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Hund liegt gelangweilt am Boden - Verdeutlichung des Artikelthemas 'Boreout'.

Boreout – gelangweilt und unterfordert im Job und Praktikum

Boreout – das andere Burnout.

Glückwunsch! Du hast endlich deinen Traum-Praktikumsplatz oder Traumjob ergattert und freust dich darauf, dein Wissen und deine Erfahrung ins Unternehmen einzubringen. Im Gegenzug lernst du alle Arbeitsschritte kennen und sammelst so noch mehr Erfahrung für die Zukunft.

So sollte es zumindest im Idealfall laufen. Leider ist es jedoch oft so, dass Firmen die Kompetenzen ihrer Praktikanten und Angestellten nicht richtig ausschöpfen und sie stattdessen zu sinnlosen und stumpfsinnigen Arbeiten verdonnern, die sie schlichtweg unterfordern. Schlägt sich diese ständige Unterforderung und Langeweile bei der Arbeit nach Wochen oder gar Monaten letztlich aufs Gemüt und auf die Psyche nieder, redet man in Anlehnung an das Burnout-Syndrom von einem Boreout. Das ist auf keinen Fall zu unterschätzen. Ähnlich wie bei dem bekannteren Burnout-Syndrom kann dich ständige Unterforderung am Arbeitsplatz nämlich ebenfalls psychisch krank machen und auf Dauer auslaugen.

Die Symptome des Boreout

Einfach gesagt, ist Boreout nichts anderes als das Gegenteil vom Burnout-Syndrom. Im Wesentlichen gibt es drei Merkmale eines Boreouts:

  • Unterforderung
  • Langeweile und
  • Desinteresse.

Das heißt jetzt aber nicht, dass Arbeitnehmer, die unter diesen Symptomen leiden, von Grund auf faul sind. Im Gegenteil: Du würdest vielleicht auch am Anfang erst einmal die viele Freizeit genießen, die du während deines Jobs hast, weil dir keine anspruchsvollen Arbeiten anvertraut werden. Doch irgendwann wird es dir leid, jeden Tag lediglich deine Arbeitsstunden bis zum Feierabend abzusitzen. Du würdest dich gerne mehr in das Unternehmen einbringen – doch deine Vorgesetzten lassen dich nicht.

Was machst du dann? Du tust wenigstens so, als ob du beschäftigt wärst, erledigst in Wirklichkeit jedoch private Angelegenheiten. Das machen zumindest die meisten, die sich bei ihrer Arbeit unterfordert fühlen. Bei einem Bürojob lässt sich dies natürlich am besten verschleiern und deswegen kommt Boreout auch hauptsächlich in diesen Berufen vor. Gerade dieses „So-Tun-Als-Ob“ ist beim Boreout die größte Gefahr, denn das geschäftig tun kostet ebenso wenn nicht sogar mehr Energie, als wirklich etwas Sinnvolles zu erledigen.

Die Folge: Du bist am Ende des Tages total erschöpft und ausgelaugt. In einer Studie der Deutschen Angestellten-Krankenkasse DAK von 2011 gaben 60 Prozent der jungen Arbeitnehmer an, in ihrem Beruf unterfordert zu sein. Dabei würden sie sich zutrauen, viel mehr zu leisten, da sie eine gute Ausbildung genossen haben. In ihrem Job können sie ihre Fähigkeiten jedoch nie richtig zeigen. Dass sich dies bei vielen von ihnen zu einem Boreout, also einer akuten Erschöpfung wie beim Burnout, entwickeln kann, ist bei Ärzten und Psychologen gleichermaßen mittlerweile als Krankheit anerkannt.

Tipps

Wie bereits erwähnt, flüchten sich die meisten Boreout-Opfer in ihre erfundene Arbeit. Damit beginnt meistens ein wahrer Teufelskreis der Langeweile: Du tust beschäftigt, dein Chef sieht das und gibt dir deshalb keine neuen Aufgaben und du sitzt am Ende wieder gelangweilt und unterfordert da.

Wenn du wirklich willst, dass sich etwas an dieser Situation ändert, wirst du nicht an einem Gespräch mit deinem Vorgesetzten herumkommen. Sag ihm unter vier Augen ruhig, dass du dich bei deiner Arbeit nicht genug ausgelastet fühlst und dass du gerne mehr anspruchsvollere Aufgaben übernehmen möchtest. Es kann ja wirklich sein, dass dein Chef gar nicht gemerkt hat, dass du durchaus belastbar bist. Vor allem Praktikanten werden gerne einmal unterschätzt und ihnen werden keine wichtigen Aufgaben übertragen. Wenn du selbstbewusst erklärst, dass du dich gerne einer neuen Herausforderung stellen würdest und dass dein Chef dir vertrauen kann, dann hast du gute Chancen, bald an anspruchsvolleren Projekten zu arbeiten.

Doch du solltest auch beachten, dass du vor allem als Praktikant oder während deiner Anfangszeit im Job nicht gleich davon ausgehen kannst, komplett eigenverantwortlich Großprojekte zu leiten. Das wäre dann doch ziemlich unrealistisch. Zudem fällt in jeder Firma auch mal Kleinmist an, den irgendjemand erledigen muss, also solltest du dich nicht gleich beschweren, wenn du mal stumpfsinnig Zahlen in die Tasten hauen musst. Das muss schließlich auch mal gemacht werden. Lediglich, wenn du das Gefühl hast, ständig Arbeiten unterhalb deiner eigentlichen Qualifikation verrichten zu müssen, obwohl in deinem Praktikums- oder Arbeitsvertrag ganz andere Aufgabenfelder beschrieben sind, solltest du etwas dagegen tun. Letztendlich liegt die Entscheidung aber bei deinem Arbeitgeber, wie er welche Aufgaben unter seinen Mitarbeitern verteilt. Wenn er diese ungleichmäßig verteilt, das aber auch nach vehementem Hinweisen nicht einsehen will, solltest du darüber nachdenken, ob du dir nicht doch einen neuen Praktikums- oder Arbeitsplatz suchen solltest. Sowohl zu viel, als auch zu wenig Stress macht nämlich auf Dauer unglücklich und krank.

Selbsttest

Das Boreout-Syndrom ist bei Weitem noch nicht so bekannt, wie das Burnout-Syndrom und daher wissen Betroffene oft gar nicht, dass sie darunter leiden. Stattdessen versinken sie bei der Arbeit in ihrer Langeweile. Wenn du dich auch oft dabei erwischst, wie du bei der Arbeit ständig private Dinge im Internet erledigst aus Mangel an Beschäftigung, dann könntest du vielleicht schon vom Boreout gefährdet sein. Hier kannst du den Selbstcheck machen.

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