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wenn Österreich wählt

Wenn Österreich wählt

Wenn Österreich wählt

Man beachte, dass der Titel dieses Artikels nicht: „Wann“ Österreich wählt, sondern „Wenn“ Österreich wählt lautet. Ersteres ist eher Fragenmaterial für eine Wahrsagerin. Man merke auch, dass ich mich nicht dazu habe hinreißen lassen ihn: „Ob“ Österreich wählt zu betiteln, wobei das strenggenommen ja auch noch im Rahmen des Möglichen liegt. Aber so pessimistisch bin ich dann auch nicht. Obwohl ich Österreicherin bin und bei uns, wie die Vergangenheit eindrücklich beweist, anscheinend alles passieren kann.  Ich würde diesen Beitrag ja gerne unter die Rubrik „Fun“ stellen und das werde ich auch tun, sofern mich die Redaktion lässt, denn ich weigere mich über das was da in meinem schönen Österreich passiert zu weinen. Ich lache lieber.

Um was es geht? Na eh klar, die österreichische Odyssee. Die Präsidentenwahl. Um die einwandfreie Schildbürgeraktion die sich als unendliche Geschichte immer weiter zu spinnen versucht. Um die Wahl eines relativ unwichtigen repräsentativen Amtes, die auf ihrem Weg zur endgültigen Gültigkeit kein Fettnäpfchen auslässt und sogar noch eigens welche kreiert um darin eine Bauchlandung zu machen (…und kleben zu bleiben).

Sogar in The Big Bang Theorie

Unser kleines bergiges Ex-Kaiser-und-Ex-Nazi-Reich, dessen einzigartige hähnchen-oder penisartige Form sogar in einer Folge der amerikanischen Serie ‚The Big Bang Theorie‘ Erwähnung findet, gibt sich ja des Öfteren der Lächerlichkeit preis. Seien es die finanziellen Eskapaden des Landes Salzburg und Kärnten (Hypo und Co.) oder die Fehltritte eines Landeshauptmannes der einen in Österreich geborenen Fußballnationalspieler aufgrund seiner Hautfarbe vor versammelter Presse gleich mal mit „How do you do?“, anredete (waschechter untertirolischer Akzent inklusive, versteht sich), woraufhin der junge Mann mit wienerischem Akzent: „Danke gut, und selbst?“, antwortete. Ja, wir Ösis sind immer für eine Überraschung gut! Unsere kleinen Eigenheiten verleihen uns ja auch einen gewissen rustikalen Charme der dann erfolgreich touristisch vermarktet und ausgeschlachtet wird, aber irgendwann muss man dann auch sagen: Jetzt reicht’s!

Normalerweise läuft das als ÖsterreicherIn im Ausland ja so ab:

„Where do you come from?“

„Österr…ah…Austria.“

„Ahh! Kangaroos!

„No! A-U-S-T-R-I-A! Not, Australia! No Kangaroos in Austria. Only Kuhlimuhs.“

„Yes, yes. Austria! Hitler, right?!“

Es folgt der verkrampfter Versuch das Gespräch auf Mozart oder Sachertorte zu lenken.

 

Im Moment läuft es eher so:

„Where do you come from?“

„Österr…ah…Austria.“

„AAh! Yes, yes. (uncontrolable laughter) Austria. Hofer and super-glue desaster, right?“

Hitler anstatt Sissi und Franzl

Ist schon schlimm genug, dass die meisten Menschen uns immer für Australier halten, zuerst an Hitler und nicht an Sissi und Franzl denken, oder von der Existenz unseres Landes sowieso vollkommen überrascht sind, aber wenn sich der Standard-Dialog dann SO verändert wünscht man sich fast in alte Zeiten zurück wo die Nazi-Vergangenheit deiner Großeltern dein größtes Image-Problem im Ausland war.

„Ihr Schluchtenscheißer.“, lacht mein Kumpel am 01. Juli 2016, als gerade vom österreichischen Verfassungsgerichtshof verkündet wurde, dass der Wahlanfechtung der FPÖ stattgeben wurde und ganz Österreich erneut zur Wahlurne gebeten wird, und lädt sich noch einen selbstgemachten Apfelstrudel auf seinen Teller. Mein Freund hat gut lachen, ist er doch ein in Österreich lebender deutscher Import der hier an der Uni Medizin studiert. Einer der Flüchtlinge gegen die unsere wechselnden InnenministerInnen noch keinen Zaun errichten wollten um unsere „Grenzen zu sichern“. (Kommt aber bestimmt noch. Gebt uns nur etwas Zeit 😉 )

Neuer Wahltermin ist nach längerer (und für Österreich typischer) Diskussion (= auf österreichisch: Streiterei) der 02. September 2016. Alle Söhne und Töchter der Alpenrepublik (Vorsicht: Anspielung auf unsere anhaltende Debatte zum Thema Textänderung der Bundeshymne)  sind super ‚zwieder‘ und ‚grantln‘ ordentlich durch die Gegend. Lange hält dieser Gemütszustand aber ohnehin nicht an, denn die Absonderlichkeiten rund um diese Wahl nehmen kein Ende.

Lieber spreche ich über Schwarzenegger

Der englische Gurdian titelt nicht ganz Witz frei: ‚Austrian election may come unstuck over glue problem on postal votes‘ und die ganze Welt lacht schonwieder über uns. Wir, das Land der Postkutschen, die in keinem guten österreichischen Heimatfilm der 40er und 50er Jahre fehlen darf, haben ein Problem mit der Post! Genauer: mit dem Kleber auf den Briefen. Ein Problem mit dem man im digitalen Zeitalter irgendwie nicht mehr rechnet. Die extra eingerichtete Ministeriums-Hotline empfiehlt das Kuvert einfach mit Uhu-Stick zuzukleben. Möglichst unauffällig versteht sich, weil eigentlich ist das ja ziemlich, ziemlich gesetzeswidrig. Aber was wäre Österreich ohne österreichische Lösungen?

War zum Auftakt der österreichischen Präsidentenwahl der größte Aufreger die Partei- und Gesinnungszugehörigkeit der beiden Stichwahlkandidaten (bzw. eigentlich nur die des Herrn Hofer), so hat sich das (Wahl)Blatt nun gewendet. Internationale Journalisten starksen zwar immer noch im wienerischen Innenraum umher um möglichst ‚live‘ und ‚vor Ort‘ von den neuesten und (zweifelsohne) peinlichen Entwicklungen zu berichten, aber der Interessenschwerpunkt hat sich in der Berichterstattung deutlich verlagert. Auf einmal wird das Unmögliche möglich und ich spreche sogar lieber über Arnold Schwarzenegger als über Hofer und Van der Bellen.

Das passiert also anscheinend, wenn Österreich wählt. Die Wahlwiederholung der Wahlwiederholung ist jetzt übrigens für den 1. Adventsonntag angesetzt, den 4. Dezember 2016. Ob wir da dann auch wirklich einen gültigen Präsidenten wählen werden? Man weiß es nicht. Weihnachtswunder sind ja nicht ausgeschlossen. Ganz österreichisch kann man hierzu wohl nur sagen: „Schau ma mal, dann werd ma scho sehn.“ Bei uns Ösis ist eben alles möglich. Auch das Unmögliche. Vielleicht springt die Tourismus-Branche ja darauf auf?

This is Austria.

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Über itswaypastmybedtime

Ich bin eine kleine, über Berge hüpfende und dabei Edelweiß-Lieder singende (naaaa wer erkennt die Sound of Music reference?) Student-in des Alpenlandes die sich irgendwann mal hier her verirrt hat und jetzt wie Alice Gefallen am Wunderland gefunden hat. Ich schreibe über alles und nichts. Dinge die mir so passieren, Gedanken die ich in Worte fassen will oder die ein oder andere große Weisheit die ich in meinem jungen Leben schon kapiert hab und großzügig mit euch übrigen unwissenden und herumdümpelnden Mit-20ern teile ;-)

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