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Titelbild mit amerikanischer Klinik zum Thema Praktisches Jahr in den USA

PJ – Praktisches Jahr in den USA; Chirurgie ohne Studiengebühren

Für mich stand fest: Für mein Praktisches Jahr (oder PJ), gehe ich in ein englischsprachiges Land.

In Houston befindet sich mit dem Texas Heart Institute und seinem St. Lukes Episcopal Hospital (welches jetzt Baylor St. Lukes Medical Center heißt) eines der besten Zentren für Herzchirurgie in den USA. Was viele Studenten in Deutschland nicht wissen: Eine aufwändige Bewerbung entfällt, da Dr. Duncan, der Initiator des Austauschprogramms, 2 Jahre in Deutschland gearbeitet hat und seit 25 Jahren deutsche Studenten in seinem OP Willkommen heißt. Da das St. Lukes zum Lehrkrankenhaus des Baylor College of Medicine (wohoo) gehört, bekommt man auch dort seinen Stempel und die Unterschrift vom Dekan.

Aber erst einmal von vorne. Houston ist die 4. größte Stadt in den USA und flächenmäßig riesig. Wir hatten also das Vergnügen uns im Vorfeld um eine bezahlbare Unterkunft in der Nähe des Medical Districts zu suchen. Unter 1000 Dollar bekommt man keine möblierte Wohnung zur Kurzzeitmiete. Zusammen mit Flügen, Roadtrips und Lebenserhaltung geht das ganz schön ins Geld, obwohl es keine Studiengebühren gibt. Kalkuliert für euren Aufenthalt mit 2-3 mal so vielen Kosten, wie ihr in Deutschland habt in der Zeit.
Hier ein Tipp, den ich auch genutzt habe: Für Medizinstudenten gibt es unkompliziert Finanzspritzen in Form eines Studienkredits bei der apoBank. Auch das Konto mit der Kreditkarte und die kostenlose Auslandsreisekrankenversicherung hatte ich in den USA zu schätzen gelernt.

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Da wir mit 3 Leuten angereist waren, haben wir uns über einen Makler (Craigslist) eine sehr schöne Wohnung in einer Gated Community vermitteln lassen. Ich habe noch nie in meinem Leben so fantastisch gelebt. Man kann in einer Wohnung mit 2 Schlafzimmern, Wohnzimmer und 2 Bädern ja mit mehr als 2 Leuten leben und Miete sparen ;). Vom Swimmingpool, Barbecue Place und Fitnesscenter war alles dabei. The Archstone Toscano hieß das Ding, falls ihr auch feudal wohnen möchtet. Wenn ihr alleine seid, werden euch die Apartments von Dr. Chan auch gefallen, den Kontakt dazu bekommt ihr von der Sekretärin von Dr. Duncan bei der Bewerbung.

Jetzt aber zum wichtigsten Punkt:

Praktisches Jahr – Das Krankenhaus und die Arbeit als PJ’ler

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Für PJ’ler und Famulanten gibt es immer Montags ein Teaching von Dr. Hallmann Senior. Der Arzt ist weit über 70 und erklärt ein Thema zur Herzchirurgie in genau 30 Minuten. Desweiteren findet jeden Tag um 9 ein Teaching der Inneren statt, dort gibt es klasse Fallbesprechungen (+ Kaffee und Essen!). Wir wurden da immer gedultet. Geht natürlich nur, wenn man gerade keine OP hat.

Ansonsten ist man meist für je eine Woche einem von 12 Operationssälen zugeteilt und muss allen OP’s assistieren, die dort stattfinden. Das Spektrum geht von normalen Bypässen, Klappenersätzen, über verschiedene gefäßchirurgische Eingriffe wie Grafts, Fisteln bishin zu Thorakalchirurgie. Bei den Fisteln oder Shunts kann es sein, dass man auch schon einmal in 1. Assistenz am Tisch steht. Bei den Bypässen heißt es meistens: Haken halten, Fäden und Drähte schneiden und wenn alles gut geht, lässt einen der Assistenzarzt auch die Hautnaht machen.

Bei Operationen, die der Viszeralchirurgie zugeordnet sind, kann man auch zuschauen, aber in Assistenz sind meistens Baylor Students.

Sollte einmal keine OP in seinem Saal anstehen, kann man sich entweder an einen Arzt in der Ambulanz hängen, oder in die sehr gute Bibliothek gehen und dort lesen oder sich Lehrvideos ansehen. Mann kann natürlich auch im Internet surfen….*hust*.

Nicht selten konnte ich um 2 nach Hause gehen, nachdem sichergestellt war, dass an diesem Tag kein Eingriff mehr auf dem Board steht. Wichtig ist natürlich, sich per Whatsapp Gruppe o.ä. abzusprechen, damit immer einer da ist, der das überwacht. An einem langen Tag stand ich auch schonmal bis Abends im OP, aber das kam selten vor.
Neben dem Letter of Recommendation, der von Dr. Duncan und DEM Dr. Denton Cooley unterschrieben ist (mittlerweile 94 Jahre alt), kann man von jedem anderen Arzt auch einen bekommen, sofern man ein wenig Präsenz gezeigt hat.

In die Nachbetreuung der Patienten ist man nicht involviert, es gibt auch keine Stationsarbeit.

Medizinisch hat man zwar nach 8 Wochen alles gesehen, aber Houston und die USA haben wirklich sehr viel zu bieten, sodass es sich auch lohnt 4 Monate in den USA zu bleiben. Es kommen auch viele Studenten für ihr Praktisches Jahr aus anderen Ländern (Jordanien, Ägypten), mit denen man gut was unternehmen kann.

Wenn man die Sekretärin fragt, bekommt man auch mal ein paar Tage Urlaub, sofern man 4 Monate da ist. Kann man nutzen, um mal woanders hin in die USA zu fliegen. Tipp: Am Ende des Tertials machen und die Wohnung früher kündigen, die letzten Tage in Houston dann bei anderen Studenten pennen.

Klima: Ab April bis Ende September heiß, schwül (besonders Juni-August) und immer wieder Gewitter. Im Winter kann man auch hin, aber da ist das Wetter nicht so schön für den Pool.

Praktisches Jahr und das Nightlife in Houston:

Am ersten Wochenende haben wir irgendeine Bar im Rice Village auf dem Campus gesucht, Katastrophe, der Laden war leer. Wenn ihr feiern wollt, geht einfach in die Bars rund um die Brazos Street. Gut waren Celtic Gardens (open air bar) , Drinkery (mit dancefloor) , Shot Bar, Gaslamp (Schicki-Micki). Wer richtig tanzen will, geht ins Red Door, ab 12 ist der Dancefloor offen. Keine weißen Schuhe überall, besser lange Hose, zumindest fürs Red Door. Letzte Metro fährt 2.28 Uhr
Top: Freier Eintritt überall bis aufs Gaslamp, mit vielen Frauen immer freier Eintritt.

Public Transport in Houston:

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Betrunken Uber zu nutzen ist sinnlos. 😀
Das Bild stammt NICHT von meiner Fahrt!

Es gibt eine Metro, die euch nach Downtown, zum Feiern und zum Hospital bringt. Ich bin vom Apartment jeden Morgen mit dem Rad gefahren. Tipp: Bei Supertarget kaufen und am Ende bei Craigslist verkaufen.
Die beste Möglichkeit, besonders Abends ist aber der Taxi Dienst Uber oder Lyft. Das sind supernette private Fahrer, die man über das Smartphone (mit Internetflat!) bestellen kann. Wir waren fast nur mit Freifahrten unterwegs. Für eine Freifahrt solltet ihr Uber mit diesem Link installieren: Uber Freifahrt holen (gibts auch teilw. in Deutschland)

Houston Sehenswürdigkeiten:

Geht auf jeden Fall ins NASA Space Center. Das Museum of Natural Science ist auch gut, Eintritt ist Donnerstag Nachmittag frei. Außerdem ein Astros Baseball Spiel Freitag Abends mit Feuerwerk anschauen. Collegefootball ist spaßiger als die normale Liga. Es finden auch oft Konzerte statt. Wir haben uns für 30 Dollar Lady Gaga gegönnt.

Gut Essen in Houston:

Probiert am Krankenhaus mal Chipotle aus. Ansonsten mein Geheimtipp Mexikaner: La Tapatia, günstig und gut, als Getränk den Beer-o-rito probieren 😉

Texas und Umgebung:

Mietet euch am besten über die ADAC Seite ein Auto, denn dort bezahlt ihr im Vorfeld in Euros, ihr braucht KEINE weitere Versicherung am Schalter abschließen. (Nur Zuschlag für unter 25 Jahre alte Fahrer) Alle Autos, die ihr vor Ort mietet, sind total undurchsichtig von der Preisgestaltung, da in den USA Steuern immer am Ende kommen. Was auch noch geht ist die International Student Card und dann bei Alamo auf der Webseite ein Special Paket mieten.

Zu besuchen wären:

  • NASA Center, geht nur mit Auto
  • Observatorium zum Sterne gucken (ist weit außerhalb von Houston), mit Naturpark und Alligatoren
  • Austin (auf die 6th Street gehen und sich wundern, was dort Abends abgeht, College Life at it’s best)
  • St. Antonio. Tourismus ohne Ende, kann man sich aber mal anschauen. Feiern für 5€ in einem englischen Club am Riverwalk
  • New Orleans: Casino, Bourbon Street bei Nacht, franz. Viertel, die Dampferfahrt könnt ihr euch sparen…
  • solltet ihr irgendwohin alleine reisen… wer war da und möchte die Liste ergänzen?

Praktisches Jahr in den USA – Fazit:

Ein Aufenthalt für ein Praktisches Jahr in Houston lohnt sich. Man sieht nicht nur die besten Herzchirurgen bei der Arbeit und ist bei den Operationen dabei, sondern man lernt auch allgemein die Arbeit in amerikanischen Krankenhäusern kennen. Rein fachlich werdet ihr auf einer deutschen Chirurgiestation vlt. ein wenig mehr praktische Fähigkeiten lernen, aber das würde mich nicht davon abhalten trotzdem nach Houston zu gehen.

Ich hatte selten so viel Spaß wie während der Zeit in den USA, habe sehr viele Leute kennengelernt und einfach verdammt viel gesehen. Wenn ich das hier schreibe, hätte ich direkt wieder Lust loszufliegen.

Ihr habt selbst bereits Erfahrungen als PJ´ler gesammelt und einen Aufenthalt für ein Praktisches Jahr im Ausland nur empfehlen? Dann erzählt uns und anderen davon, wir freuen uns auf euren Bericht!

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