Was will ich eigentlich? Die Antwort auf die Frage - Studiblog
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Was will ich? - Mädchen steht vor einem See

Was will ich eigentlich?

„Was willst du?“, fragt er mich und spricht damit laut aus, was ich mir selbst nur in ganz seltenen Momenten der Klarheit, ironischerweise meistens mitten im Chaos, vorsichtig im Spiegelbild zuflüstere.

„Was willst du?“, wiederholt er. Diesmal noch etwas lauter, dabei weiß er, dass ich ihn auch schon beim ersten Mal verstanden habe. Aber er weiß auch, dass er es wirklich wissen will. Deswegen fragt er nochmal lauter. Vermutlich mehr für sich als für mich. Es liegt die Forderung einer Antwort in dieser Frage. „Was willst du?“

Was will ich? Ich will,

dass meine Haare an den Enden nicht splissig werden.

dass ich von Schokolade keine Pickel bekomme.

dass ich Nachts in mein Bett krabble und einfach mal einschlafe, ohne davor noch stundenlang grübelnd wach zu liegen.

dass wieder mehr Briefe und weniger schmierige Whatsapp-Nachrichten geschrieben werden.

mein Herz an jemanden verlieren, der es wert ist und es behalten möchte und darauf aufpasst, weil er weiß wie wertvoll es ist. Am besten so lange ich lebe.

nocheinmal 16 sein. Nur für einen Tag und mich mit all den Leuten treffen und all die Dinge tun, die ich verloren haben.

feuchte Hundeküsse am Morgen. Jeden Morgen.

Regen in Afrika.

mit lächerlich hohen Schuhen stolperfrei durchs Leben laufen.

gedankenverloren von jemandem auf die Stirn geküsst werden, einfach weil das in unserem gemeinsamen Alltag nicht zur Routine, aber zur Gewohnheit wurde.

den ersten und letzten Tanz mit dir tanzen.

weniger Uni und mehr Leben.

lange Abende am Lagerfeuer mit meinen engsten Freunden, mit denen ich in die Sterne schaue und herausfinde was dort geschrieben steht.

alleine sein ohne mich dabei einsam zu fühlen.

und ein bisschen Weltfrieden. Weltfrieden will ich auch.

Was ich will ist all das und noch ganz viel mehr

Aber nichts davon sage ich laut. Es sind erst Gedanken, die zu Ideen werden und langsam in mir reifen, bevor ich sie mit jemandem teilen kann. Wenn du Acht geben würdest und geduldig wärst, würdest du merken, dass ich gerade mit dir spreche, ohne Worte. Dass ich deinen Blicken nicht ausweiche, sondern mich ihnen öffne. Mich dir öffne. Aber noch keinen Schritt auf dich zu machen kann, weil ich Angst habe dabei ins Stolpern zu geraten und mich selbst wieder zu verlieren, bevor ich noch bei dir angekommen bin. Weil ich noch nicht bei mir angekommen bin.

„Was willst du?“, fragt du noch einmal und es ist das zittrige Flehen in deiner Stimme, das mich fast loslaufen lässt. Zu dir hin. Aber ich kann nicht. Noch nicht. Weil ich zuerst mich will, bevor ich jemand anderen wirklich wollen kann. Und ich habe mich noch nicht (gefunden). Verstehst du? Ich würde mir so sehr wünschen, dass du es verstehst. Aber du hörst mich nicht. Siehst mich nur und…verpasst dabei doch alles.

Du stehst von unserem Platz am See auf und gehst. Ohne ein weiteres Wort. Und ich? Ich bleibe sitzen und lasse dich gehen. Warum? Weil ich das vielleicht auch will. Oder zumindest wollen muss. Man kann nicht immer haben, was man will. Und vielleicht ist das ja jetzt genau das was ich brauche. Mich, alleine am See. Ohne dem Haus, von dem der bärtige Mann im Radio pausenlos sang und ohne dich. Einfach mal ich. Einfach mal einfach.

Bild: pixabay

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Über itswaypastmybedtime

Ich bin eine kleine, über Berge hüpfende und dabei Edelweiß-Lieder singende (naaaa wer erkennt die Sound of Music reference?) Student-in des Alpenlandes die sich irgendwann mal hier her verirrt hat und jetzt wie Alice Gefallen am Wunderland gefunden hat. Ich schreibe über alles und nichts. Dinge die mir so passieren, Gedanken die ich in Worte fassen will oder die ein oder andere große Weisheit die ich in meinem jungen Leben schon kapiert hab und großzügig mit euch übrigen unwissenden und herumdümpelnden Mit-20ern teile ;-)

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