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Lerntechniken: So bestehst du Klausuren mit nur 5 Tagen lernen – Teil 3

Es sind nur noch wenige Tage bis zur Klausur und du musst all das Wissen in deinen Kopf bekommen. Am Anfang des Semesters hat man sich noch geschworen, „diesmal fange ich früher an“. Doch das zählt nun nicht mehr.

Bevor es an die Lernmethoden geht, solltest du eine Übersicht über den Stoff bekommen. Darüber haben wir bereits im Teil 1 und Teil 2 dieser Artikelreihe berichtet.

Inhalt der Artikelreihe:

Alles klar? Dann kann es losgehen. Zu allererst: Lege deine noch nicht geschriebenen Karteikarten weg!

Karteikarten sind eine geniale Erfindung, aber du willst nicht wirklich JETZT anfangen welche zu schreiben!?

Es bringt auch überhaupt nichts, sich panisch mit Textmarkern in 4 Farben über Lehrbücher zu stürzen. Hektisch irgendwelche Abschnitte oder Skripte zu überfliegen („scannen“), wird dir jetzt auch nicht helfen. Du brauchst Methoden, die kurzwirksam den Focus auf die wichtigsten Punkte legen. Nach dem Lesen dieses Artikels wirst du für die nächsten Tage einen konkreten Plan erstellen, wie dein Lernen aussehen wird. Also, keine Panik, kein Frust, du wirst es schaffen!

Im Folgenden wirst du

  • mittels der Loci und Story Methode Lerninhalte visualisieren und verknüpfen
  • verknüpfte, einfache Mind Maps ausarbeiten
  • deine Aufmerksamkeit mit der sogenannten Pomodoro- Technik schärfen

Lernen mit der Loci Methode

Die bekannte Loci Methode arbeitet mit der Theorie, dass Lerninhalte mit bestimmten Orten assoziiert werden.

So ist dir zum Beispiel der Weg von deiner Haustüre in die Bibliothek gut bekannt. Du hast also vor deinem geistigen Auge eine Route, an die du dich im Schlaf erinnern kannst.

Nun wollen wir uns an einem Beispiel klar machen, wie man einen Lerninhalt verknüpft. Angenommen ich möchte mir die 5 direkten Entzündungszeichen merken.

  • Schwellung (Tumor)
  • Schmerz (dolor)
  • Rötung (rubor)
  • Erwärmung (calor)
  • eingeschränkte Funktion (functio laesa)

Vor meiner Haustüre ist ein Fahrradweg. Wenn mir ein Rad über den Fuß fährt, bekomme ich eine Schwellung, die weh tut (Schmerz).  Auf meinem Weg komme ich an einem mobilen Kaffeestand vorbei. Es ist ein roter (Rötung) Wagen, der heißen Kaffee verkauft (Erwärmung). Wenn ich mir einen Kaffee kaufe, kann ich viel schlechter mein Handy und meine Tasche tragen, da ich aufpassen muss nicht zu schlabbern (eingeschränkte Funktion).

Sogenannte Routen können auch am eigenen Körper ablaufen. Vom Fuß bis zum Kopf. So kann ich mir die letzten 7 amerikanischen Präsidenten so merken:

Ich habe zuerst meine Körperpunkte wie Fuß, Knie, Oberschenkel, Rücken, Brust, Nase, Gesicht usw.

Die verknüpfte Geschichte ist folgende:

Ein Ford fährt mir über den Fuß, das tut weh. Doch auch mein Knie wird verletzt, das kratzt nämlich ein Kater (Carter) blutig. In meiner Hosentasche am Oberschenkel steckt ein Reagenzglas (Reagan). Die Haare auf meinem Rücken sehen aus wie ein Busch (Bush). In meiner Brusttasche klingelt (Clinton) mein Handy. In meiner Nase wächst der nächste Busch (Bush Jun.). Opa (Obama) schüttet mir Wasser ins Gesicht.

Zugegebenermaßen, die Geschichte ist schon ziemlich bescheuert, aber gerade deswegen kann ich sie mir ja merken.

Weitere Routen können deine Wohnung sein mit ihren verschiedenen Zimmern. So kannst du deine Lerninhalte räumlich trennen. Aber dazu kommen wir gleich noch, nachdem ich dir ein paar alternative Assoziationsmethoden vorgestellt habe.

Weitere Lerntechniken, die Assoziationen verwenden

Bevor du bei manchen Lerninhalten zwanghaft nach einer Route suchst, versuche dir die Thematik lieber mit kleinen Geschichten zu visualisieren.

Eine einfach Geschichte aus meinem Alltag kann recht einfach das SORKC Modell erklären, welches ich einmal für eine Klausur lernen musste.

Im psychologischen SORKC Modell, welches eine Erweiterung des operanten Konditionierens darstellt, gibt es 5 Begriffe, die wir uns für die Klausur einprägen müssen. Diese wären

  1. Stimulus
  2. Organismusvariable
  3. Reaktion
  4. Kontingenz
  5. Consequenz

Wenn ich nun von meiner Wohnung auf die Straße trete, die sehr laut ist, erfahre ich einen Reiz, also meinen 1) Stimulus.

Das stört mich manchmal sehr, weshalb ich den Lärm als sehr unangenehm empfinde. Dies ist die 2) Organismusvariable.

Meine 3) Reaktion ist logisch, ich gehe einfach schneller, um den Lärm hinter mich zu lassen.

Das mache ich jedes Mal so, wenn der Lärm da ist, es herrscht also eine Kontingenz. Die Konsequenz ist, dass ich eine Entspannung empfinde. Ich erfahre eine negative Verstärkung. Ein Glück, dass meine Reaktion völlig normal ist 😉 (ich brauche jetzt keine Psychotherapie)

Neben Geschichten kann man auch mit Schaubildern als Eselsbrücke arbeiten. Angenommen, du musst irgendeinen biologischen Wirkmechanismus mit seinen Fremdwörtern kennen, kannst du die einzelnen Wörter nach ihrem Klang visualisieren. Wie das gemeint ist, erfährst du in diesem Youtube Video über die Makrolide:

Achtung:

5 Tage vor der Klausur solltest du deine Zeit aber nicht mit aufwändigen Zeichnungen verschwenden. Es würde ja schon reichen, sich ein Bild vor seinem geistigen Auge vorzustellen. Angenommen, du möchtest dir das Makrolid „Clarithromycin“ merken, dann stellst du dir einfach die Maus (mice) vor, die eine Klarinette spielt. Fertig.

Eine weitere Lerntechnik ist Assoziation durch Musik. Ich erinnere mich noch ganz genau, wie wir in der Grundschule ein Gedicht auswendig lernen mussten. Ich hatte einen Kumpel, der Nachmittags beim Spielen immer noch nicht jeden Vers auswendig konnte. Also saßen wir auf dem Spielplatz und kamen auf die Idee, uns den Text des Gedichtes an Hand einer Melodie zu merken. Er wählte die deutsche Nationalhymne. True story!

Ich weiß noch, es fing so an:

„Wenn die ersten Tropfen fallen, lustig auf das Pflaster knallen, gehen sie wie Blumen auf, nehmen lustig ihren Lauf“.

Das ist jetzt fast 20 Jahre her. Die Methode wird von einigen Studenten angewandt und es finden sich sogar Videos im Internet, hier zum Beispiel Arterien der unteren Extremität als Song:

Die Lerntechniken räumlich nutzen

Du besitzt nun verschiedenste Lerntechniken, um den Stoff zu visualisieren. Das Gute ist, dass du dir nur für jedes Thema merken musst, womit du den Inhalt visualisiert hast. Also z.B. brauchst du nur an den Song denken. Oder an deine Küche, wenn dort eine Route liegt. Die Wiederholung kommt permanent, wenn du dich auch in dem Raum aufhältst oder den Weg abgehst, wie zum Beispiel jeden Morgen in die Bibliothek.

Wir müssen uns nun daran machen, der Methode mehr Tiefe zu geben, indem wir bestimmte Assoziationstechniken mit einem Ort verbinden. Du könntest dir also sinnvollerweise das Schema des Harnstoffzyklus ausdrucken und neben die Toilette kleben. Dazu noch eine Story ausgedacht, die du bei jedem Toilettengang durchgehst.

Deine komplette Wohnung und dein Umfeld wird somit zum interaktiven Lernraum. Du hast bestimmte Stationen und Orte, die mit Lerninhalten verknüpft sind. Inhalte, die in der Küche liegen, werden auch nur in der Küche gelernt. So trennst du auch die Wissenswiederholung streng nach Räumen.

CHECKLISTE

CHECKLISTE

1. Finde für jeden Lerninhalt eine passende Assoziationsmethode

2. Denke dir verschiedene Routen aus, die du vor deinem geistigen Auge abgehen kannst (und auch in der Realität)

3. Verkompliziere es nicht. Für manche Stoffe/ Formeln findet man einfach keine Verknüpfung mit einer Route. Wähle hier eine anderen Assoziationstechnik, z.b. ein Lied

4. Lerne die Inhalte nach Räumen getrennt. z.B. der Harnstoffzyklus nur auf der Toilette

Hier geht es weiter mit der Artikelreihe:

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