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Tinder: Junge Frau mit Handy in der Hand denkt an sich mit einem Partner.

Tinder? Was suchst du eigentlich hier?

Ach! Wie ich diese Tinder-Fragen vermisst habe!

Fast so oft wie „Wie heißt der Hund in deinem Bild?“, bekomme ich die „Nach was suchst du?“-Frage. Gleich nach dem nichts-sagenden „Heeeey :-)“ und „Wie gehts?!“ Ich könnte nicht angezipfter sein. Irgendwie muss man trotzdem eine Unterhaltung beginnen. Schon klar. *grummelgrummelgrummel*

Aber natürlich haben sie vollkommen recht, zu fragen, was ich mir von Tinder erwarte. Eigentlich sind mir die Typen, die das davor klären, auch um einiges lieber als die, die’s danach tun, oder auch nie und sich das alles irgendwie verläuft oder seinen Lauf nimmt, ohne dass man weiß, wohin man unterwegs ist. Aber eigentlich weiß man das ja auch nicht bei den Typen, mit denen man eine Art fixe Vereinbarung hat.

Nach was suche ich?

Früher habe ich auf solche (dummen) Fragen einfach geantwortet, dass ich wohl zu neugierig bin, um nicht auf Tinder angemeldet zu sein und mir damit, hauptsächlich, die mühsamen Stunden in der Vorlesung oder vor dem Einschlafen vertreibe. Anfänglich checkte ich auch noch überhaupt nicht, dass diese subtilen Fragen eigentlich immer nur auf ungezwungenen Sex hinauslaufen sollen. Ich war so naiv.

Jetzt bin ich also wieder auf Tinder und fühle mich als wäre ich gescheitert. Ist das doof? Vermutlich. Bin ich halt ein kleines bisschen doof. Auch gut. Im Moment finde ich alles ziemlich doof, auch die Tinder-Typen. Aber nicht auf Tinder zu sein ist für mich im Moment auch keine Option. Also schlage ich mich mit den „Was suchst du hier?“- Fragen herum.

Die Wahrheit ist,…

…dass ich deswegen so genervt von dieser Frage bin, weil ich nicht wirklich weiß, wonach ich suche bzw. es mir noch nicht eingestehen will. Höchst wahrscheinlich suche ich in all diesen Typen Mark. Aber ich weiß wo Mark ist. Mit wem Mark ist. Das macht nichts von all dem, von meinen Tinder-Ausflügen, besser.

Langsam sollte ich mir mal eingestehen, dass ich gerne wieder in einer Beziehung wäre. Dass ich das erste Mal wirklich gerne in einer Beziehung wäre und all diese dämlichen Händchenhalten-Küssen-im-Park-auf-seinem-Schoß-sitzen-neben-ihm-aufwachen-gemeinsame-Bilder-knipsen-Scheiß machen und haben will. Bei meinem Ex-Freund hielt ich es wie Melania Trump und verweigerte jede öffentliche zur Schaustellung von Zärtlichkeiten und fand auch ansonsten alles in diese Richtung einfach nur überflüssig. Jetzt anscheinend nicht mehr.

Ich will gewollt werden

Mich beschleicht das unangenehme Gefühl, dass ich mir dadurch Bestätigung und Selbstwert holen will. Ich will gewollt werden. Nicht nur fürs Bett oder ein bisschen Rumgeknutsche, weil er mich hübsch findet, sondern als GANZES. So im Paket. So als „seins“. Ich will von einem Mann angeschaut werden und das Gefühl haben, dass er denkt, dass ich das Beste bin, das ihm je passiert ist und passieren wird. Dass er nicht mehr weiter wischt und sucht, weil er hat was er will. Mich. Wahnsinn, wie bescheuert sich das liest!

Was antworte ich also, wenn mich einer fragt, was ich denn auf Tinder suche? Meistens „Was ich finden kann.“, hin und wieder aber auch: —„Vielleicht ja dich ;-)“ …vermutlich aber eher nicht. Das ist ja schließlich Tinder.

Tinder: Scrubs J.D. "[screams internally"]

Bild: pexels | pixabay

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Über itswaypastmybedtime

Ich bin eine kleine, über Berge hüpfende und dabei Edelweiß-Lieder singende (naaaa wer erkennt die Sound of Music reference?) Student-in des Alpenlandes die sich irgendwann mal hier her verirrt hat und jetzt wie Alice Gefallen am Wunderland gefunden hat. Ich schreibe über alles und nichts. Dinge die mir so passieren, Gedanken die ich in Worte fassen will oder die ein oder andere große Weisheit die ich in meinem jungen Leben schon kapiert hab und großzügig mit euch übrigen unwissenden und herumdümpelnden Mit-20ern teile ;-)

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