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Frust im Bett, Frau sitzt aufrecht im Bett neben ihrem schlafenden Freund - Artikelbild zum Thema "Entvögelt, wenn Sex verkompliziert"

Entvögelt – wenn Sex verkompliziert [Teil1]

Dass ich ein Beuteschema habe, kann man in Sachen Sex behaupten. In Sachen Liebe nicht. Da verliebe und entliebe ich mich in die unterschiedlichsten Männer. Ganz wahl-und-willenlos. Eines aber fällt auf: Ich gerate sehr oft an Philipps. Manche schreibt man mit einem L. Manche mit zwei. Andere wieder mit zwei Ps, oder dann doch nur mit einem. Hin und wieder, kommt einer ohne H vorbei. Philipps sind vielleicht, ganz unfreiwillig, meine Achillesverse.

Deswegen sind alle sehr belustigt, dass ich mich nun schon wieder mit einem Philipp treffe. Mir wäre auch lieber, er würde anders heißen, aber zumindest kann es mir dann nicht so leicht passieren, dass ich während dem Sex einen anderen Namen rufe.

Philipp, habe ich drauf 😉

Seine Freunde nennen ihn auch 27 Dresses-Phil, weil er sich den Kathrine Heigel Film damals ernsthaft im Kino angeschaut hat. Er ist seit ca. einem Jahr single, kommt aus einer langjährigen Beziehung, die sich wohl irgendwann einfach auseinander gelebt hat und arbeitet irgendwas mit Computern.

Dieser neue Philipp hört Hip-Hop und scheint eine Menge schräger Kumpels zu haben und eine Männer-Runde, mit der er einmal im Jahr Männer-Urlaub macht. Er hat drei Tage vor mir Geburtstag (am gleichen Tag wie mein Opa), wurde allerdings etliche Jährchen vor mir geboren und sein Bart ist weich.

Überhaupt, scheint der neue Philipp sehr nett zu sein

Wir gingen auf vier Dates, ohne dass er mich küsste. Er meinte dann aber immer hinterher, dass er es gerne getan hätte. Ich hatte ein bisschen Herzflattern und das hatte ich schon gefühlte Ewigkeiten nicht mehr. Eines Nachts stand ich um 2 Uhr Früh, angetrunken mit Rotwein, vor seiner Tür und suchte um Asyl an. Im Vorhinein war schon geklärt worden, dass ich es bekommen würde und dass er sich sehr, sehr, sehr darüber freuen würde. Er war auch leicht angetschechert (wie man in Österreich sagen würde).

Ich lief den ersten Stock hinauf, er stand schon in der Tür und diese war noch nicht ins Schloss gefallen, da küssten wir uns schon. Endlich! Wir hatten uns noch nie geküsst, dabei war ich schon so neugierig und mein angetrunkenes Ich auf jeden Fall mutiger. Es war gut. Mein erster Raucher. Mein erster Küsser-Brillenträger. Der neue Philipp war in vielerlei Hinsicht neu. Ich mochte das.

„Ich schätze mal, du willst nichts trinken?“, fragte er und wir grinsten zwischen und inmitten unserer Küsse. Ich schüttelte den Kopf. „Nicht unbedingt.“, sagte ich. „Also später vielleicht. Aber jetzt nicht unbedingt.“ Die Wohnung zeigte er mir aber kurz. Sie war schön. Praktisch. Aber schön. Er hatte aufgeräumt. Für mich.

Ich kam mir sehr special vor

Es war abenteuerlich, wie schnell wir über einander in seinem Schlafzimmer herfielen. Er war super effizient. Ich auch. Und alles was da so körperlich zwischen uns passierte, war schön. Harmonierte gut. Ich musste ihm nichts erklären, keine Anweisungen oder Tipps geben. Der Junge fand seinen Weg ganz intuitiv. Ich anscheinend auch, denn als ich fragte, ob er es gerne langsamer oder schneller, oder mit Zähnen, oder ohne…oder wie auch immer haben wollte, als ich mich ihm widmete, da stöhnte er nur, dass alles absolut perfekt sei und ich bitte gar nicht fragen müsse.

Bestätigung beflügelt mich

Nach dem ersten Mal, lagen wir im Bett und er hielt mich in seinen Armen und küsste meine Stirn. „Wahnsinn.“, murmelte er und ich drückte ihm einen Kuss auf die Schulter, auf der mein Kopf lag. „Es klingt jetzt wahrscheinlich voll dämlich, wenn ich dir sage, dass ich das sonst eigentlich überhaupt nicht mache!“, lachte er. Ich grinste. Ich machte das so eigentlich auch nicht. Mitten in der Nacht war ich noch nie zu einem Typen gefahren. Schon gar nicht zu einem, den ich mochte.

Er schlief ein. Ich lag noch ein bisschen wach. Es war ein unruhiger, seltsamer Schlaf, der uns beide überkam. Wir schliefen abwechselnd neben und dann wieder miteinander. Ich mochte das. Es fühlte sich gut an. Er fühlte sich gut an. Seine Arme sind so stark. Wenn er meinen ganzen Körper, unter ihm, umarmte, dann hatte ich das Gefühl absolut beschützt und behütet zu sein. Das war kein einengendes Gefühl.

Ich fühlte mich sehr frei mit ihm

Irgendwann, gegen fünf Uhr Morgens, hatten wir uns in den Schlaf gevögelt. Er schlief wieder vor mir ein und sein gleichmäßiges Brummen und Schnarchen, ließ mich bald darauf auch weg dösen. Das mit dem Kuscheln klappte nicht so ganz und deswegen blieb dann jeder auf seiner Hälfte des Bettes. Er griff aber immer wieder im (Halb)Schlaf nach mir. Das wertete ich als gutes Zeichen.

In der Früh, war ich dann um 8 Uhr definitiv wach und schaffte es auch nicht mehr, weiter neben ihm im Bett zu liegen. Die Vögel tyrannisierten uns und auch die Kirchenglocke schien direkt neben seinem Fenster zu schlagen. Ich stand auf, machte meine Rücken-Übungen, holte mir ein Glas Wasser aus der Küche und spazierte in der Wohnung umher. Alles war hell und freundlich und einladend. Fremd war ich hier trotzdem. Asylbescheid hin oder her.

Ich fühlte mich verloren in seiner Wohnung

Vielleicht auch in seinem Bett. Der Rotwein-Blick war verschwunden und Panik machte sich breit. Panik, die ich auch als Angst beschreiben würde, dass es ihm genauso ging wie mir. Dass er nicht deswegen nicht aufstand, weil er müde war und kaum geschlafen  hatte, sondern weil er es vermeiden wollte, mit mir reden zu müssen. Sich mit mir auseinander setzen zu müssen. Weil wir uns irgendwie gegenseitig den Lack abgevögelt hatten. Kennt jemand dieses Phänomen?

Nach einer Weile wurde ich immer unrunder und unsicherer. Ich legte mich zwar nochmal kurz zu ihm ins Bett (er hat definitiv nicht die ganze Zeit über tief und fest geschlafen…), aber wurde mit jeder Minute fühlbar unglücklicher. Das hier fühlte sich alles ganz falsch an. Wieso benahm er sich denn so? Er war es doch, der mir erzählt hatte, dass ihn seine innere Uhr schon immer um 6.30 Uhr spätestens wecken würde. Mittlerweile war es 9 Uhr früh

Ich hatte mir das irgendwie anders vorgestellt

Ich zog mich an, weil ich das Gefühl hatte gehen zu müssen und es ohnehin klug war, auf der Uni vorbei zu schauen und er fragte mich, als ich meine Seite des Bettes machte, ob ich jetzt gehen würde. Nach was sahs denn aus, Sherlock? Meine Zähne hatte ich mir schon geputzt, meine Sex-Haare band ich zu einem Zopf zusammen und bevor ich ging, klaute ich mir noch Nüsse aus einer Schale in der Küche und drückte ihm einen Kuss auf den Mund. Wenig leidenschaftlich. Philipp wünschte mir einen schönen Tag und … dann war ich weg.

Auf dem Weg zur Uni versuchte ich mich zu beruhigen. Vermutlich reagierte mein After-Sex-Hirn post-drunk einfach nur über. Der neue Philipp war einfach nur müde und ich redete mir da viel zu viel ein. Er würde jetzt noch ein paar Stunden schlafen und im Laufe des Tages würde er sich melden. Immerhin hatten wir sowas wie Pläne, den Abend gemeinsam zu verbringen. Zumindest bevor ich dann um 2 Uhr Früh mit ihm der Fleischeslust gefrönt hatte. Aber darüber würde ich mir jetzt keine Sorgen machen.

Nur nichts dramatisieren

In dem Moment, in dem ich mich einigermaßen wieder im Griff hatte, blinkte mein Handy auf. Ich dachte schon es wäre der neue Philipp gewesen, aber es war dann doch „nur“ eine Freundin. Sie hatte mich unter einem zusammenfaltbaren Weinglas auf Facebook verlinkt. Sie war es auch gewesen, mit der ich mich am Abend zuvor angetrunken hatte. Ich macht meiner Freude über diese innovative Idee bekannt und war schon dabei mein Handy wieder in die Untiefen meiner Tasche verschwinden zu lassen, da sah ich einen Post. Von Philipp, von vor 25 Minuten. Ungefähr genau dann also, als ich seine Wohnung verlassen hatte. Schlagartig, war das schlechte Bauchgefühl wieder da. Auch eine Stunde später, hatte er sich immer noch nicht bei mir gemeldet.

Hier geht’s zu Teil 2!

Bild: pixabay

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Über itswaypastmybedtime

Ich bin eine kleine, über Berge hüpfende und dabei Edelweiß-Lieder singende (naaaa wer erkennt die Sound of Music reference?) Student-in des Alpenlandes die sich irgendwann mal hier her verirrt hat und jetzt wie Alice Gefallen am Wunderland gefunden hat. Ich schreibe über alles und nichts. Dinge die mir so passieren, Gedanken die ich in Worte fassen will oder die ein oder andere große Weisheit die ich in meinem jungen Leben schon kapiert hab und großzügig mit euch übrigen unwissenden und herumdümpelnden Mit-20ern teile ;-)

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