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Liebe - 15 Lektionen

15 Lektionen, die meine Zwanziger mich über Liebe gelehrt haben

In unseren Zwanzigern erleben wir die Liebe mit all ihren emotionalen Höhen und Tiefen. Wir stürzen in ein Gefühlschaos, das wir sonst in keiner anderen Lebensphase so stark verspüren. Werden konfrontiert mit Wertvorstellungen, gesellschaftlichen Normen und eigenen Bedürfnissen.

Wir müssen erleben, dass die Schmetterlinge im Bauch innerhalb weniger Wochen absterben können. Dass aus der Leidenschaft von gestern heute Langeweile geworden ist. Und dass Worte sich schön anhören, aber nicht immer gehalten werden. Wir müssen lernen, los zu lassen und uns wieder neu einzulassen.

In den Zwanzigern lernen wir fürs Leben – auch in Sachen Liebe

Um besser zu verstehen, was Liebe für uns ist und was sie mit uns macht, lohnt es sich, die Sache mit ein wenig Abstand mal genauer zu betrachten: Was bedeutet Liebe für mich? Was hat in meinen Beziehungen nicht gepasst? Was habe ich dabei über mich selbst und andere gelernt?

Mit diesen Fragen habe ich mich nach dem Ende meiner letzten Beziehung beschäftigt. Dabei habe ich wichtige Erkenntnisse gewonnen und daraus 15 Lektionen formuliert, die mich das Twentysomething-Leben bisher gelehrt hat.

Lektion Nr. 1: Ein schöner Körper ist nicht alles

Natürlich fühlen wir uns besonders von Menschen angezogen, die unserer Meinung nach attraktiv aussehen. Doch schon der kleine Prinz wusste: „Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche bleibt den Augen verborgen.“ Nur wenn der Charakter einer Person genauso schön ist und man ähnliche Interessen und Ansichten hat, besteht die Chance, dass sich mehr entwickelt. Eine Person, zu der man sich nur körperlich, aber nicht emotional hingezogen fühlt, kann auf die Dauer sehr langweilig und unerfüllend sein.

Lektion Nr. 2: Sei immer du selbst

Wenn du das Gefühl hast, dich für eine Person verbiegen zu müssen, dann kann man nicht von Liebe sprechen. Rational betrachtet führt das auch zu gar nichts: Du lügst nicht nur die andere Person, sondern auch dich selbst an. Und am Ende werdet ihr beide unglücklich. Du, weil du nicht du selbst sein kannst und dein Partner, weil du nicht der Mensch bist, der du vorgabst zu sein.

Lektion Nr. 3: Niemand wird dich retten

Viele von uns haben die Vorstellung, dass irgendwann eine Person in ihr Leben hineinspazieren wird, die alles verändert. Eine Person, die uns glücklich macht und mit der wir das Leben führen, das wir uns immer gewünscht haben. So eine Person gibt es nicht. Du kannst niemanden für dein persönliches Glück verantwortlich machen, dafür bist nur du allein zuständig.

Lektion Nr. 4: Hör auf zu suchen!

Ob im Club, bei Tinder oder auf Dating-Websites – wir sind ständig auf der Suche nach unserem Gegenstück. Doch wer die ganze Zeit nach der großen Liebe tastet, versäumt es oft, Menschen unvoreingenommen kennen zu lernen. Meine Mama hat mir immer gesagt: „Du wirst dann jemanden finden, wenn du nicht danach suchst.“ Und Mamas haben meistens Recht. Einen Partner sucht man nicht, man findet ihn. Und zwar dann, wenn man am wenigsten damit rechnet.

Lektion Nr. 5: Allein sein ist okay

Die Gesellschaft gaukelt uns vor, wir sind nur etwas wert, wenn wir in einer Beziehung sind. Singles sind bemitleidenswert und sollten ihre Zeit damit verbringen, endlich ihr passendes Gegenstück zu finden. Alles Quatsch! Wenn du gerade Single bist, dann nutze die Zeit für dich. Tu, was du schon immer tun wolltest. Lern dich selbst besser kennen, bau deine Talente aus, beweg dich aus deiner Komfortzone, mach was Verrücktes!

Lektion Nr. 6: Liebeskummer ist scheußlich

Und das ist noch untertrieben. Eine Freundin beschrieb es einmal mit den passenden Worten: „Es ist wie eine sehr lange Beerdigung.“ Doch auch die längste Trauerfeier geht irgendwann einmal vorbei. Du wirst es überleben. Und trotzdem, ja, es ist schrecklich!

Lektion Nr. 7: Auf „Warum?“ gibt es nicht immer eine Antwort

Wenn Beziehungen scheitern, ist das für mindestens einen der Partner oft unbegreiflich. „Warum?“, fragst du, mit Tränen in den Augen. Du willst ein klärendes Gespräch, eine Antwort. Du willst die Entscheidung deines Ex-Partners verstehen. Warum? Doch oft gibt es für so etwas keine Erklärung. Gefühle ändern sich, Menschen verändern sich. Es gibt keinen Schuldigen und es gibt keine Logik. Da bleibt am Ende nur eins: Es zu akzeptieren.

Lektion Nr. 8: Es wird jemand anders kommen

Ich weiß, wenn du gerade verlassen wurdest, glaubst du mir nicht. Und du willst keine abgedroschenen Sprüche hören, à la „Andere Mütter haben auch schöne Söhne/Töchter“. Klar, du hast einen Menschen verloren, der dich auf einem Stück deines Lebensweges begleitet und einen Platz in deinem Herzen erobert hat. Und doch wird die Zeit kommen, in der du deine Trauer überwunden hast und jemand neues in dein Leben tritt. Bei über 7 Milliarden Menschen auf der Welt gar nicht so unwahrscheinlich, oder?

Lektion Nr. 9: Zu lieben heißt immer wieder, ein Risiko einzugehen

In gewisser Weise gibst du dich jemandem hin, lieferst dich aus. Du gehst ein Risiko ein, weil du eine Person nie zu hundert Prozent kennen kannst – und trotzdem beschließt, ihr zu vertrauen. Und weil du nicht weißt, was die Zukunft bringt. Vielleicht werdet ihr euch in verschiedene Richtungen entwickeln, vielleicht wird jemand verletzt. Vielleicht aber auch nicht. Und das ist es wert, immer wieder.

Lektion Nr. 10: Die romantische Liebe in ewiger Treue und Monogamie gibt es nur in Liebesliedern, Romanen und Märchen

Und vielleicht in der Welt unserer Großeltern. Das bedeutet nicht, dass Liebe nicht romantisch sein kann. Aber es gibt eben nicht nur die eine Person, den einen Deckel, der auf den Topf passt. Eigentlich auch beruhigend, oder?

Lektion Nr. 11: Du wirst im Leben unterschiedliche Partner auf unterschiedliche Weisen lieben

Keine Beziehung ist wie die andere, denn jeder Mensch ist individuell und einzigartig. Außerdem bleibst du nicht stehen, du entwickelst dich ständig weiter und wächst. Darum können sich auch dein Verhalten und dein Verständnis von Liebe ändern.

Lektion Nr. 12: Zu lieben bedeutet, dass einem das Herz weit und warm wird, wenn man an bestimmte Menschen denkt

Dazu können auch Freunde und Familie gehören. Die partnerschaftliche Liebe ist nur eine Form der Liebe. Eine Form, nach der wir alle wie verrückt streben – und dabei manchmal fast vergessen, wie viele Menschen uns jetzt schon lieben.

Lektion Nr. 13: Beziehung bedeutet, den Alltag gemeinsam zu erleben

Und dazu gehört alles: Die schönen und aufregenden Momente, aber auch die anstrengenden, traurigen oder einfach stinknormalen Augenblicke. Nur so kannst du jemanden tatsächlich in dein Leben lassen, und nur so lernst du einen Menschen wirklich kennen – abseits vom Sandstrand, zwischen Müll runterbringen, für die Uni lernen, Grippe und Gutenachtkuss.

Lektion Nr. 14: Beziehung bedeutet, sich immer wieder abzugrenzen

Es bedeutet, bei sich selbst zu bleiben, zu streiten und das Miteinander auszuhandeln. Es passt nie alles hundertprozentig. Die Belohnung für all die Anstrengungen ist eine intensive Beziehung zu einem Menschen und Geborgenheit.

Lektion Nr. 15: Beziehungen prägen dich

Fest steht: wenn man jemanden emotional und körperlich so nah an sich ran lässt, dann hinterlässt das Spuren, die man nicht einfach so wieder wegwischen kann. Das ist manchmal schön, und manchmal traurig. Doch dabei lernst du vor allem eine Person immer besser kennen: Dich selbst! Frag dich, was dir wichtig ist, was du brauchst, und was du gerne hinter dir lässt.

Das waren meine 15 Lektionen in Sachen Liebe. Und ich bin mir sicher, die Liste wird noch länger. Mich interessiert, was deine persönlichen Erkenntnisse sind.

(Dieser Beitrag ist von Svenja Schnüell, meiner Co-Autorin geschrieben worden)

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Über Pascal Keller

Pascal hat zwar nicht alle Antworten auf das Leben als twentysomething, aber er versucht sie zu finden und damit die Welt zu erobern ;-) In der Zwischenzeit gibt er seine gesammelten Erfahrungen an junge Menschen weiter und hilft ihnen damit, mehr aus ihren Zwanziger zu machen. Vielleicht hilft er auch dir weiter. Erfahre mehr über Pascal und seine Arbeit auf www.pascalkeller.com

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