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Mann mit beidseitiger Armprothese

Medizingeschichte: Erste beidseitige vollbewegliche Armprothese

Leslie Baugh verlor vor 40 Jahren bei einem Elektrounfall beide Arme und ist nun der erste Mensch, der eine elektronische, vollbewegliche Armprothese bekommt. Verantwortlich für diesen medizinischen Durchbruch ist das Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory. Bei den Prothesen handelt es sich nicht um normale mechanische Stützen, die mit dem Stumpf verbunden werden. Das wäre bei Leslie Baugh auch nicht möglich, da lediglich noch die Schulter vorhanden ist. Vielmehr durchlief er ein intensives Training im Labor, um die Nervenerregung am Extremitätenstumpf zu messen, die der Patient beim Gedanken an verschiedene Armbewegungen hervorruft.

Bevor es allerdings soweit war, musste er sich einer neuen Operation unterziehen, bei der die Nervenenden am Muskel reinnerviert werden. Dieser Vorgang nennt sich “targeted muscle reinnervation”. So kann der Patient alleine beim Gedanken daran, die Hand zu bewegen, eine Muskelinnervation hervorrufen. Diese ist nötig, um letztendlich die Prothese steuern zu können.

Geübt wurde zunächst am Simulator, bevor Leslie Baugh schließlich das Korsett umschnallen durfte. Bereits nach 10 Tagen Trainings- und Feinabstimmung war er in der Lage, einfache Objekte zu greifen und zu bewegen.

Die Wissenschaftler beschreiben diesen Schritt erst als den Anfang einer großartigen Technologie. Wenn ein reinnervierter Nerv Aktivität am Muskel zeigt, ist prinzipiell alles möglich.

Hier ist das Video mit der Zusammenfassung des Experiments:

(via JHU)

Es ist erstaunlich zu sehen, wie weit wir heute mit der medizinischen Technik kommen. 🙂 Vor allem, wenn es darum geht, Menschen wie Leslie Baugh den Alltag zu erleichtern und ihnen wieder ein Stück Selbstständigkeit zurückzugeben. Was haltet ihr von der Armprothese und der Entwicklung der Medizingeschichte diesbezüglich?

Wir finden es auf jeden Fall beeindruckend, wie die Prothese mit dem Korsett auf beiden Seiten funktioniert und es Leslie ermöglicht, nach Gegenständen zu greifen und mithilfe von Technik und Gedanken seine Hilfen zu bewegen. Es wird immer weitere Fortschritte in diese Richtung geben, stellt auch Leslies Arzt fest.

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