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So bestehst du die Klausur mit nur 5 Tagen lernen

Lerntechniken: So bestehst du Klausuren mit nur 5 Tagen lernen –Teil 2

Teil 2: Wie du Klausuren analysierst und Multiple Choice Aufgaben (fast) immer richtig löst

Dieser Artikel ist eine Fortsetzung vom ersten Teil der Artikelreihe.

Inhalt der Artikelreihe:

Hast du den ersten Schritt bereits gemacht? Super. Du hast nun deine Inhalte im ersten Schritt bereits gefiltert und selektiert. Du weißt nun, welche Themen eher drankommen, und welche eben nicht.

Bevor du dich aber daran machst, alles auswendig zu lernen, sollte dir klar sein, wie eine Klausur aufgebaut ist.
Danach kannst du noch einmal deine Liste der Themen aus dem ersten Kapitel kontrollieren und die Prioritäten neu ordnen.

Viele Klausuren an der Uni sind so aufgeteilt, dass sie als bestanden gelten, wenn du nur den ersten Teil schaffst. Dabei geht es darum, Inhalte zu reproduzieren, also so wiederzugeben, wie du sie bereits erarbeitet hast. Wenn du hier alles wüsstest, wäre die Klausur schon so gut wie bestanden.

Der zweite Teil der Klausur sind Transferaufgaben und als I-Tüpfelchen Aufgaben, bei der dir dein erlerntes Wissen nicht direkt weiterhilft. Gleich mehr dazu im Detail.

Bei Multiple Choice Aufgaben verhält es sich besonders in naturwissenschaftlichen Bereichen ein wenig anders. Dazu werde ich im Detail bei den verschiedenen Punkten eingehen.

Lernen und Erlerntes wiedergeben

Inhalte zu reproduzieren macht etwa 1/5 der Klausur aus. Hier werden Definitionen abgefragt oder bestimmte Regeln.

Z.b. in der Psychologie:
„Nennen Sie mir die 5 Begriffe des SORKC Modells“

Auch eine Rechenaufgabe, die genauso im Tutorium dran kam, fällt in diesen Bereich.

Versucht unbedingt hier nicht um den heißen Brei rumzureden. Euer Dozent möchte die Begriffe hören, die auf den Folien standen oder im Lehrbuch. Wie in diesem Fall die genauen 5 Begriffe des SORKC Modells 😉

Ein weiterer Bestandteil sind Aufgaben, die so ähnlich sind wie die bereits besprochenen. Sie sind dir nicht unbekannt.

So erwartet dich vielleicht dieselbe Rechenaufgabe wie aus dem Tutorium in einer anderen Maßeinheit.

Weitere Beispiele:

  • Erklären Sie den Körperkreislauf eines Fisches (statt Maus wie im Tutorium)
  • Analyse eines Textes eines neuen Autors, aber zum gleichen Thema

Diese Aufgaben kann man auch sicher lösen, wenn man weiß, wie man methodisch vorgeht. Die Vorgehensweise ist dabei ähnlich zu den Aufgaben, die im Seminar besprochen wurden.

Der Erste Teil der Klausur macht etwa 45-55% der Klausur aus.

Sonderfall Multiple Choice

Aufgaben, die nur ein paar Schlüsselbegriffe abprüfen, sind oft einfach zu lösen. Falschantworten lassen sich schnell herausfiltern. Hier kann man dankbar punkten. Dafür gibt es nicht viele dieser eindeutigen Aufgaben.

Das Spiel mit anderen Zahlen und neuen Einheiten:

Gerade bei Aufgaben, bei denen gerechnet werden muss, kommen hier oft Beispiele dran. Die Zahlen sind natürlich andere als im Tutorium und in den Antwortmöglichkeiten stehen Ergebnisse, die sowohl beim richtigen Rechnen, als auch bei typischen Fehlern herauskommen. Also manchmal Verwirrung pur. Ebenso Dezimalstellenfehler werden hier gnadenlos provoziert.

Zum Beispiel:

  • A) 0,03 kJ
  • B) 0,3 kJ

Hier hilft es oft, sich klar zu machen, was für ein Unterschied besteht zur Aufgabe im Praktikum. Welche Einheit erwarte

ich als Ergebnis? Ist das Ergebnis eine Zahl mit gleichen Nachkommastellen wie im Praktikum oder habe ich hier eine völlig neue Konstellation?

So bestehst du den Transferteil und meisterst das Lösen neuer Probleme

Im Teil mit den Transferaufgaben musst du deine bekannten Methoden auf ein neues Problem übertragen. Das bedeutet, dass dein erlernter Stoff nun dein Werkzeug ist, um etwas Neues zu „bauen“. Dies kann zum Beispiel eine chemische Reaktion sein, die du mit den erlernten Regeln aufschreiben sollst. Auch Herleitungen fallen in den Bereich der Transferaufgaben.

Meistens kommt auch eine Aufgabe dran, die unter die Kategorie eines dir unbekannten Problems fällt. Diesen Stoff hast du nicht auswendig gelernt und auch die bekannten Formeln helfen dir hier nicht weiter. Du musst bei diesen Aufgaben zeigen, dass du bekannte Regeln/Methoden umformen kannst, um Aufgaben solcher Art zu lösen.

Direkt an dieser Stelle: Vergiss es!

Du hast zur Zeit andere Probleme. Wer solche Aufgaben lösen möchte, muss den Lernstoff verinnerlicht haben. Dies wirst du mit dem 5 Tage Lernplan nicht erreichen, denn dafür ist eine längerfristige Vorbereitung erforderlich.

Sonderfall Multiple Choice

Natürlich gibt es auch genauso z.B. Rechenaufgaben, die in den Teil der Transferleistungen fallen. Hier gilt wie immer dieselbe Regel: Die Ergebnisse sind so gewählt, dass bei falschem Rechnen eines dieser Ergebnisse heraus kommt. Versuche dir klar zu machen, WARUM manche Ergebnisse nicht stimmen können. Dies kann z.B. an Einheiten, Nachkommastellen oder schlichtweg den ersten Ziffern liegen. So kannst du selbst bei völliger Unfähigkeit manche Antworten streichen.

CHECKLISTE

CHECKLISTE

1. Fokussiere dich auf den Teil der Klausur, bei dem bereits Erlerntes Wiedergegeben werden soll

2. Dies könnte dir schon das Bestehen sichern

3. Lerne dafür alle Regeln und Definitionen/ Schemata/Methoden

4. Mit etwas Glück kannst du so auch Transferaufgaben lösen

5. Verschwende deine Zeit nur mit Lernen von Herleitungen, wenn du davon ausgehst, dass eine gefragt wird

Wie du deine Chance bei Multiple Choice Aufgaben deutlich verbesserst

Ein paar Worte noch zu den Multiple Choice Aufgaben, die in fast allen Naturwissenschaften drankommen:

Das geforderte Wissen ist oft sehr speziell. Eine Grundlage, wie irgendetwas abläuft, reicht hier leider oft nicht aus. Es wird teilweise gerade eher nach speziellen Dingen gefragt. Schaue dir deshalb immer Schlüsselwörter an beim Lernen. z.B. Schlüsselenzyme bei einer biochemischen Reaktion. Mit dem Grundwissen kannst du schließlich Antworten im Kontext ausschließen.

Eine Antwort ist sehr sehr häufig falsch, wenn folgende Wörter in der Lösung vorkommen:

NIE / IMMER

Es gibt kaum Lösungen, die IMMER richtig sind. Solch eine Formulierung soll dich zunächst auf die falsche Fährte lenken, da die Antwort vielleicht nur häufig richtig ist.

Richtige Antworten sind manchmal länger als falsche Antworten, da die Fragensteller alle Eventualitäten berücksichtigen wollen. Wörter wie

KANN / IN MANCHEN FÄLLEN

weisen auf richtige Antwortmöglichkeiten hin.

Vergewissert euch immer, was gefragt ist. Oft lautet die Fragestellung „Was ist nicht richtig?“

Eine Sache, die du bei Multiple Choice Aufgaben machen solltest: Schreibe hinter jede Antwort, ob die Aussage richtig oder falsch ist. Schaue dir danach die Fragestellung an. Eine Antwort, die im Kontext der Fragestellung falsch/richtig ist, wird sofort durchgestrichen.

Was weg ist ist weg!

Überprüfe die Antworten untereinander. Meistens werden „scheinbar“ richtige Antworten genau umgekehrt eingebaut als Falschantwort.

Es gibt auch Antwortmöglichkeiten, die sich gleichen und dementsprechend gestrichen werden können.

Beispiel:

  • die Reaktion verläuft exotherm.

Du glaubst, dass diese Antwort nicht richtig ist, aber in der nächsten Antwortmöglichkeit steht:

  • bei der Reaktion wird Energie freigesetzt

Diese Antwortmöglichkeit sagt aber genau dasselbe wie die vorherige Antwort, beide sind inhaltlich gleich. Wenn nun gefragt ist, welche Antwort falsch ist, fallen diese beiden Möglichkeiten weg, du streichst sie sofort durch.

So kannst du selbst Klausuren bestehen, ohne die eigentliche Lösung zu kennen.

Schreibst du eine Multiple Choice Klausur, kreuze so viel wie möglich vorher, so lernst du schnell, welche Aufgabentypen dran kommen. Es gibt fast immer Altklausuren, die du dir irgendwoher organisieren kannst. Allein durch das wiederholte strukturelle Kreuzen kannst du Klausuren bestehen.

Fange NIE an, lange Lehrtexte zu lesen, wenn absehbar ist, dass du alle passenden Probeklausuren nicht 2 mal kreuzen kannst. (passend= nicht älter als 6 Semester)

Schlage eher bei der Korrektur einer Klausur Dinge nach. So wirst du selbst schwierige Klausuren bestehen.

Fazit: Du weißt nun, wie eine Klausur aufgebaut ist. Schaue nun noch einmal auf deine Stoffauswahl aus dem ersten Schritt. Hast du die Inhalte richtig eingeschätzt? Liegen deine Prioritäten richtig?

Mit dieser doppelten Überprüfung kannst du schließlich sicher sein, deine perfekte Auswahl zum Lernen getroffen zu haben. Nun kannst du dich mit dem nächsten Schritt befassen, der sich darum dreht, wie du alles in deinen Kopf hineinbekommst.

Hier geht es weiter mit der Artikelreihe:

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