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Ärztin promoviert mit 102 Jahren

Ingeborg Rapoport ist vielleicht die älteste Promovendin, die es jemals gab. Die 102 jährige Ärztin hatte bereits 1937 ihr Studium beendet und ihre Arbeit vorher eingereicht. Doch weil ihre Mutter Jüdin war, wurde die Arbeit nie anerkannt.

Nach Ihrer Flucht in die USA musste sie zunächst Teile des Studiums nachholen, da sie ohne ihren Abschluss dort nicht als Ärztin arbeiten durfte. Dennoch ließ sie sich dadurch nicht von ihrem Ziel abhalten und wurde eine ausgezeichnete Kinderärztin. In der ehemaligen DDR hatte sie die europaweit erste Professur für Neonatologie. Richtig- Professur. Warum also noch die nachträgliche Anerkennung des Doktortitels mit 102 Jahren?

Es ging hier ums Prinzip, nicht um mich. Ich habe die Arbeit ja nicht um meiner selbst willen verteidigt; die ganze Situation war für mich auch gar nicht so einfach mit 102 Jahren. Ich habe es für die Opfer gemacht. Die Universität wollte damit geschehenes Unrecht wiedergutmachen und hat große Geduld bewiesen, für die ich dankbar bin.

Die Arbeit selbst ging übrigens darüber, ob Diphtherie Schäden an Muskeln oder Nerven hervorruft. Was sie eigentlich damals geschrieben hatte und wo ihr Exemplar der Arbeit ist, weiß sie leider nicht. Allerdings bereitete sie sich mit Hilfe einer Google Recherche, unterstützt durch Freunde, auf diese Prüfung vor, um ihr Thema im aktuellen wissenschaftlichen Kontext zu beleuchten.

Ob sie selber zufrieden war?

Na ja, ich war nicht so zufrieden. Früher hätte ich besser geantwortet. Aber die Prüfer waren sehr nett und tolerant und wohl auch zufrieden mit mir.

Frau Rapoport, Ihnen gebührt die größte Anerkennung! Es ist toll, dass auch dieses Kapitel für sich selbst, und die Opfer, zum Abschluss bringen konnten.

Photo Credit: Travis Jon Allison ,  cc, Das Titelbild zeigt nicht Frau Rapoport!,via: tagesspiegel

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