Ungewohnter Fetisch vom Sexualpartner - Der Natursekt
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Ungewohnter Fetisch vom Sexualpartner – wie ich auf eine Natursekt Einladung reagiert habe

Mit Natursekt anstoßen – ein ungewohnter Fetisch

Sonntagmorgen, Sex and the City schauen – bei dem Wetter genau das Richtige. Jedoch suche ich eine bestimmte Folge. Da ist sie: Staffel 3, Episode 2, Sex und Politik.

In dieser Folge ist Carrie mit einem Saubermann Politiker zusammen. Im Bett bittet er sie darum, ihn zu bepinkeln. Wieso ich diese Folge wieder sehen muss? Weil mir letztes Wochenende genau dasselbe passiert ist. Wobei nicht ganz so. Aber Urin spielte dabei die Hauptrolle.

Ich war zu Besuch in der Heimat und meine Freundinnen kamen bei einem gemütlichen Abend Zuhause auf die glorreiche Idee, ein Dorf weiter auf ein Junggesellenfest zu gehen.

Dorftrottel beim Saufen zusehen, genau die Überdosis Provinz, die ich einen Tag vor Abreise zurück in die große Stadt gebrauchen konnte. Zeit, sich zu betrinken!

Neben Bier gab es zum Glück Hugo, wenn es auch der vom Aldi war, so wird er seinen Zweck erfüllen und dafür sorgen, dass ich mich ein wenig amüsieren würde. So hoffte ich jedenfalls.

Meine beste Freundin, die auf Facebook nahezu alles teilte, markierte mich auf diesem großartigen Event. Ich und Hugo verstanden uns derweil prächtig. Als mir ein alter Schulfreund schrieb: „Du bist in Bonn?“ Er war der Junge, in den damals zu Schulzeiten alle verliebt waren. Der Coole in kompletter Hip Hopper Montur, weiten Hosen, blonden Strähnen und diesem unwiderstehlichen „Backstreet-Boy-Nick-Carter“ Lächeln.

In der zehnten Klasse haben wir kurz mal rumgeknutscht. Nach dem Abschluss verloren wir uns aus den Augen. Ich hörte Jahre später nur, dass er für sein Studium wegzog und jetzt für einen großen Autokonzern als Manager arbeitete. Er war einer diese „Freunde“ bei Facebook, die man von früher zwar kennt, mit ihnen befreundet ist, aber eben nichts mehr am Hut hat.

„Ja, bin ich!“, antwortete ich ihm. „Ich besuche auch gerade meine Mutter hier! Wo steckst du genau?“, kam es sofort zurück.

Meine Freunde kannten ihn auch von früher, so ist das im Dorf nun mal. Und so kam er auch zum Wochenend Highlight der Bonner Jugend!
Um ehrlich zu sein, traute ich meinen Augen nicht, als ich ihn vorm Eingang abfing. In Hemd und Anzugshose passte er nicht ansatzweise zu den Dorfaffen im Mannschaftstrikot. Alles war anders, bis auf sein Lächeln. Er sah fabelhaft aus! Innerhalb kürzester Zeit fanden wir uns alle ziemlich betrunken auf der Tanzfläche des Zeltes wieder. Wippend und grölend zu 90er Jahre Klassikern. Die Holzdielen wackelten, das Bier in unseren Händen schwappte über, der DJ setzte seine coole Nebelmaschine ein. Da ist es wieder, dieses unbeschwerte Gefühl.

Er kam mir auf der Tanzfläche immer näher. Meine Freundin schaute mich bereits augenbrauenhebend an. Der Nebel umhüllte uns und bot Schutz vor den Augen meiner neugierigen Freundinnen. Er küsste mich. Es fühlte sich an wie früher.
Schlag zwei Uhr ging das Licht an. Ende der Party! Die Bürgersteige werden hochgeklappt und das war’s. Der Abendvollste bewegt sich auch ohne Musik noch auf der Tanzfläche und will es einfach nicht wahrhaben.

„Was machen wir jetzt?“, fragte er in die Runde. Die müden Gesichter meiner Freundinnen sprachen Bände. „In die Stadt und weiter feiern?“, fragte er aufgeputscht. Doch alle anderen wollten Heim. „Bleibst du denn bei mir?“, fragte er mich und setzte sein erwachsenes „Nick Carter“ Lächeln auf. Wie konnte ich da Nein sagen? Also verabschiedete ich mich von meinen Freundinnen und stieg mit ihm ins Taxi. Weit kamen wir jedoch nicht. Im Taxi ging die heiße Knutscherei erst richtig los. Als er es schaffte sich von meinen Lippen zu lösen sagte er heiser: „Wir fahren zu mir!“
Zu ihm bedeutete zu seiner Mutter nach Hause! Auf einen Schlag war ich wieder 14. Das konnte ich doch echt nicht bringen. „Wir können bei mir ja gemütlich eine DVD schauen?“, meinte er und musste dabei schon lachen. Das Codewort von damals.

In seinem alten Jugendzimmer in der unteren Etage befand sich jetzt das ausrangierte Schlafzimmer seiner Eltern. Alles aus einem Guss, wie man es von damals kennt. 80er schätze ich. Weißes geschwungenes Holz mit Verzierungen. Dazu die passenden Nachttische mit kitschigen Lampen, deren Schirm eine Blüte war. Und natürlich ein massiver Kleiderschrank mit riesiger Spiegelfront.

Die Ehe zerbrach.
Ich setzte mich auf die Bettkante und starrte in den Spiegel. Wie sah ich überhaupt aus? Für Sex nicht im Ansatz vorbereitet. Verdammt! Auch egal! Ich war betrunken genug um das zu ignorieren. Endlich kam er aus dem Bad.

Er stellte sich vor mich und küsste mich.

Langsam zog er mich aus und flüsterte: „Wer hätte das gedacht?“ Ich nach all den Jahren sicher nicht. Und er hatte den süßesten Arsch den ich je gesehen habe.
Anfangs versuchte ich leise zu sein, aus Rücksicht zur schlafenden Mutter, ein Stockwerk über uns. Aber ich konnte irgendwann nicht mehr.

Ich lag auf dem Rücken, mein Kopf hing von der Bettkante und ich sah dabei in den Spiegel. Sah dabei zu wie er mich fickte. Sein Blick war stets auf mich gerichtet, was mich tierisch anmachte.

Er lag auf mir, verschlungen ineinander ging es jetzt zärtlich zu. „Ich will dich anpinkeln!“, sagte er und sah mir dabei tief in die Augen. Mein geiler eigener RnB Song, bei dem es um heißen Sex geht, sprang auf dem Plattenteller. Die Nadel kratzte und machte dieses ätzende Geräusch. Der Song stoppte und ich bewegte mich nicht mehr. „Du willst was?“, fragte ich ganz lässig, so als hätte ich ihn einfach nur missverstanden. Vielleicht war er auch einfach zu voll und wollte „ich will dich anwichsen“ sagen. Was mir definitiv besser gefallen hätte. Er wiederholte laut und deutlich: „ Ich will dich anpinkeln!“  Was??? „Ich bin halt dreckig!“, fügte er grinsend hinzu. Wenn das Nick Carter wüsste …
Halt, Stopp! Okay, ich habe zwei Möglichkeiten: bin ich jetzt die prüde Alte, die Nein sagt oder die coole Schlampe, die sich anpinkeln lässt? Ich stehe im Allgemeinen nicht so auf Körperflüssigkeiten. Ich meine klar, Spucke und Sperma gehören dazu, aber Urin und Kacke sind nicht mein Ding. Mir ist schon bewusst, dass es dafür einen Fetisch gibt. Bisher bin ich aber noch nie auf so jemanden getroffen. Ehrlich gesagt, habe ich auch noch nie darüber nachgedacht. Und jetzt frage ich mich, was diesem Menschen so sehr daran gefällt. Angepisst zu werden hat ja etwas mit Erniedrigung zu tun. Was ich in seinem harten Job mit so viel Verantwortung vielleicht noch irgendwie verstanden hätte. Aber er will ja mich anpissen. Je länger ich darüber nachdenke, desto ekelhafter finde ich die Idee.

Nein! Aber stattdessen sagte ich etwas für Frauen typisches: „Vielleicht beim nächsten Mal!“ Damit gab er sich anscheinend zu frieden und fickte mich weiter. Als alles vorbei war schlich ich mich aus dem Haus und lief nach Hause zu meinen Eltern.
Am nächsten Tag schrieb ich ihm: „Sag mal, meintest du das ernst mit dem Anpissen?“

„Ja :)!“

„Wieso?“

„Ich weiß nicht. Ich finde es einfach geil!“
Irgendwie genügt mir diese Antwort nicht und ich recherchiere. Bei perverse[irgendwas].com fragt eine merklich verstörte, weibliche Person mit dem äußerst süßen Usernamen „Honeymoon“ die Community: „Mein Freund will mich anpissen!?“

Die Antworten sind so lobpreisend, dass ich kurz davor bin es doch mal auszuprobieren.
Aber, zunächst zu den Fakten: Watersports, Pissing, Golden Shower, Golden Waterfalls oder Wetgames wird diese sexuell eher ungewöhnliche Praxis unter den Fans des Natursekt-Fetischs auch genannt. Fachlich heißt diese Vorliebe Urophilie. Wie viele Menschen auf das Urinieren stehen ist bisher unbekannt, da diese und ähnliche Praktiken gesellschaftlich nicht als „normal“ anerkannt sind. Also, wo ist die Grenze von „Normal“ und „Fetisch“? Oder gibt es diese überhaupt? In Sachen Sexualität ist es bekanntlich relativ schwer sich zu outen, auszusprechen worauf man steht. Könnte der Partner dadurch ja verstört werden. Allerdings gibt es ja für alles mögliche einen Fetisch. Haare, Füße, Behinderte, Schwangere, Alte, Scheiße. Ich dachte tatsächlich, ich wüsste im Groben und Ganzen Bescheid. Aber weit gefehlt. Dinge, von denen selbst die Hallen des berühmt berüchtigten Berliner Berghains nichts erzählen könnten. Menschliche Abgründe von denen mir sich einfach nicht erschließt wieso man darauf abfährt. Aber okay, dagegen wirkt anpissen schon fast lächerlich und harmlos.
Auch in gesundheitlicher Hinsicht. Denn Bedenken muss man bei frischem Urin von gesunden Menschen eigentlich kaum haben. Und damit kommen wir schon zu den den Vorlieben innerhalb der Vorliebe mit Natursekt.

Wie schon von mir vermutet bedeutet anpissen „Macht“, dies ist besonders in der BDSM-Szene eine gern gesehene Art der Bestrafung. Also wollte er mich bestrafen! Dann gibt es noch solche, die auf den Geruch und die Wärme des Urins stehen und das Gefühl der Erniedrigung suchen. Und wiederum dann die Profis, die auf den Geschmack des Sekts anfahren und ihn gerne direkt aus der Quelle schlürfen. Yummy! Dabei sollen, wie auch bei Sperma, bestimmte Lebensmittel Einfluss auf Geschmack und Qualität des Urins haben: Spargel nein, Ananas ja! Ach, und dann gibt es da noch die Männer, die darauf abfahren ihrer Frau beim Liebesspiel direkt in die Pussy zu pissen.

Okay, okay! Ich bin dann die prüde Alte! Natursekt kommt definitiv nicht auf meine Getränkekarte! Aber verurteilen will ich ihn deshalb nicht. Allein, dass er den Wunsch geäußert hat, finde ich gut.

Cheers (igitt – passt zum Thema!)

Photo Credit: .Baz, cc

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