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Wegen zu guter Lehre – PJ’ler geben Geld zurück

Vor dem Dekanat der Universität Bonn bildet sich eine kleine Schlange mit PJ’lern. In roten Umschlägen der Fakultätsfarben, die jeder mit sich trägt, stecken die monatlichen 400 Euro des PJ Gehalts, was den Studenten als Aufwandsentschädigung ausgehändigt wurde. Dieses möchten die angehenden Ärzte nun zurück geben.

9-10 Stunden strukturierte Ausbildung durch Assistenz- und Oberärzte kommt den Medizinern im letzten Jahr der Ausbildung täglich zu Gute.
„Es hat mich peinlich berührt“, erzählt Matthias, als ich dafür auch noch 400 Euro bekommen sollte. Schließlich dürfe er jeden Morgen an echten Patienten seine Skills in venösen Blutentnahmen und Venenverweilkathetern verbessern.
„Zuerst war ja noch alles in Ordnung“, ergänzt Marissa (Name geändert), “in den ersten beiden Monaten habe ich auch gar kein Geld bekommen, aber letztendlich landete das Geld doch noch auf meinem Konto, die Überweisung war nur verzögert. Es ist für mich echt hilfreich, wenn ich Untersuchungen wie den Schellong Test noch üben kann, bevor ich dann als Ärztin alleine für die Station verantwortlich bin. Da bin ich total dankbar.”
Wie Marissa und Matthias ergeht es auch den anderen PJ’lern.
Fabian hebt den Blick von seiner Rolex am Arm und erklärt: “400 Euro auf Krankenhauskosten? Das ist nicht nötig, meine Eltern haben mir die Ausbildung bis jetzt finanziert und das wird auch im letzten Jahr noch so sein”. Auch die Anderen sind nicht wirklich auf das Geld angewiesen. “Nach 3 Jahren Nachtdiensten habe ich so viel Geld gespart, dass ich locker durchs PJ komme. In den Urlaub fahren war ja in den letzten Jahren eh nicht drinnen, da war die Arbeitsbelastung zu hoch”, rechnet uns Jonas vor. Auch Melanie, die kein Geld gespart hat, sieht wenig Probleme: “Als ich bei Kaffee und einem Plätzchen bei meinem Bankberater saß, konnte ich ihm den Kredit nicht abschlagen. Ich komme super klar.”

Mit einem offenen Brief liefern die PJ’ler ihr Geld beim Dekanat ab. Der Betrag soll nun zu sinnvolleren Zwecken eingesetzt werden, an Stellen, wo das Geld wirklich gebraucht wird, zum Beispiel bei der Stressentlastung im Pflegebereich. Von dem Geld könnte im dort eine zusätzliche Raucherpause von bis zu 30 Minuten täglich finanziert werden.
Photo Credit: aussiegall cc

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