen mit sozialen Grenzfällen da, die meist darin bestehen, Frauen mit pointierten Vorträgen über statistische Thermodynamik zu verführen oder damit herauszufinden, nach wie vielen Tagen ohne Dusche man der Fakultät verwiesen wird. Auch Teamfähigkeit wir unter Chemikern großgeschrieben, bemühen wir uns doch seit jeher um eine gelungene Inklusion von benachteiligten Randgruppen wie Behinderten, Frauen und Jurastudenten.

Leider kann ich Ihnen dennoch wenig Hoffnung machen, passende Personen an unserem Institut zu finden. Der kritische Faktor ist hierbei das Dasein als Single; unsere haremsartige Ansammlung attraktiver Hostessen mit fragwürdigen Moralvorstellungen, die wir der sozialen Einfacheit halber manchmal als Freundinnen („Bitches“) bezeichnen, lässt einfach keinen Spielraum für ausgedehnte Reise- und Drehpläne. Wir sehen dies durchaus mit Bedauern, da die langfristige Perspektive als Teilnehmer einer solchen Sendung, nämlich die Internierung im Big Brother-Container oder das Dasein als Suchbildmoderator bei 9Live, uns durchaus als reizvoll erscheint.

Wir wünschen Ihnen dennoch alles Gute und einer erfolgreiche Suche, mit besten Grüßen,

Fachschaft Chemie der RWTH Aachen

Kein Student sollte sich auf das Niveau eines solchen Formats herablassen, weshalb ihr den Beitrag ruhig mit euren Kommilitonen teilen solltet.
Hat zwar nichts direkt mit dem Artikel zu tun, aber wusstet ihr, dass RTL Now jetzt auch unter www.rtl-nau.de erreichbar ist^^

Photo Credit: digitalpimp.
Ben K Adams
cc

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  • Dennis

    Ob sie die antwort wohl verstanden haben? 😀

  • Herrlich.



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