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Und was kommt jetzt? 4 Wege, um herauszufinden was du willst (Mir hat #1 geholfen)

„Hey Pascal, ich habe dieses Jahr meinen Hochschulabschluss gemacht. Ich habe verschiedene Ideen, wie es nun weitergehen soll, aber ich kann mich nicht entscheiden, was genau der richtige Weg für mich ist. Kannst du mir helfen herauszufinden, was ich will?“

Diese Nachricht habe ich letzte Woche von Lisa, einer meiner Newsletter-Leserinnen, bekommen.

Hast du dich in ihren Zeilen wiedererkannt?

Ich habe in den letzten zwei Jahren, mit viele hunderten twentysomethings gesprochen und diskutiert. Was ich festgestellt habe ist, dass es einem Großteil von uns genauso geht wie Lisa: Wir wissen nicht, was wir mit unserem Leben nach der (Hoch-)Schule anstellen wollen.

Und das ist irgendwie auch nicht überraschend, wenn man sich überlegt, welchen Weg die meisten von uns bisher gegangen sind.

Schule, Struktur und Sicherheit

Über 12 Jahre lang bestimmten unsere Eltern und die Schule  unseren Alltag. Kaum das Abi in der Tasche und frei für neue Abenteuer, folgten wir dem Ruf des nächsten „Strukturgebers“ – der Hochschule.

Dort fanden wir uns für drei weitere Jahre in einer Umgebung voller Planbarkeit, Sicherheit und Struktur wider. Wir hatten Stundenpläne, Klausurphasen und Semesterzeiten. Alles war vorgezeichnet, vom Eröffnungsgottesdienst am 1.10.2012, über das Auslandsemester in San Fransisco, USA im 4. Semester bis hin zum Bachelorabschlussfeier am 13.12.2015 in der Stadthalle.

Bisher liefen wir Schritt für Schritt den vorgetrampelten Ausbildungsweg entlang, ohne uns viele Gedanken zu machen, wie es weitergehen soll, wenn wir den Endpunkt dieses Weges erreicht haben.

Doch nun haben viele von uns genau diesen Punkt erreicht: wir stehen am Ende des Ausbildungsweges.

In der Hand halten wir unseren lückenlosen Lebenslauf, gespickt mit Berufs-und Auslandserfahrungen sowie großem „außeruniversitärem Engagement“. Mehr als 18 Jahre lang haben wir gelernt, geflucht und gearbeitet, um diesen Punkt zu erreichen. Und nun, wo wir endlich dort angekommen sind, sollten wir eigentlich voller Freude in das nasswarme Becken der Berufswelt springen. Endlich loschwimmen. Die Welt mit unseren Skills erobern…

Doch halt!

In welches Becken sollen wir überhaupt springen? In das Nichtschwimmer-Becken, das Spielbecken, das Springbecken oder doch vielleicht das Kinderbecken? Puhh….ganz schön tricky.

Mit dem Hochschulabschluss in der Hand, machen sich viele von uns erstmals wirklich Gedanken darüber, wie es in den nächsten Jahren beruflich und privat weitergehen sollen. Plötzlich denken wir darüber nach, welcher Job und Lebensstil zu uns passen könnte. Wir werden uns bewusst, dass wir wählen können – und müssen.

Doch was sollen wir wählen in dieser Welt voller Möglichkeiten?

»Wie finden wir heraus, was wir wirklich wollen, welcher Beruf zu uns passt und welches unsere Lebensträume sind – was es ist, dass uns interessiert, ausmacht und mit Freude erfüllt?«

Wie immer im Leben, gibt es nicht nur einen Weg, um die Antworten auf diese Fragen zu finden. Vielmehr gibt es verschiedene Wege, die man gehen und miteinander kombinieren kann.

Im Folgenden möchte ich dir 4 mögliche Wege aufzeigen, die dir helfen können, herauszufinden, was du willst. Du musst nicht alle 4 Wege ausprobieren und auch ist das hier keine Backanleitung.

Doch alle 4 Tipps werden dir zu mehr Klarheit und damit hoffentlich auch zu einer Antwort  auf die Frage „Was will ich eigentlich?“ verhelfen.

So findest du heraus, was du willst – 4 Wege

1. Schreibe dein persönliches Manifesto

Dies ist eine meiner Lieblingsideen und ich habe sie von The Art of Manliness „geklaut“.  Der Autor, Zach Sunmer, schreibt dort folgendes über den Vorteil eines persönlichen Manifestos:

»What makes a manifesto so valuable is the fact that it is a constant source of inspiration to you, and one that can often be easily read every day. I have no statistical data for this, but I can say with certainty that since I have written my manifesto and began reading it every day, it has made a huge difference in my life.«

Während es keinen richtigen oder falschen Weg gibt ein Manifesto zu schreiben, möchte ich dir dennoch ein paar Hilfestellungen geben, um damit anzufangen:

1.) Wähle deine Themen:

Hier entscheidest du, um was sich dein Manifesto genau drehen soll. Wähle die Bereiche in deinem Leben, die dir wichtig sind und über die du mehr Klarheit haben möchtest. Ich habe bei meinem Manifesto beispielsweise mit diesen drei Bereichen angefangen: Wie ich lieben möchte, wie ich arbeiten möchte und wie ich mit Menschen umgehen möchte.

2.) Schreibe deine Prinzipien auf:

Schreibe deine persönlichen Grundsätze, Motive und Regeln nieder zu jedem deiner ausgewählten Bereiche. Ein Manifesto ist eine großartige Möglichkeit, um für dich zu bestimmen, was richtig und was falsch ist bzw. was du möchtest oder nicht möchtest in deinem Leben. Für mich ist Liebe zum Beispie nur Liebe, wenn sie unbedingt und ehrlich ist und Arbeit mehr als nur ein Job, um Geld zu verdienen. Was ist es für dich?

3.) Schreibe deine Werte auf:

Schreibe deine Werte zu jedem deiner drei Bereiche nieder. Werte sind so wichtig, weil sie dich antreiben gewisse Dinge zu tun oder nicht zu tun. Ich habe zum Beispiel im Bereich „Umgang mit Menschen“ folgende Werte für mich festgelegt: Liebe, Rücksicht, Ehrlichkeit, Respekt, Toleranz, Vertrauen.

Mit diesen drei Schritten kannst du anfangen. Beispiele für persönliche Manifesto findest du hier und hier. Vielleicht werde ich auch mein Manifesto mit dir teilen, wenn du mich fragst 😉

Persönliches Manifesto

Ein Manifesto ist vielleicht nicht der Schlüssel, um herauszufinden was du wirklich machen möchtest, aber es ist ein toller Startpunkt, um deine Reise zu beginnen, denn dein Manifesto gibt dir unheimliche Klarheit über dich selbst. Und letztlich findest du die meisten Antworten genau dort – in dir selbst. 

2. Verlasse deine Komfortzone

Komfortzone verlassen

Wenn Du in der Umgebung bist, die Du schon dein ganzes Leben kennst, kann es passieren, dass Du vergisst, was du wirklich willst. Deine täglichen Routinen haben dir den Blick, auf das was du willst, vernebelt. Deshalb ist es hilfreich deine Komfortzone – zu verlassen, um den Nebel beiseite zu schieben und wieder zu entdecken, was du eigentlich schon lange wusstest.

Es ist wie bei Peter Pan, der zurück ins Nimmerland muss, um herauszufinden, dass alles was er will seine Kinder sind…

Deine Komfortzone zu verlassen, heißt aber nicht, dass auch du zurück ins Nimmerland musst.

Deine Komfortzone zu verlassen, kann heißen, dass du einfach mal einen neue Kurs an der Uni machst oder für längere Zeit ins Ausland reist. Es ist ganz egal wie du „Komfortzone verlassen“ definierst. Wichtig ist nur, dass du Abstand von deinem Alltagstrott gewinnst und dich mit neuen Dingen und Menschen umgibst.

»Durch eine neue Umgebung wirst du Impulse bekommen, die entscheidend sein können, um herauszufinden was du willst.«

Während meiner Zeit im Ausland habe ich unzählige solcher Impulse in Form von inspirierenden Gesprächen, neuen Jobs und neuen Verhaltensmustern bekommen, die mir geholfen haben Dinge klarer zu sehen. Was mich meine Zeit außerhalb meiner Komfortzone aber vor allem gelehrt hat war folgendes: Dinge, die unmöglich erscheinen, sind erreichbarer als wir denken.

Viel zu oft setzen wir uns selbst unsere eigenen Grenzen und hindern uns so daran, wirklich das zu tun, was uns erfüllt. Erst wenn wir unsere Grenzen einmal überschreiten, erkennen wir zu was wir eigentlich im Stande sind – nämlich zu fast allem. 

3. Probieren geht über studieren

Manchmal ist der beste Weg, um herauszufinden was du willst die gute alte „Trail and Error“-Methode. In vielen Fällen bedeutet das, verschiedene Dinge in deiner Freizeit auszuprobieren und durch positive oder negative Erfahrungen zu merken, ob dir etwas gefällt oder nicht. Probier-Liste

So kannst du vorgehen:

1.) Mache eine Liste, mit allen Dingen und Jobs, die du irgendwann mal ausprobieren willst. Liste einfach alles auf was dir einfällt ohne großartig über Sinn oder Unsinn nachzudenken.

2.) Im nächsten Schritt kürzt du die Liste auf 10 Dinge zusammen, die dich so faszinieren, dass du innerlich „Hell Yeah, will ich!“ rufst, wenn du über sie nachdenkst.

3.) Nun bringe die Liste in deine persönliche Reihenfolge von Platz 1-10. Nun probiere rückwärtsgehend von Platz 1-10 alle Dinge aus. Einfach, oder? 😉
Dieser letzte Schritt ist der entscheidende, denn in unserer Fantasie sehen die Dinge immer anders aus als in der Realität. Es reicht also nicht, nur zu glauben, was du willst. Du musst es auch ausprobieren.

Roman Krznaric schlägt in seinem sehr lesenswerten Buch  „Wie man die richtige Arbeit für sich findet“ gar die Idee vor,  30 verschiedene Jobs in einem Jahr auszuprobieren, um den richtigen Job für sich selbst zu finden.

Dass man und wie man eine so verrückte Idee umsetzen kann, um am Ende seinen Traumjob zu finden zeigt das  „30 Jobs in einem Jahr“-Projekt.

Ich glaube, dass wir Klarheit  durch tägliches Tun bekommne und nicht durch tägliche sÜberlegen. Klarheit entsteht meiner Meinung nach durch Handlungen, welche zu neuen Erfahrungen führen.

Diese Erfahrungen führen in Reflexion zu neuen Erkenntnissen. Neue Erkenntnisse beeinflussen wiederum deine Handlungen.

Es entsteht – wie mein Kollege Robert Kraxner in diesem Artikel gut beschreibt – ein natürlicher Entwicklungskreislauf:

Handlung – Erfahrung – Erkenntnis – Handlung – Erfahrung – Erkenntnis – Handlung – Erfahrung -Erkenntnis – Handlung – …

Jeder dieser Kreisläufe birgt das Potenzial, dich Schritt für Schritt weiter zu bringen.

4. Beantworte die richtigen Fragen

Wie du herausfindest was du willst

Die richtigen Fragen zu stellen, ist meist schon der halbe Weg, um die richtigen Antworten zu bekommen.

Nimm dir einen Tag Zeit, an dem du keinen Stress hast, setze dich an einen ruhigen Ort, mit einem Stift und einem Blatt Papier und stelle dir folgenden 3 Fragen:

1.Was ist mir wirklich wichtig im Leben?

Das ist eine Frage, die du dir auf jeden Fall immer mal wieder stellen solltest, denn sie hilft dir Prioritäten zu setzen und Entscheidungen zu treffen.

Wenn du weißt, dass Freiheit und Leidenschaft für dich das Wichtigste im Leben sind, dann wird ein Bürojob bei dem du Exceltabellen pflegst nicht das sein, was du mal machen möchtest. Ein eigenes Business ist dann vielleicht eher was für dich.

Mache dir klar was wirklich für dich zählt. Ob Geld, Karriere, Familie, Abenteur oder Liebe. Danach kannst du deine Suche ausrichten. 

2.Wo sehe ich mich in 5 Jahren?

Die Frage „Wo sehe ich mich in 5 Jahren?“ ist eine dieser nervendtötenden Fragen, denen wir am liebsten aus dem Weg gehen, weil wir irgendwie keine vernünftige Antwort darauf finden. Glücklicherweise ist das völlig okay, denn manchmal reicht schon der Versuch diese Frage zu beantworten, um herauszufinden, was du willst.

Adam Savage erzählte im Podcast bei Still Untitled folgende Geschichte über diese Frage:

»I remember being 19 and meeting a girlfriend’s mom, and she asks me, „What are your going to be doing in five years?“ And I named something I thought I’d do. She listened to me give this long explanation, and she said, „You’re not going to be doing any of that. You have no idea what you’ll be doing in five years. You’ll be doing something really cool, but it’s not something you can imagine right now.“ It’s one of the greatest things that anyone gave me. She was totally right. Every five years it’s the same. I can never imagine where I ended up from where I started.«

Ich glaube, was Savage damit sagen will ist folgendes:

Es ist egal, was du denkst, wo du in 5 Jahren sein wirst, denn am Ende wirst du dort sowieso nicht sein. Und doch ist es wichtig darüber nachzudenken, denn es gibt dir eine grobe Vorstellung von deinem Leben, dass du in Zukunft leben möchtest. Und diese Vorstellung gibt dir etwas, dem du nachjagen kannst; etwas das dich bewegt und antreibt.

3.Was möchtest du nicht?

Manchmal ist es schwer für uns zu sagen, was wir wollen, aber leicht zu bestimmen was wir nicht wollen. Mach dir also eine Liste und schreibe alle Dinge auf die du nicht möchtest.
Zum Beispiel Sachen wie:

Ich möchte nicht in einem Großraumbüro arbeiten und Zahlen hin und her schieben

Ich möchte nicht in einer großen Stadt leben

Ich möchte nicht nur an einem Ort der Welt leben

Halte die Liste so einfach und verständlich wie möglich. Sobald du sie hast, schreibe hinter alle Punkte, die du nicht möchtest, genau das Gegenteil.

Wie zum Beispiel:
Ich möchte nicht in einem Großraumbüro arbeiten und Zahlen hin und her schiebe.

Gegenteil: Ich möchte in der freien Natur arbeiten und mit Menschen arbeiten

Darüber nachzudenken, was du nicht willst, kann dir somit helfen herauszufinden, was du willst.

Zum Schluss:Vertraue dem Prozess

Abschließend möchte ich dir noch einen letzten Gedanken mit auf den Weg geben:

Mache dir keinen Druck morgen schon zu wissen, was du mit deinem Leben nach der Hochschule anstellen willst, denn so setzt du dich unnötig unter Druck. Herauszufinden was du willst ist keine „So jetzt setzt ich mich mal hin, mach mir Gedanken und weiß was ich will“-Aktion. Es ist vielmehr ein Reifeprozess. Um genauer zu sein, ist es ein Prozess der Selbsterkenntnis.

Und ein Prozess braucht nun mal seine Zeit, genauso wie ein Pflanze Zeit braucht zum Blühen.

Es ist also unwahrscheinlich, dass du einschläfst, ohne zu wissen, was du willst und am nächsten Tag aufwachst und zu 100% überzeugt davon bist, dass du „Schokoladen-Testesser“ werden willst (wobei das eigentlich ein cooler Job wäre).

Herauszufinden, was du willst, bedeutet, dass du dich selbst besser kennenlernst und mehr über deine Motivationen und Werte erfährst.

Auf dem Weg der Selbsterkennung wirst du viele Umwege gehen und dich oftmals verloren fühlen. Doch sei dir sicher, dass es jedem mal so geht. Sich  ab und an verloren zu fühlen ist Teil des ganzen Prozesses. Vertraue ihm und lass dich treiben, bis du dort angekommen bist, wo du hinwolltest.

Ich unterstütze dich dabei!

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Über Pascal Keller

Pascal hat zwar nicht alle Antworten auf das Leben als twentysomething, aber er versucht sie zu finden und damit die Welt zu erobern ;-) In der Zwischenzeit gibt er seine gesammelten Erfahrungen an junge Menschen weiter und hilft ihnen damit, mehr aus ihren Zwanziger zu machen. Vielleicht hilft er auch dir weiter. Erfahre mehr über Pascal und seine Arbeit auf www.pascalkeller.com

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