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Plötzlich ist Rosa krank: Ein Krankenhauszimmer

(Über)leben – plötzlich ist Rosa krank

Rosa ist ein Twentysomething wie du und ich

Rosa ist gerade mal 24 Jahre alt. Nach einer eher unaufgeregten Schullaufbahn fand sie sich mit Anfang 20 auf einer Uni wieder, in einem Studiengang, in dem sie ihr wissenschaftliches Glück fand. Einige Jahre zogen ins Land. Gute und schlechte Zeiten. Die Hochs und Tiefs des Twentysomething-Lebens wurden durchstanden, unfaire Professoren besiegt, der erste Liebeskummer mit Freunden begossen und die WG-Kollegen zu Geschwistern. Rosa fand auf ihre eigene Weise ins Erwachsenenleben und fühlte sich dort jeden Tag sicherer. Sie spürte und sah in den lachenden Gesichtern ihrer Kommilitonen, dass das ganze Leben noch vor ihnen lag. Die Welt ihnen offen stand. Wie könnte es auch anders sein?

Mehr als das Überleben auf der Uni

In diesen Wochen hat Rosas letztes Studienjahr begonnen. Master of Science – das war das selbst gesteckte Ziel. Aber anstatt im Hörsaal, bei ihren Kollegen, sitzt Rosa heute in einem möglichst sterilen Warteraum eines Krankenhauses und wartet auf den Therapiebeginn. Weil dieses Jahr überraschend nicht nur Rosas letztes Jahr auf der Uni, sondern auch ihr letztes Jahr überhaupt sein könnte. (Über)leben – nicht nur auf der Uni – das ist das neue selbst gesteckte Ziel und Rosa ist damit noch genauso überfordert wie alle anderen rund um sie herum auch.

Wer rechnet schon damit krank zu werden?

Dass nicht ein Versagen auf der Uni und die eigenen Leistungskraft und Willensstärke das Ende ihrer erträumten Welt für sie bedeutet, überrascht sie seltsam. Wer rechnet als Twentysomething schon damit krank zu werden und sich mit einem Schlag völlig andere als prüfungsrelevante Fragen stellen zu müssen? Rosa stellt fest, dass es ihr schwer fällt, an diese Krankheit nicht wie an eine Uni-Aufgabe heran zu gehen. Immerhin hat sie in den letzten Jahren nicht viel anderes kennengelernt und gemacht. Sie fühlt sich schlecht vorbereitet auf diese lebensbedrohliche Situation und wartet immer noch darauf, dass ihr eine der Schwestern einen Fragenkatalog überreicht, den sie auswendig lernen kann oder sie beim Arztgespräch Auswahlmöglichkeiten für die richtige Antwort bekommt. Multiple choice.

Ganz schnell müssen ganz viele Entscheidungen getroffen werden

In der Wohnung bleiben und weiter studieren? Wie lange wird das neben den Behandlungen gut gehen? Näher ans örtliche Krankenhaus ziehen oder gleich nachhause, zu ihren Eltern, die zwar um positives Denken bemüht, aber trotzdem schwer verängstigt sind? Würde das nicht auch das Aufgeben eines Lebens bedeuten, für das sie so hart gekämpft hat und das gerade erst dabei ist zu beginnen? Mit wem spricht man über die eigene Krankheit? Sollten Professoren davon erfahren und muss sie mit ihnen ein klärendes Gespräch führen? Hat sie Kraft Normalität zu spielen, wo schon sehr bald kein bisschen mehr davon übrig sein wird oder ist es klüger, sich bis auf Weiteres im Studium krank schreiben zu lassen?

Manche von uns kämpfen nicht nur um Seminarplätze

Rosa ist die Ausnahme. Die Ausnahme von der Regel, in der viele in Regelzeit studieren und regelmäßig Diplome überreicht werden. Rosa ist die Ausnahme, weil sie im genetischen Lotto verloren hat und das Leben von ihr nun verlangt, dass sie nicht nur um Seminarplätze, sondern um ihr (über)Leben kämpfen muss. Sie ist in ihrer Position isoliert, weil kaum jemand das Selbe durchmacht wie sie und sich nur wenige Studentinnen über mehr als Tomaten- oder Olivensugo für die Spaghetti zu Mittag Gedanken machen müssen. Trotzdem gibt es sie – Rosa und all die anderen Studis, die nicht nur am, sondern im Studium erkranken und es wird langsam aber sicher mal Zeit, dass wir einen Gesprächsraum dafür und darüber eröffnen und Einzelschicksale nicht einsam sein lassen.

Bild: unsplash

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Über itswaypastmybedtime

Ich bin eine kleine, über Berge hüpfende und dabei Edelweiß-Lieder singende (naaaa wer erkennt die Sound of Music reference?) Student-in des Alpenlandes die sich irgendwann mal hier her verirrt hat und jetzt wie Alice Gefallen am Wunderland gefunden hat. Ich schreibe über alles und nichts. Dinge die mir so passieren, Gedanken die ich in Worte fassen will oder die ein oder andere große Weisheit die ich in meinem jungen Leben schon kapiert hab und großzügig mit euch übrigen unwissenden und herumdümpelnden Mit-20ern teile ;-)

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