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Ex oder Arschloch? Beides!

Ex oder Arschloch? Beides!

Es gibt den ein oder anderen erhabenen Moment im Leben eines Mädchens. Wenn der Ex wieder angekrochen kommt, ist einer davon. Wenn man ihm dann noch eine 1a Abfuhr erteilt, ist das der Booster für jedes weibliche Selbstbewusstsein und die Bestätigung dafür, dass es gut war, den Trottel los zu werden. So wie bei mir erst neulich geschehen:

Ich saß gerade bei der Arbeit, lauschte den frühen Songs von Snoop Dogg und schrieb über die Mode Trends der aktuellen Saison. Fashion und Rap  passen für mich ganz gut zusammen.

Wenn dich dein Ex und deine Vergangenheit einholen

Als sich zwischen die alten, aber trotzdem noch guten, Zeilen von Gin&Jucie ein neuer Ton mischte: „Bling“. Das typische Geräusch einer Facebook Nachricht. Von Word switchte ich zu Safari, um zu sehen, wer mir da geschrieben hat. Neugier eben. „Hei, alles gut?“, stand da in dem weißen Kästchen. Der Absender: mein Ex-Freund. Besser gesagt mein aller erster Freund. Für einen kurzen Moment schnürte sich mein Brustkorb zu. Dieses fiese Gefühl, wenn dich im Hier und Jetzt deine Vergangenheit einholt. So muss es Ebenezer Scrooge im immer ewig gezeigten Weihnachtsklassiker „Geister, die ich rief“ gehen, als er auf den Geist der Vergangenheit trifft.

Beim diesjährigen Karneval haben wir uns nach Jahren zufällig wieder gesehen. Er war mit seiner Frau da, die für die er mich damals verließ. Kein Hallo, nur ein dummer Blick. Ganz ehrlich? Es war mir egal. War ja auch gefühlt tausend Jahre her. Aber ich sah gut aus und hatte an dem Abend eine heiße Begleitung. Also wenn man sich ein zufälliges Treffen mit dem Ex wünscht, dann genau so eins!

Bevor ich antwortete klickte ich auf sein Profil, nur um sicher zu gehen. Mich starrten seine kristallblauen Augen an, neben ihm grinste ein kleines Mädchen mit den gleichen blauen Augen und goldenen Engelslocken – seine Tochter.

„Danke, alles gut!“, antwortete ich. „Wieso schreibst du?“, warf ich hinter her. Er dachte, er habe mich auf der Straße gesehen. Seitdem muss er an mich denken.  Ob wir uns denn mal treffen könnten. Mein 21-jähriges Ich mit dem gebrochenen Herzen würde jetzt sicher Luftsprünge machen, mein jetziges Ich muss leider würgen. „Du bist verheiratet und hast ein Kind!“ , antwortete ich wütend.

Mit seiner Ehe läuft es nicht so gut, erklärte er mir.

Na und? Was soll ich da jetzt machen?

„Ich würde dich mit Kusshand zurück nehmen“, beichtete er mir schließlich. Gut, okay! Dann bin ich mal ehrlich … „Dass du ein Kind mit der Frau hast, für die du mich damals verlassen hast, widert mich so zutiefst an, dass nie wieder etwas zwischen uns laufen wird, okay?“

Aber anscheinend reichte ihm diese Abfuhr nicht. „Dann sind wir eben Freunde?“. Ich reagierte emphatisch. Nur wegen seiner Situation. Zugegeben, weil es mich dann doch ein klitzekleines bisschen freute.

Täglich kam eine „Guten Morgen“ Mail. Aber die Sache mit der Freundschaft hat er nach ein paar Tagen wieder vergessen und kam mit sexuellen Details um die Ecke, die ich längst aus meinem Gedächtnis gelöscht habe. „Weißt du noch als wir uns nur für 6 getroffen haben?“, schrieb er. Für bitte was? Welcher Spießer schreibt den anstatt SEX die Zahl dessen Wortlaut so klingt? „Machst du das, weil du jetzt Vater bist?“, fragte ich entnervt.

Ex oder nie wieder Sex

Eindeutig zweideutige Nachrichten in denen es darum ging, dass er wieder mit mir ins Bett will häuften sich. „Ich will dich einfach zurück!“, winselte er. Da fällt mir nur der Trinkspruch „Ex oder nie wieder Sex“ ein. Ha, dann lieber nie wieder Sex!

Nach so vielen Jahren verändert man sich doch. Hat andere Interessen und Werte. Blicke ich beispielsweise zurück auf meinen 2000er Style, schlage ich die Hände über dem Kopf zusammen. Glitzer! Überall! Lange künstliche Fingernägel und viel viel Baby-Rosa. Genauso gruselt es mich, wenn ich auf das Horror-Kabinett meiner Ex-Freunde zurückblicke. Wie in der Mode muss man sich ausprobieren, um sich selbst zu finden, seinen Stil und auch das was man will oder eben nicht will.

Heute laufe ich nicht mehr in Glitzer-Schlaghosen rum, heißt aber auch, dass ich auf die passenden Accessoires wie meinen damaligen Freund verzichte. Drum wundert es mich schwer, warum er es nicht auch so sieht. Womöglich, weil es diese Phase des Ausprobieren beim gar nicht gab. Ich war seine erste Freundin und auch sein erstes Mal. Natürlich vergisst man die Person mit der man den ersten Sex hatte nicht ohne weiters. Wobei ich schon, es war grauenhaft. Aber nach mir, kam sie. Und, dass ich wohl besser war/bin zeigt ja wohl allein die Tatsache, dass er mich wieder will.

Okay, hier die Optionen:

  1. Der Alten eins auswischen, die mir damals meinen Mann geklaut hat und mich zahlreiche Tränen gekostet hat
  2. Diesmal ihn in die Wüste schicken und darauf scheißen

Dafür erst mal zur Beziehung:

Wir gingen in eine Schule. Er war in der Parallelklasse und wir hatten Region zusammen. Immer lief er mir nach und ich hatte einfach keinen Bock auf ihn. Er gab sich jedoch viel Mühe und irgendwann gab ich ihm dann eine Chance. Das daraus wirklich die erste Liebe mit allem drum und dran werden würde, hätte ich nie gedacht. Und so waren wir wirklich glücklich ein paar Jahre zusammen. Bis, ja, bis sein bester Freund eine neue Bekannte in den Freundeskreis brachte. Blond und genau das Gegenteil von mir.

Da er nicht der „Schönling“ oder „Player“ war, machte ich mir nie nur im Ansatz Sorgen, dass er mir je fremdgehen würde. Die Schlampe machte sich aber schön an ihn ran… Und hat es auch geschafft. Er machte Schluss. Ich wusste nicht wie mir geschah und erfuhr die ganze Wahrheit über Dritte. Kleiner Wichser da! Erste Liebe, erster Liebeskummer. Es war der Horror. Sie dann im Dorf zusammen zu sehen, gab mir den Rest. Ich flehte ihn an, zurück zu kommen. Nichts. Aus dem einst liebevollen Pantoffel-Helden wurde ein ausgewachsener Bastard. Und dieser scheint er bis heute zu sein! Glückwunsch!

Die Entscheidung:

Eigentlich, müsste es Nr.1 sein. Aber damit bestrafe ich ja nicht ihn. Sondern nur sie. Da aber ein Mann wie dieser schon Strafe genug ist, wähle ich Nr. 2!

„Das wird nie passieren!“, antwortete ich. Bye bye, Arschloch!

Wo heute meine 2000er Klamotten in der Altkleidersammlung liegen, brauche ich sie nicht mehr anzuprobieren, um zu wissen, dass ich sie nicht mehr mag. Kann sein, dass sie vielleicht irgendwann wieder trendy werden und ich erneut drauf abfahre. Aber Retro gibt es eben nur in der Mode! Wenn der Ex-Freund einmal im Arschloch-Nirvana gelandet ist, dann sollte er auch da bleiben. Für immer.

Photo Credit: CharlesFred, cc

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