Home » StudiAlltag » Kann es wirklich Liebe sein? –warum ich unter der Dusche König-der-Löwen Lieder singe

Kann es wirklich Liebe sein? –warum ich unter der Dusche König-der-Löwen Lieder singe

(Ps: Umfrage am Ende des Artikels)

„Kaaaaaaannnnnn es wiiiiiiiiiiiiiiiiiirklich Liiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiebe seiiiiiiiiiinnn? IIIIIIIIIIIIIIIm saaaaaaaaaanften AAAAAAbend Wiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinddd“, singe ich hemmungslos und aus voller Kehle unter meiner Dusche dank den König-der-Löwen Liedermachern und schäme mich kein bisschen. Ja, ich bin ein klein wenig Disney-geschädigt, das kann durchaus sein, aber das kümmert mich nicht wirklich. Sie ist schön, die Welt aus animierten Feenstaub und Kinderträumen und im Vergleich zu manch heutigem ComedyCental-SuperRTL-Nickelodion-Scheiß-Fernseh-Albtraum auch hochwertig, komplex und moralisch. Warum aber missbrauche ich meinen verkalkten Duschkopf als armseligen Mikrofon-Ersatz und quäle meinen Mitbewohner zu nächtlicher Stunde mit meinem Gesang?

„Diiiiiiiiiiiiiiie zääääääärtlicheeeeeee Beeegeeeegnuuuung, ist wiie ein Zaauuuuuuuuuuuuuuuberbaaaaaaann.“

Die Antwort ist: Ich habe jemanden kennengelernt. Nicht eine dieser Bekanntschaften die man so ‚im Vorbeigehen‘ macht und die auf freundschaftlicher Ebene passiert, die man dann auch manchmal temporär aus irgendwelchen Gründen ‚experimentell‘ verlässt, sondern eine richtige Bekanntschaft. Gewissermaßen wohl auch eine Entdeckung, die irgendwie ‚mehr‘ zu sein scheint. Mehr zumindest als der Rest der Männer die ich in letzter Zeit so kennengelernt oder auf die ich mich eingelassen habe. Mit diesem Herrn ist es anders.  Es ist nicht direkt die Wolke 7 auf der ich schwebe, aber es ist auch unbestritten ernsthafter als alles andere was sich in den letzten Monaten und Wochen so abgespielt hat. Eine andere, neue Ebene. Aber auf welcher? Wie nennt sie sich und wie kann ich sie für mich definieren? Und muss ich das überhaupt?

„Es iiiiist jaaa sooooooooooooooooo roooooooomaaaantiiisch, aaaber das Deeesaaaaster fäääääääängt erst aaaaaaaan.“

Romantisch ist es wirklich und dabei bin ich gar nicht eine dieser Kitschnudeln die sich nichts sehnlicher wünschen als einen Rosenblütenblätter-streuenden Mann abzustauben. Zugegeben,  mit Rosenblätter hat er jetzt auch noch nicht um sich geworfen (und da bin ich auch wirklich dankbar für!), aber ansonsten macht er alles richtig. Er kocht aufwendig für mich (Cremesuppen mit exotischen Zutaten, obwohl er gar keine Suppen mag), immer mit Vor-Haupt-und Nachspeise (was für Studenten echt nicht üblich ist), zündet dazu sogar Kerzen an und begleitet mich in der Nacht immer bis nachhause, wenn wir uns auswärts verabreden. Neulich hat er mich von sich daheim zu Fuß bis zu mir nachhause begleitet, weil es zu regnen begonnen hatte und damit ich nicht den Schirm den ganzen Weg tragen musste. Too much? Mir gefällts irgendwie. Er schlägt vor romantische Herbstspaziergänge zu unternehmen, organisiert kleine Ausflüge und bietet immer an die Rechnung zu übernehmen. Dass er sämtliche Auto-und andere Türen öffnet, Jacken abnimmt oder in eine hineinhilft etc. versteht sich bei diesem Typ von selbst. Ein Gentleman der den Titel verdient.

„Diiiie Haaaarmooooooooooooniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiie, vooollll tiiiiefer Friiiiiiiiiiedlichkeiiiiiiiiiiiiit, mit aaallllem was wir siiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinddd.“

Er nimmt sich Zeit. Meinen ersten Kuss bekam ich erst nach unserem fünften Date. Er sagt er ist natürlich nicht immer so behutsam, aber ich bin etwas Besonderes und da ist es ihm wert zu warten und vorsichtig heranzutasten. Sehr ungewöhnlich in der heutigen Zeit und auch traurig irgendwie, weil eigentlich behandelt er mich einfach nur gut. Manche von uns sind das gar nicht mehr gewohnt schätze ich. Es war ihm auch wichtig mich zu fragen was es für mich bedeutet mit ihm Zeit zu verbringen bzw. wo das mit ‚uns‘ für mich hinläuft. Nicht zu wissen was ‚etwas‘  ist treibt mich nach einer Weile auch in den absoluten Wahnsinn und an dessen Rand tanze ich sowieso schon mein ganzes Leben lang haarscharf entlang. Aber nur weil er es definieren will, habe ich deshalb noch keine Antwort auf seine Frage. Mit allem was wir sind. Neulich ist mir aufgefallen, dass er von einem ‚wir‘ spricht. Wir sind also ein ‚wir‘. Auch das ist essentielle Information in diesen turbulenten Dating-Zeiten. Aber macht ein Wir uns gleich zum Paar? Er erzählt jedenfalls seinen Freunden und seiner Familie von mir. Er hat mich auch schon in der Öffentlichkeit zur Verabschiedung geküsst. Will ich das denn? Bin ich überhaupt verliebt? Es fühlt sich nicht so an wie die andern Male als ich verliebt war. Aber es fühlt sich ja bekanntlich auch nie gleich an. Kann es also unter Umständen vielleicht wirklich Liebe sein?

„Kaaaaaaaaaann eees wiiiiirklich Liiiiebee  seiiiin? Spüüüürst duuu  siiiiie üüüüüüüüüüüüübbbeeerall?“

Ich bin an dieser Stelle ein bisschen überfragt. Nein, ich spüre die Liebe nicht überall. Ich bin nicht konsumiert von dem Gedanken an diesen neuen Mann oder der Aussicht davon ihn wieder zu sehen. Aber muss das denn so sein? Muss man sich und seinen Verstand vollkommen verlieren, wenn man verliebt ist? Ist es nur dann ‚echt‘? In meinem Freundeskreis spalten sich darüber die Geister. Die meisten die aus langen Beziehungen kommen oder in welchen sind finden nicht, dass es diese ‚Sucht‘-Phase unbedingt braucht in der man wie berauscht von seinem Herzensmensch durch den Alltag taumelt und kaum einen klaren Gedanken fassen kann. Menschen, die immer eher kürzere Beziehungen lebten, finden wiederum Schmetterling- und Verliebtheits-Wahnsinn absolut notwendig und grundlegend. Auf wen also hören? Am besten auf mich selbst. Aber was sage ich?

Endlich Eins, im Schutz der Dunkelheit. Liebe ist erwacht.

Dieses Mal singe ich nicht mit den Löwen in meinem Badezimmer um die Wette sondern lasse das alles ein bisschen einsinken. Wie ist das denn bei euch, ihr anonym graue Masse der online-Blog-LeserInnen? Schmetterlingskolonien in der Bauchregion, absolutes Muss oder im Grunde überflüssiger Bonus oder gar nicht willkommener Hormon-Effekt? Gibt es dazu Meinungen? Oder Erfahrungen? Ist das eine der typischen man-weiß-es-einfach-wenn-es-so-ist Fragen? Aber wieso stellen sich die Fragen dann trotzdem immer von ganz alleine? Liebe bedeutet doch nicht gar nicht mehr (darüber) nachzudenken, oder? Ich will jetzt nicht auf irgendwelche schlauen Bücher hingewiesen werden oder -Gott behüte- Links zu YouTube Videos von „Experten“. Was denkst DU? Warum bist du mit deinem Partner zusammen? Ab wann wusstest du dass du ihn/sie liebst? Denk doch einfach mal drüber nach…

…vielleicht ja auch unter der Dusche, König-der-Löwen-Lieder singend 😉 Wir stellen uns die wirklich großen Fragen viel zu selten.

[polldaddy poll=9532252]
Diesen Inhalt teilenTweet about this on TwitterShare on FacebookShare on Google+Email this to someoneShare on TumblrPin on Pinterest

Über itswaypastmybedtime

Ich bin eine kleine, über Berge hüpfende und dabei Edelweiß-Lieder singende (naaaa wer erkennt die Sound of Music reference?) Student-in des Alpenlandes die sich irgendwann mal hier her verirrt hat und jetzt wie Alice Gefallen am Wunderland gefunden hat. Ich schreibe über alles und nichts. Dinge die mir so passieren, Gedanken die ich in Worte fassen will oder die ein oder andere große Weisheit die ich in meinem jungen Leben schon kapiert hab und großzügig mit euch übrigen unwissenden und herumdümpelnden Mit-20ern teile ;-)

Schau mal

Campusfest / Tag der offenen Tür TH Deggendorf: 23.06.2017 | 13:00 - 24:00 Uhr

Campusfest TH Deggendorf | DJ-Contest zum Mitmachen

Campusfest / Tag der offenen Tür Information Besonders für Studieninteressierte und Bewerber ist der Tag …



Für eine uneingeschränkte Nutzung unserer Website werden Cookies benötigt. Bitte stimme der Verwendung von Cookies zu, um alle Funktionen der Website nutzen zu können. Weitere Informationen

Cookies sind kleine Dateien, die es ermöglichen, auf dem Zugriffsgerät der Nutzer (PC, Smartphone o.ä.) spezifische, auf das Gerät bezogene Informationen zu speichern. Sie dienen zum einem der Benutzerfreundlichkeit von Webseiten und damit den Nutzern (z.B. Speicherung von Logindaten). Zum anderen dienen sie, um die statistische Daten der Webseitennutzung zu erfassen und sie zwecks Verbesserung des Angebotes analysieren zu können. Die Nutzer können auf den Einsatz der Cookies Einfluss nehmen. Die meisten Browser verfügen eine Option mit der das Speichern von Cookies eingeschränkt oder komplett verhindert wird. Allerdings wird darauf hingewiesen, dass die Nutzung und insbesondere der Nutzungskomfort ohne Cookies eingeschränkt werden. Mit dem Aufenthalt auf dieser Website akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies.

Schließen