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Uni gehört uns: Gemeinschaft der Lehrenden und Lernenden

Die Uni gehört dir nicht – aber uns

Gerade noch Semesterferien gehabt und ein paar Tage später schon wieder mitten drin im Uni-Stress. Der Semesteranfang ist meistens ohnehin schon anstrengend genug. Wer tatsächlich Ferien hatte, muss sich erst wieder an den geregelten Alltag gewöhnen. Aber auch wer zwischen Praktika, Nachklausuren und Hausarbeiten die Ferien durchgestanden hat, ist nicht begeistert von all den neuen Prüfungsterminen, die alsbald auf einen zu kommen.

Warteliste: Here I come!

Dazu kommt die Gestaltung des Stundenplans. Das und das sollte man belegen, man trägt sich in die Seminare ein, die Teilnehmeranzahl jedoch ist begrenzt. Die prozentualen Chancen rechnet der Server aus, wenn er nicht gerade abgestürzt ist. Sieht schlecht aus für dich, lieber nochmal ins Alternativseminar eintragen, auch wenn’s abends um 18 Uhr ist. Am Ende schaffst du es auf Wartelistenplatz 3 des 18 Uhr Seminars und bist damit noch ganz gut weg gekommen. Dafür überschneidet sich aber jetzt deine Pflichtvorlesung mit einem deiner anderen Losergebnisse. Du trägst dich aus, Wartelistenplatz Nr.1 der Veranstaltung freut sich. Auch du hoffst weiter, von deinem 3. Warteeintrag geupgradet zu werden.

Lieber mal zur ersten Sitzung hingehen, vielleicht kommt jemand nicht. Und siehe da, das Kind von Teilnehmerin 24 war krank, sie ist nicht zur ersten Sitzung erschienen. Pech gehabt, Glück für dich. Warteplatz Nr. 2. Student Nr. 17 hat außerdem nicht kapiert, dass dieses Seminar nicht dem Modul angerechnet wird, was er eigentlich belegen möchte- Yes! Wartelistenplatz Nr. 1! Es ist zum Greifen nah, du holst noch einmal tief Luft, um dich auf die dich ereilende Freude vorzubereiten.

Da legt der Dozent seinen Stift beiseite und bittet alle übrigen Teilnehmer, die nicht auf der Liste stehen, den Raum zu verlassen. Schließlich reichen die Stühle sonst vorn und hinten nicht. Du hältst inne, ohnmächtig von deiner gerade zerstörten Euphorie. Brauchen Sie eine Extra-Einladung? , kommt es genervt von vorne. Du gehst, mit deinen Sachen, hinter den Wartelisteneinträgen 2-15 her. Aus der Traum, nächstes Mal vielleicht doch lieber das noch verhasstere 8 Uhr Seminar wählen.

Aber hey. Nicht unterkriegen lassen jetzt!

Es geht weiter, in die Pflichtvorlesung am nächsten Morgen. Du hast dich extra eine halbe Stunde eher auf den Weg gemacht, Tisch und Stuhl sind trotzdem nicht mehr drin. Immerhin, für einen netten Sitzplatz auf der Treppe reichts. Da bleibt noch die Chance links neben dir den Kaffee abzustellen und auf deinen Knien Papier und Stift zu balancieren. Eine halbe Stunde später, musste dein Kaffee weichen, du hast mittlerweile nur noch ein T-Shirt an und der Hörsaal ist zum Bersten voll. Eine gestresste Dozentin schlägt sich durch die Massen zum Pult und bittet Gasthörer und andere Studierende, die diese Vorlesung nicht zwangsläufig besuchen müssen, den Raum zu verlassen. Einige ältere Damen stehen empört auf und verweisen auf den Gasthörer-Beitrag den sie gezahlt haben. Es hilft nichts, sie müssen weg.

Angenehmer wird es trotzdem nicht, die meisten schlafen nach 15 Minuten einfach im Stehen ein, nicht weil die Vorlesung unerträglich ist, sondern weil die Lüftung ausgefallen ist und niemand mehr genügend Sauerstoff zum Wachbleiben bekommt. Leicht genervt packst du nach endlosen 90 Minuten deine Sachen zusammen und probierst dich auf den Weg zu machen. Kurz vorm Ausgang stutzt du. War da nicht mal das schwarze Brett der Uni, wo man ganz gut Wohnungen, Jobs und alte Möbel und so anpinnen konnte? Nichts mehr, als einer laminierten Folie: Aufgrund von Brandschutzbestimmungen mussten die Informationen leider entfernt werden. Wir bitten um Verständnis. Verstehe. Falls mal einer die Zettel anzündet. Die Chance den Hörsaal zu verlassen wird er nicht haben, da trifft es dann die besser, die es gar nicht erst ganz hinein geschafft haben. Aber gut, weiter gehts, ist noch viel zu tun.

Wir gemeinsam

Zum Semesteranfang geht für viele der ganz normale Uni- Wahnsinn wieder los und nicht wenigen geht es genauso, wie oben beschrieben. Natürlich, Ausnahmen gibt es und vieles variiert von Studiengang und Uni her. Trotzdem – studieren tun wir, weil wir das möchten und die Uni ist die Institution, die uns das ermöglicht. Für uns und mit uns.

Wisst ihr woher das Wort Universität kommt? Vom lateinischen universitas magistrorum et scolarium, Gemeinschaft der Lehrenden und Lernenden.  Dozenten lehren über Forschung und Wissen – forschen und entdecken aber, tun wir gemeinsam mit den Lehrenden. Wir alle, die wir eine Universität besuchen. Wir alle, die wir Studenten sind – wir besuchen Veranstaltungen an der Uni aus unserem eigenen Interesse und niemanden, wirklich niemanden sollte dieses Recht aus irgendwelchen Gründen untersagt werden. Weil er den falschen Studiengang hat, weil er eigentlich gar nicht mehr richtig studiert oder vor allem nicht, weil er leider mal wieder kein Losglück hatte.

Das nächste Mal, wenn irgendwo Studierende aus einer Veranstaltung gebeten werden, weil diese bereits belegt ist, bitte ich euch, erinnert euch daran warum ihr studiert. Und dann rückt ein Stückchen näher zusammen, um Platz zu schaffen für den Gasthörer, den Wartelisteneintrag oder wen auch immer. Seid solidarisch und zeigt gemeinsam im Kollektiv – die Uni gehört dir nicht. Aber uns. Und das ist gut so!

Bild: Wikipedia

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