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Ein nackter Mann (abwärts des Bauchnabels) aus Marmor ist zu sehen

Der ganz, ganz kleine „Mann“ – Teil 2

Du hast den „1. Teil zum kleinen männlichen Geschlecht“ verpasst? Macht nichts, einfach dem Link folgen. 😉

Ich lag also auf Emils Sofabett und je später der Abend desto tiefer gingen die Gespräche. Ich war fast ein bisschen überrascht, mit ihm einigermaßen intelligente Konversation führen zu können und irgendwann lag er dann auch mit mir auf dem Sofa. Wir berührten uns aber nicht. Noch nicht. „Hast du eigentlich schon mal daran gedacht, mich zu küssen, oder dir überlegt wie das wäre?“, fragte er dann zu irgendeinem Zeitpunkt, in dem es zwischen uns wieder still geworden war. Ich lachte ein bisschen peinlich berührt auf. Sollte ich jetzt ehrlich sein? Ja, wieso auch nicht. „Ja schon.“, erwiderte ich also und lachte wieder. „Hast du dir etwa nicht überlegt wie es wäre, mich zu küssen?“, fragte ich zurück. Emil grinste mich schelmisch von der Seite an. „Doch.“, sagte er und ich lachte wieder.

Emil, der Frosch, der sich nicht verwandelte

Eine Weile sagte keiner von uns etwas, aber dann drehte er sich auf die Seite, um mich dabei anschauen zu können und fragte so in die Stille zwischen uns: „Wäre es okay, wenn ich dich küsse?“ Ich sagte nichts. Um ehrlich zu sein, wusste ich nicht, ob ich das wollte, weil außer dem Grasgeruch seines Joints nichts zwischen uns in der Luft lag. Anstatt zu antworten lachte ich wieder total bescheuert. Er rückte ein bisschen näher an mich heran. „Darf ich dich küssen?“, fragte er und seine vollen roten Lippen waren den meinen ganz nah. Ich muss wohl genickt haben, weil sich nämlich im nächsten Augenblick unsere Lippen berührten und er mein Gesicht mit seinen Händen umfing. So gut das im Liegen eben ging.

Emils Küsse waren nicht schlecht, aber wie alles an Emil, eben auch nichts Besonderes. Das klingt jetzt vielleicht hart, aber so ist das nun mal. Seine großen Hände begannen mich abzutasten und zu erforschen. Nichts daran war wirklich unangenehm, aber in Gedanken hätte ich auch Lernstoff für meine nächste Prüfung wiederholen können. Ihm aber jedenfalls schien es zu gefallen und seine Atmung wurde immer schwerer. Irgendwann zog er mich auf sich und ich löste mich von ihm. „Na, wie ist das jetzt mit küssen?“, fragte ich, lächelte ihn an und wollte damit eigentlich eine Pause einlegen. „Funktioniert.“, stöhnte er und zog mich wieder zu sich hinunter. Wir küssten uns wieder, es gab mehr Gefummel und er fasste mir zwischen die Beine.

Die Weihnachtszeit ist schuld!

Ich schäme mich ein bisschen dafür, nicht einfach alles unterbrochen zu haben und gegangen zu sein, aber irgendwie wollte ich diese Nähe dann doch, auch wenn ich sie nicht wirklich wollte, oder es sich nicht richtig gut anfühlte. Ich beschuldige an dieser Stelle einfach mal die Weihnachtszeit, in der man sich schnell mal einsam fühlt und dazu geneigt ist einiges in Kauf zu nehmen, nur um nicht alleine zu sein, oder ein bisschen Intimität zu teilen. So oder so, war es ganz schön armselig und ich hätte es mir sparen können. Richtig traurig wird es aber erst…

Beinhart dirigierte Emil meine Hände dann nämlich in Richtung seiner Jeans und öffnete freundlicherweise auch seinen Gürtel für mich. Neugierig war ich ja schon. Nachdem alles an Emil so außergewöhnlich groß war und ich mir neben ihm wie ein kleiner Minion vorkam, war ich einigermaßen überrascht beim ertasten seiner Boxershorts einen wirklich äußerst unterdurchschnittlich kleinen Penis vorzufinden. Der, wohlbemerkt, schon in erigiertem Zustand war! Ich war ohnehin nicht wirklich scharf auf diesen Typen und der Anblick seines „kleinen Mannes“ machte mich dann ziemlich nüchtern. Natürlich kann man auch mit kleinen Exemplaren Spaß haben, aber ein bisschen kommt es dann schon auf die Größe drauf an und wenn es eben nur rein um das Körperliche geht (für mich in dem Moment zumindest)…da muss man sich dann ja auch bitte nicht verpflichtet fühlen, die Sache zu Ende zu bringen. Als ich auch noch seine hängenden, schlaffen Hoden ‚auspackte‘, die mich ganz grauenvoll an meinen ersten Freund erinnerten, war der Love Train auf seinem Sofabett endgültig ohne mich abgefahren.

Größe und Ästhetik sind nicht unwichtig beim Mann

Zu Emils Verteidigung muss man sagen, dass er sich redlich bemühte, die ganze Angelegenheit auch für mich ‚schön‘ zu gestalten. Aber ich war einfach schon fertig mit ihm, noch bevor er begonnen hatte. Das Auge ‚isst‘ schließlich mit. Ich wollte ihn nicht brutal abservieren, blieb aber fast komplett angezogen und tat so als würde er es schaffen mich trotzdem bis zum Höhepunkt zu erregen. Wirklich stolz bin ich nicht darauf, aber nicht alles an meinem Stöhnen und Schreien war gespielt, weil er mir nämlich als ich ‚kam‘ ziemlich heftig in den Hals biss und meine langen Haare um seine Finger und Hände wickelte. Um ehrlich zu sein, wollte ich einfach nur, dass es endete.

„Jetzt bist du dran“, sagte ich deswegen und kniete mich schnell vor ihm auf den Boden zu seinem kleinen rosa Freund. „Boah bitte zieh deinen BH aus.“, stöhnte er und langte mir so grob an meine Brust, dass ich an dieser doch sehr Schmerz-unempfindlichen Stelle tatsächlich Schmerz empfand. Sehr uncool. Spannend war aber, dass ich seinen Schwanz wirklich vollkommen problemlos zur Gänze in meinen Mund führen konnte, ohne auch nur den Hauch von ‚zu viel‘ zu verspüren. Es war irgendwie schräg, ihn immer und immer wieder komplett bis ‚zum Anschlag‘ in meinen Mund nehmen zu können. Das war mir noch nie passiert. Emil jedenfalls stöhnte vor sich hin, sagte eine Menge ‚dirty‘ Dinge die ich nicht wirklich hören wollte und zerging unter meiner Führung förmlich vor Lust.

Der kleinste und schnellste Job der Welt

Glücklicherweise nahm das Schauspiel ein schnelles Ende, weil Emil es ohnehin nicht lange aushielt. „Kann ich auf deinen Titten kommen?“, hechelte er und verlor mich damit komplett. Was bitte ist ‚Titten‘ für ein hässliches und irgendwie abwertendes Wort?! Kein Fan!

Danach war Emil völlig losgelöst, küsste mich immer wieder auf die Stirn, streichelte mich, drückte mich an sich und suchte Nähe. Auch wenn der ‚Sex‘, den es ja eigentlich so nicht gab, weil ich meine Beine zu allen Zeitpunkten geschlossen und meine Hose an ließ, wirklich nicht mein Fall war, fand ich das gemütliche Zusammenliegen und Gehaltenwerden schön. Da war sie, die Nähe, die ich wohl gesucht hatte.

Schokolade als Entschädigung?

Der beste Teil des Abends war dann, als er fragte, ob ich ein Stück Schokolade haben wollen würde. Ein Mann der nach dem Sex Hunger auf Süßes hat und dann auch noch selbstlos mit dir Schokolade teilt?! Bingo! Wir lagen also da, knabberten ein bisschen an dunkler Vollmilchschokolade und ich ließ mich von ihm zärtlich halten und anfassen. Musik spielte immer noch im Hintergrund und ich merkte wie er, seine Lippen an meine Stirn pressend, langsam weg döste. Der Gute hatte in mehrerlei Hinsicht Ähnlichkeiten mit meinem ersten Freund…

Wie es weiter ging…

Er meinte zwar, ich könne bleiben und so weiter, aber im Grunde wäre es für mich schon viel früher an der Zeit gewesen aufzubrechen. Ich zog mir Schuhe und Mantel an, ließ mich von ihm noch einmal küssen und umarmen und sagen, wie schön das doch alles war und ließ ihn und seinen kleinen Penis schließlich in seiner großen Wohnung zurück. Auf dem fünf Minuten Heimweg versuchte ich mit mir selbst über das, was gerade passiert war ins Reine zu kommen und schüttelte den Kopf darüber, wie kompliziert alles zwischenmenschliche doch letztlich ist.

Am nächsten Tag schrieb er mir pünktlich nach meinem Schichtende auf der Arbeit. ‚Hey! Ich hoffe du hattest einen stressfreien Tag! War schön gestern :-*‘ Aha, dachte ich mir und ertappte mich dabei wie ich ein bisschen lächelte. Was war denn los mit mir? Mochte ich diesen Mann, mit dem ich so offensichtlich keine Chemie auf den ersten Anhieb hatte, jetzt doch? Ich fand es auf jeden Fall süß, dass er sich meldete.

Vielleicht sollte ich ihm wirklich noch eine Chance geben…

Ganz offensichtlich bin ich behindert

Es lief dann darauf hinaus, dass ich mich fast dazu durchgerungen hätte, diesem Kerl, der einfach so überhaupt nicht zu mir passt, horizontal nicht und auch in allen anderen Lebenslagen und Bereichen nicht, trotzdem eine Chance zu geben. Aber jetzt kommt der Hammer: Er wollte nicht! „Ich bin schon interessiert.“, schrieb er. „Aber es wäre vermutlich nicht klug.“

Sehr interessant, dachte ich mir. Aber wieso sollen nicht auch einmal Männer kompliziert sein?

Rock dein Leben…alleine

Im Endeffekt jedenfalls läuft es darauf hinaus, dass ich quasi von einem Typen, für den ich nichts empfinde und der eigentlich sowieso nie für mich in Frage gekommen wäre, abserviert bzw. zurückgewiesen wurde. Das muss man sich mal durch den Kopf gehen lassen!! Wie hatte ich es nur geschafft, mich in diese Lage zu bringen?! Unfassbar. ‚Rock das Leben‘, oder so ähnlich war seine letzte ‚Abschiedsnachricht‘ an mich und ich kann mir nur wiederholt an die Stirn greifen. Ernsthaft, wie verzweifelt muss man sein, sich mit so einem Typen einzulassen und dann auch noch VON IHM einen Korb zu bekommen?!

Aber so wirklich wurde ich dann doch nicht abserviert, weil er schon ‚etwas von mir wollte‘ nur war ich eben für ihn keine ‚Frau für zwischendurch‘ und für ‚mehr‘ hatte er im Moment nicht den Kopf. Oder so. Danke, dass ich das selbst entscheiden darf! Wie auch immer, Emil wäre sicherlich keine ‚große‘ Bereicherung (und ja, das ist eine fucking Anspielung!) für mein Leben gewesen und als er sich dann doch immer noch per Whatsapp-Nachrichten bei mir meldete und offensichtlich an seiner ‚Entscheidung‘ zweifelte, nahm ich sie ihm einfach ab und stellte klar, dass, was auch immer da vielleicht hätte stattfinden können, sicherlich nicht mehr stattfinden würde.

Her mit den besseren Zeiten!

Ist schon schräg, was man manchmal für Dinge tut, oder auf was man sich einlässt, nur um nicht alleine zu sein. Oder gibt es andere Gründe? Wieso wären wir sogar bereit, auf derart witzlose Kompromisse einzugehen? Warum?! Ich habe keine Antworten. Noch nicht.

Egal, ob es diesen Emil in meinem Leben nun wirklich gab oder nicht, es scheint jedenfalls so, als wäre ich mit der ‚Problematik‘ an sich nicht alleine. Aber das war’s dann jetzt wohl endgültig mit dem Jahr 2016 für mich. Ich bin bereit für bessere Zeiten.

Definitiv.

Ihr auch?

Bild: flickr

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Über itswaypastmybedtime

Ich bin eine kleine, über Berge hüpfende und dabei Edelweiß-Lieder singende (naaaa wer erkennt die Sound of Music reference?) Student-in des Alpenlandes die sich irgendwann mal hier her verirrt hat und jetzt wie Alice Gefallen am Wunderland gefunden hat. Ich schreibe über alles und nichts. Dinge die mir so passieren, Gedanken die ich in Worte fassen will oder die ein oder andere große Weisheit die ich in meinem jungen Leben schon kapiert hab und großzügig mit euch übrigen unwissenden und herumdümpelnden Mit-20ern teile ;-)

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