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Auf einem Popcorn-Becher ist abgebildet: Handys im Kino verboten

Handys im Kino – geht’s eigentlich noch?!

Ich habe mich sehr auf diesen Tag gefreut

Seit Wochen fiebere ich der neuen Staffel Game of Thrones entgegen und nun sitze ich endlich hier. Die Karte für das Event, bei der die erste Folge der 7. Staffel den Fans präsentiert wird, habe ich gewonnen. Nichts kann mir diesen Moment kaputt machen. Ich habe eine tolle Begleitung, gute Plätze im Kino und Popcorn.

Eine kurze Ansprache noch und dann hebt sich der Vorhang. Und plötzlich, wie als wären sie Marionetten, heben viele Menschen im Raum simultan mit dem Vorhang ihre Handys. Und das nicht unauffällig. Auch das Mädchen neben mir filmt, was direkt vor ihr auf der Leinwand geschieht. Anfangs hatte ich noch die Hoffnung, dass nur das packende Intro die Menschen so berührt, dass sie es mit ihren entfernten Freunden über ihr Smartphone teilen müssen. Denn seien wir ehrlich, wer summt es nicht mit? Das Filmen hört auf, die hellen, vereinzelten Lichtpunkte im Kinosaal werden ausgeknipst. Genau 59 Minuten dauert diese Folge. Schon nach 20 Minuten schaut meine Sitznachbarin, ob sie schon neue Nachrichten und Reaktionen auf das, jedem bekannte, Intro bekommen hat.

Das Handydisplay wird schwarz

Anscheinend ist dem nicht so. 14 Minuten später passiert etwas, was viele Leute so überfordert, dass sie es ihren Kontakten schicken müssen, um sich bestätigen zu lassen, dass sie das auch sehen können. Der Sänger Ed Sheeran hat nämlich einen kleinen Gastauftritt in dieser Episode. Über die gesamte Laufzeit der Szene versucht das Mädchen neben mir ein Foto von ihm zu machen und blendet dabei Dialog und Handlung aus. Es kursieren zwar hunderte Bilder von genau dieser Szene im Netz, aber vielleicht haben die Snapchat-Freunde noch keines davon gesehen.

Dass meine Sitznachbarin auch an diese Menschen denkt, rührt mich. Den Rest der Folge verbringt sie hin- und hergerissen zwischen Handy und Kino-Leinwand, wobei ich mich frage, ob sie wirklich sieht und wahrnimmt was passiert oder nur wartet bis etwas passiert, damit sie es posten kann. Umso mehr überrascht mich ihre Reaktion am Ende der Folge. Total beeindruckt, auf ihr Handy schauend, teilt sie ihrer Freundin mit wie krass das war. Doch wie krass kann es schon sein, wenn das Handy spannender ist. Wenn es wichtiger ist zu teilen was man gerade tut, anstatt es einfach zu genießen.

Bin ich die einzige, die es nervig und überflüssig findet, wenn die Hälfte der Kinobesucher filmt, was man sich auch im Internet anschauen kann? Der ganze Aufwand, damit „Freunde“ sich ein verwackeltes Video mit Popcorn Geraschel im Hintergrund anschauen können…oder müssen? Ist es zum Angeben oder weil man sonst nicht weiß, was man 59 Minuten außer still sitzen machen soll? Um danach in Erinnerung schwelgen zu können? Manche Menschen schaffen es anscheinend einfach nicht mehr eine Veranstaltung ohne Beweise zu verlassen. Dass es aber so weit geht, hätte ich nicht gedacht.

Bild: pexels

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Über Betty

Ich bin Betty, knapp 19 Jahre alt und studiere Germanistik. Nebenbei mache ich eine Ausbildung zur Taxifahrerin, um mir für später ein Zweites Standbein aufzubauen. Ich mag Ironie und Sarkasmus und schreibe über alles was mich aufregt, was mich interessiert, mich traurig oder fröhlich macht. Nach meinem Studium möchte ich ein Volontariat im Verlag machen, um meine Chancen auf eine Stelle als Lektor zu erhöhen. Aber auch die Arbeit beim Radio, Fernsehen oder bei einer Zeitung hab ich mir als Ziel gesetzt.

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