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Die Chemie der Farben der Blätter erklärt

Die Chemie der Farben im Herbstlaub

Der Sommer neigt sich dem Ende zu. Ha, wirst du jetzt denken, der war ja nie da. Dennoch braucht man langsam eine Jacke und auf dem Weg zur Uni fallen einem bald die bunten Farben der Blätter auf. Selten fragt man sich dabei, wie genau sich das Herbstlaub verfärbt. Die folgende Erklärung inklusive Strukturformeln könnte das Herz einer Chemie– oder Biologiestudentin schmelzen lassen, wenn du bei einem Spaziergang, bei dem die tiefstehende Sonne durch das Laub bricht, ein dunkelrot verfärbtes Blatt in die Hände nimmst und sagst: „Schau mal, jetzt hat zur Carotinoid-Synthese auch noch die der Anthocyane begonnen.“

Absolut interessant, wenn man sich das einmal genauer anschaut und sich mit den Farben der Blätter beschäftigt. Dass Chlorophyll für die grüne Farbe zuständig ist, wissen die Meisten wahrscheinlich noch aus der Schule. Aber was ist mit Gelb, Orange und Rot?
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herbstlaub(via: compoundchem.com)

Chlorophyll

Chlorophyll ist die Chemikalie, die den Pflanzen ihre grüne Farbe verleiht. Pflanzen benötigen warme Temperaturen und Sonnenlicht, um Chlorophyll zu produzieren – im Herbst beginnt die Produktionsmenge zu sinken, und das vorhandene Chlorophyll wird langsam abgebaut, wodurch die grüne Farbe der Blätter abnimmt.

Carotinoide und Flavonoide

Carotinoide und Flavonoidpigmente sind immer in den Blättern vorhanden, aber wenn das Chlorophyll im Herbst abgebaut wird, treten ihre Farben in den Vordergrund. Xanthophylle, eine Unterklasse der Carotinoide, sind für das Gelb der Herbstblätter verantwortlich. Eines der wichtigsten Xanthophylle, Lutein, ist auch die Verbindung, die zur gelben Farbe von Eigelb beiträgt.

Carotinoide

Carotinoide können auch orangene Farben beitragen. Beta-Carotin ist eines der häufigsten Carotinoide in Pflanzen und absorbiert stark grünes und blaues Licht, reflektiert rotes und gelbes Licht und verursacht dadurch sein oranges Aussehen. Es ist auch für die orange Färbung von Karotten verantwortlich.
Carotinoide in Blättern beginnen gleichzeitig mit dem Chlorophyll abzubauen, aber sie tun dies mit einer viel langsameren Geschwindigkeit; Beta-Carotin gehört zu den stabilsten, deshalb können einige gefallene Blätter noch messbare Mengen enthalten.

Anthocyane und Carotinoide

Im Gegensatz zu den Carotinoiden wird die Anthocyansynthese mit Beginn des Herbstes gestartet – mit zunehmender Zuckerkonzentration in den Blättern leitet das Sonnenlicht die Anthocyanproduktion ein. Der Zweck, dem sie dienen, ist nicht klar, aber es wurde angenommen, dass sie dazu beitragen, die Blätter vor übermäßigem Licht zu schützen und die Zeit bis zu ihrem Fall zu verlängern.

Alles verstanden? Wenn nicht, bietet es sich vielleicht sogar an, eine Chemie- oder Biologiestudentin um Hilfe zu bitten. Sie kann dir sicherlich helfen und dir den ganzen komplexen Prozess möglichst einfach erklären. Natürlich ist es in solchen Gesprächen ein super Aufhänger. Aber auch für Laien ist es extrem faszinierend, sich einen solchen Einblick in die Biologie bzw. Chemie zu verschaffen.

In den meisten Fällen haben wir nämlich alle nicht mehr genug Aufmerksamkeit, uns nach einem langen Tag mit der Natur oder anderen interessanten Dingen um uns herum zuzuwenden. Uni, Arbeit und der gesamte Alltag beanspruchen oft unser ganzes Denken. Das ist sehr schade.

Wir sollten uns wohl öfter ins Gedächtnis rufen, in was für einer schönen Welt wir eigentlich leben. Also wenn du das nächste Mal von Uni oder Arbeit nachhause gehst, schau dir ganz bewusst alles um dich herum an. Auch wenn du meinst, du kennst schon alles in- und auswendig, dir wird immer etwas Neues auffallen und im besten Fall hilft es sogar, sich zu entspannen und mal den Kopf freizukriegen.

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