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Kein Punktabzug – Lehrkraft in Berlin erfindet Vorgabe zu gendersensibler Sprache

Sebastian Zidek ist Student an der TU Berlin. In seinem Studiengang Verkehrswesen machte eine Lehrkraft darauf aufmerksam, dass in wissenschaftlichen Arbeiten eine gendergerechte Sprache erwartet werde. (Natürlich kein „softes gendern“, sondern schön die Variante mit Sternchen, Binnen I und Unterstrich.)

Begründet wurde diese Vorgabe mit dem Verweis auf dem Verweis „BMFSFJ 2012“. Als der Student bei der Lehrkraft fragte, warum sie dies mache, bekam er die Antwort, dass es von der Uni so vorgegeben sei. Außerdem habe sich geschlechtergerechte Sprache in wissenschaftlichen Arbeiten etabliert. Sollte er also seine Arbeiten nur auf Wissenschaftlichkeit und Lesbarkeit ausrichten, riskiere er, eine schlechtere Note zu bekommen. Eine Diskussion darüber sei zwecklos.

Es gibt tatsächlich Universitäten, die ein Gendering etablieren wollen, aber Sebastian ließ nicht locker und erkundigte sich bei der Rechtsabteilung nach der genannten Vorgabe. Die Neugierde machte sich bezahlt, denn es kam heraus, dass es seitens der TU Berlin diese Vorgabe überhaupt nicht gibt.

„Grundlagen für die Bewertung bzw. Benotung einer wissenschaftilchen Arbeit seien üblicherweise Inhalte und Aussagen“, so die Rechtsabteilung.

Bei anderen Hochschulen, die ein Gendering vorantreiben wollen, gebe es zwar keine Sanktionen (so eine Sprecherin der FH St. Pölten), aber in manchen Abschlussarbeiten kann geschlechtergerechte Sprache ein Kriterium sein. Dies werde aber im Vorfeld mit den Studierenden kommuniziert.

Wenn ein Dozent an eurer Uni also „mal eben“ auf ein Gendering besteht, was gerade bei wissenschaftlichen Seminararbeiten Zeit und Nerven bei der Formulierung kostet, solltet ihr euch ruhig einmal erkundigen, ob dies an der Uni überhaupt so vorgegeben ist.

Bei Sprachwissenschaften mag es ja einen Sinn ergeben, sich mit dem Thema zu beschäftigen, aber wenn demnächst das Chemie-, Bio-, oder Physikversuchsprotokoll mit Unterstrich und Binnen I versehen werden soll, dann wird es einfach zu viel. Man stelle sich nur vor:

Die StudenInnen der Versuchsgruppe schlossen einen 5 Ohm Widerstand in Reihe mit einer Kondensator_in. 😉

Photo Credit: frecklescorp cc via: heise.de

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