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Wir Kleinstadt-Studenten

Studieren in der Kleinstadt ist super! Man weiß schnell wo was ist, kennt nach zwei Tagen alles und jeden, und wird von den minimalen Entfernungen verwöhnt. Einmal verfahren, und schon befindet man sich im nächsten Ort. Das ewige Dilemma „in welche Bar geht’s denn heute Abend?“ ist nicht mehr relevant, da eigentlich nur eine Bar in Frage kommt – mehr ist da nicht.

Das Einleben ist also schnell vollbracht, aber gilt das auch für’s Erleben?

An manchen Tagen ist die Antwort ein großes „JA“, das man schon rausgerufen hat, bevor der andere überhaupt Luft geholt hat, um die Frage zu stellen. An diesen Tagen fühlt man sich wie in der Wüste des Geschehens, die „Stadt“ kommt einem vor, wie ein life-size Verkehrsübungsplatz; hier und da hupt mal einer, ein Krankenwagen testet die Sirenen, und alles und jeder ist genauso wie es zu Anfang war. An diesen Tagen möchte man sich am liebsten mit einem Ghettoblaster auf das nächste Hausdach stellen und „Alles Neu“ von Peter Fox über die Eintönigkeit dröhnen lassen. Es nervt einen zu Tode, dass man bei jedem Besuch im Supermarkt auf ein bekanntes Gesicht stößt, denn es gibt ja nur den einen!! Nie ist man ein Jemand in der großen, unbekannten Menge.

An anderen Tagen winkt man lässig ab, sagt etwas in Richtung „Näh!“ und fühlt sich eher, wie in der Oase des Daseins. Immer ist was los, und immer ist man irgendwie dabei. Jeder weiß über den Kumpel der Schwester von dem da, von allem Bescheid. Und beim Einkaufen erzählt einem das bekannte Gesicht, dass die Cousine des Kumpels die Sirenen hat losheulen lassen, als sie zum dritten mal durch die Fahrprüfung gerauscht ist. An diesen Tagen braucht man keinen Ghettoblaster, da das wohlbekannte Klavierspiel von gegenüber die Passanten zum Summen bringt und es dich freut, wenn die Frau im Supermarkt das gleiche summt, wie du. Sie erkennt dich und weiß, dass du jeden Samstag, kurz bevor der Laden schließt, eine Tüte Chips und Bier kaufst, denn nie ist man ein Jemand in der großen, unbekannten Menge.

Es geht also nicht darum wohin man sich verfährt, sondern mit wem. Und es geht auch nicht darum, in welche Bar man sich entschließt zu gehen, sondern was dort passiert, oder besser gesagt, was man dort neues erlebt.

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