Home » StudiAlltag » Männer sprechen keine Hysterie
Männer sprechen keine Hysterie: Mann in rot-blauem Shirt vor Graffiti

Männer sprechen keine Hysterie

Es ist also so weit. Ich sitze Donnerstag Abend in meinem Wohnzimmer, schiebe mir Schokoerdbeeren in den Mund, die mich nicht wirklich überzeugen, dass sie gesund sind, weil sich irgendwo unter der Schokolade dann doch noch irgendwo Spurenelemente einer ehemals-Frucht befinden und trinke Limetten Hugo. Alleine. Weil ich das gut finde. Jetzt gerade.

Mädchen sein ist schwer

Eigentlich hätte ich mit Andi auf das Sozifest oder mit Taryn in den einen Film gehen können, aber eigentlich wollte ich nichts so wirklich davon. Stattdessen sitze ich jetzt also da, schaue Doctor’s Diary, frage mich warum ich das nicht schon eher für mich entdeckt habe, hänge zwischendurch Wäsche auf und weiß nicht ob ich mich wegen des ganzen nicht nachvollziehbaren Fatshamings in der Serie vor Lachen kugeln oder eher empören sollte. Es wird über die Folgen hinweg dann eine unschlüssige Kombination aus beidem. Sinnbild meines Lebens. Achja. Mädchen sein ist schwer.

Sex oder Schokofondue

„Das war übrigens kein Sex sondern Schokoladenfondue.“, schreit Gretchen Haase mit den wilden blonden Locken und dem Hang zu rosa Klamotten und scheiß gemeinen Männern. „Ich spreche ganz schlecht Hysterisch“, stellt Marc klar und ist damit eher weniger unterschwellig sexistisch. Trotzdem liegt Komik in dem was er da sagt. Frau Dr. Haase spricht auch kein Arsch. Ich denke, ich habe das Kommunikationsproblem der beiden entschlüsselt. Trotzdem verfällt sie ihm immer und immer und immer wieder. ‚Wie macht er das?‘, fragt sie sich. Niemand weiß es. Wir sind wohl alle ein bisschen Haase. Oder gaga. Vielleicht ist das auch das Selbe.

Donnerstags ohne Doktor, dafür mit Diary

Ich verbringe meinen Donnerstag Abend also zur Abwechslung nicht mit irgendeinem vielleicht-irgendwann-mal-Doktor, sondern mit Doctor’s Diary. Und das ist okay. Mehr als das. Nicht, dass Jonas es nicht versucht hätte. Er könnte sich von der Post-Prüfungs-Fete früher abseilen und vorbei kommen, schreibt er. Mir zur Liebe natürlich. „Neeee, lass mal.“, meine ich und meine das auch so. Ich will meine Schokoerdbeeren mit ihm nicht teilen. Er mag ja von sich glauben selbstlos zu sein, ich hab nicht so viel Energie, um da jemandem was vor zu machen. Inklusive mir. Vom Hugo ist sowieso nichts mehr da.

Wenn nichts mehr geht, geht Kuchen

„Ich will einfach ein bisschen mehr Romantik“, jammert Gretchen und ich trinke auf diesen Schwachsinn. „Guck dir an was aus uns geworden ist.“, seufzt ihre Mutter. „Zwei verlassene Frauen. Attraktiv. Unabhängig und doch unglücklich.“ Trifft den Nagel ziemlich auf den Kopf, die Dame. „Er liebt mich nicht!!!“, heult Gretchen und holt sich dann noch ein Stück Kuchen. Universales Heilmittel. Ich hab nicht mal ein Medizinstudium gebraucht, um das heraus zu finden.

Mensch, Meier!

Marc (den seine Mutter auch gerne an seinen Zweitnamen Olivé erinnert und ihn damit zur Weißglut bringt und der mit Nachnamen Meier heißt) appelliert an alle Gehirnzellen von Frau Dr. Haase, die noch nicht an Torschlusspanik oder Schokofondue erstickt sind und scheitert. Vermutlich aber scheitert er eher an seinem Ego als an der weiblichen Natur.

„Ich will ihn nicht mehr lieben!“, weint Gretchen. „Das macht mich wahnsinnig!“ Achja Gretchen. Das kennen wir doch alle. Ein hoch auf die Frauen-Klischees! Wenn sie noch einmal ihre blond gefärbte Mähne herumwirbelt und sich auf die Unterlippe beißt, kommen mir die Schokoerdbeeren gleich wieder hoch und ich muss abschalten und das wäre doch blöd. Dann wäre ich ja mit mir und meinem verrückten Frau-Sein alleine und das wäre fatal. Schluss jetzt, mit den eher weniger frischen reaktionären Brisen, schließlich muss ich ja noch mein Referat für das Gender-Studies-Seminar vorbereiten. Was ist das Student(innen)-Leben doch schön!

Bild: pexels

Diesen Inhalt teilenTweet about this on TwitterShare on FacebookShare on Google+Email this to someoneShare on TumblrPin on Pinterest

Über itswaypastmybedtime

Ich bin eine kleine, über Berge hüpfende und dabei Edelweiß-Lieder singende (naaaa wer erkennt die Sound of Music reference?) Student-in des Alpenlandes die sich irgendwann mal hier her verirrt hat und jetzt wie Alice Gefallen am Wunderland gefunden hat. Ich schreibe über alles und nichts. Dinge die mir so passieren, Gedanken die ich in Worte fassen will oder die ein oder andere große Weisheit die ich in meinem jungen Leben schon kapiert hab und großzügig mit euch übrigen unwissenden und herumdümpelnden Mit-20ern teile ;-)

Schau mal

Sanduhr mit Schriftzug: Regelstudienzeit

R wie Regelstudienzeit

Die Regelstudienzeit ist die festgelegte Zeit, die du brauchen solltest, um dein Studium abzuschließen. Ursprünglich …



Für eine uneingeschränkte Nutzung unserer Website werden Cookies benötigt. Bitte stimme der Verwendung von Cookies zu, um alle Funktionen der Website nutzen zu können. Weitere Informationen

Cookies sind kleine Dateien, die es ermöglichen, auf dem Zugriffsgerät der Nutzer (PC, Smartphone o.ä.) spezifische, auf das Gerät bezogene Informationen zu speichern. Sie dienen zum einem der Benutzerfreundlichkeit von Webseiten und damit den Nutzern (z.B. Speicherung von Logindaten). Zum anderen dienen sie, um die statistische Daten der Webseitennutzung zu erfassen und sie zwecks Verbesserung des Angebotes analysieren zu können. Die Nutzer können auf den Einsatz der Cookies Einfluss nehmen. Die meisten Browser verfügen eine Option mit der das Speichern von Cookies eingeschränkt oder komplett verhindert wird. Allerdings wird darauf hingewiesen, dass die Nutzung und insbesondere der Nutzungskomfort ohne Cookies eingeschränkt werden. Mit dem Aufenthalt auf dieser Website akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies.

Schließen