Einsamkeit an der Uni - Millionen von Einzelkämpfern - Studiblog
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Vor einem Universitätsgebäude rollen die typischen Tumbleweeds, um die Einsamkeit an der Uni zu verdeutlichen.
Bild von Alicia Berthel

Einsamkeit an der Uni – Millionen von Einzelkämpfern

„Millionen Einzelkämpfer wissen nicht mehr wohin“ – Einsamkeit an der Uni

Die Lyrics von Marterias „OMG“ bringen das Problem vieler Studenten auf den Punkt – das Allein sein und die Anonymität an Universitäten aber auch an Fachhochschulen. Wenn zum Wintersemester wieder Tausende Erstsemestler an die Hochschulen strömen, kann es bestimmt nicht allzu schwer sein, neue Freunde zu finden. Doch der Schein trügt, denn oftmals verpassen viele Studenten den Anschluss.

Als sogenannter „Ersti“ stehen je nach Studiengang normalerweise ein Haufen Veranstaltungen, Vorlesungen und gemeinsame Aktivitäten mit den Kommilitonen an. Mal ehrlich, während man bei Infovorträgen versucht dem Dozenten auch nur irgendwie zu folgen, bleibt es eher bei einem flüchtigen Kontakt zum Nachbar. Natürlich kann es sein, dass man gleich seinen Seelenverwandten gefunden hat und sich sofort die tiefste Freundschaft entwickelt, aber das ist wohl eher Wunschdenken. An den Einführungstagen der Hochschulen blickt man größtenteils in ratlose Gesichter, die absolut keine Ahnung davon haben, wo und wann sie irgendwo anwesend sein müssen.

Die eigene Einsamkeit als Lektion fürs Leben verbuchen?

Aber wenn so viele einsame Seelen auf dem Campus herumgeistern, kann man sich diesen doch einfach anschließen! Ein schöner Gedanke, der allerdings schwer umzusetzen ist… Gründe gibt es dafür sicher genug, wie z.Bsp. Angst vor Ablehnung oder der Gegenüber sieht aus als hätte er keine Lust auf Smalltalk mit einem Fremden. Dass das keine Entschuldigung ist, ist sicher klar. Man kann wohl kaum eine Rundumbetreuung erwarten, die die Neuankömmlinge 24 h lang begleiten und ihnen jeden Wunsch von den Lippen ablesen. Sich selbst zu organisieren und allein zurechtzukommen, ist die wohl wichtigste Lektion die man zu Beginn seines Studiums lernen muss, auch wenn man dabei ins kalte Wasser geschmissen wird.

Doch nicht nur Erstsemestler haben es nicht immer leicht Freunde zu finden. Oftmals haben sich auch Studenten von höheren Semestern mit der Einsamkeit abgefunden. Hatten sie im ersten Studienjahr noch den ein oder anderen guten Kumpel, mussten sie sich später neu zurechtfinden, da durch Studienabbruch oder Hochschulwechsel Freunde verloren gingen. Andere Kommilitonen haben in der Zeit sicher auch einen festen Freundeskreis aufgebaut, in den man sich ungern hineindrängen möchte. Vielleicht wohnen die Mitstudenten von der Fachhochschule auch noch zuhause, weil die Heimat nur wenige Kilometer entfernt ist. Wer überwiegend zuhause ist, versucht seine Freunde im Heimatort so oft wie möglich zu sehen und hat weniger das Bedürfnis neue Bekanntschaften zu knüpfen.

Kann wirklich jemand „Schuld sein“ an der Einsamkeit von Studenten?

Die Schuld für die Einsamkeit von Studenten kann man niemandem direkt zuweisen, denn jeder hat einen Anteil daran, dass sich die Studierenden allein fühlen. Durch die an Universitäten herrschende Anonymität fühlt man sich meistens nur wie eine Nummer im System. Hierbei sollte man auch einen Unterschied zur Fachhochschule ziehen, an der in der Regel weniger Studierende einen Studiengang besuchen. Sicher sollte man als Student langsam begriffen haben, dass es keinen gibt, der einem alles hinterherträgt wie zu Schulzeiten. Gleichzeitig ist es jedoch kein schönes Gefühl zu wissen, dass es niemanden interessiert, ob man nun die Vorlesung besucht, lieber noch versucht den Kater zu beseitigen oder bis nach Timbuktu verschleppt wurde.

Letztendlich gibt es ein paar Möglichkeiten, um nicht ganze 3 oder 5 Jahre allein an der Uni ein und aus zu gehen. Wohnt man zum Beispiel im Studentenwohnheim, kann auch hier Kontakt zu Mitstudenten aufgebaut werden, insofern man einen Mitbewohner oder eine Mitbewohnerin hat. Engagieren kann man sich ebenfalls beim Hochschulsport oder man versucht bei Nebenjobs andere Studenten kennen zu lernen. Es erfordert sicher Zeit und Eigeninitiative um sich mit neuen Menschen anzufreunden. Vielleicht ist es der erste und wichtigste Schritt in Richtung erwachsen sein, wenn man am Anfang auf sich selbst gestellt ist.

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