5 Dinge, die einen Supermarkt-Verkäufer nerven!
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Kunden im Supermarkt

„Machen Sie denn mal ne zweite Kasse auf?!“

„Machen Sie denn mal ne zweite Kasse auf?!“

– Nein, denn ich kann nur an einer Kasse zurzeit sein.

Schließlich bin ich nur eine Person. Obwohl? Eigentlich bin ich nicht mal das, denn ich bin Studentin, genauer gesagt berufstätige Studentin. Was bedeutet das? Ich habe schon ein abgeschlossenes Hochschulstudium, mache jetzt den Master und sitze für 8,84€ die Stunde an der Supermarktkasse. Naja, nicht jede Stunde, denn Zählen vor und nach der Schicht wird nicht bezahlt. Also sind es eigentlich nur 7,58€ die Stunde. Dafür erhalte ich aber auch Einblick in die fundamentalen Fragen der Menschheit:

1. „Haben Sie auch Brot?“

„Brot?“, frage ich. „In einem Supermarkt?“, denke ich. „Da muss ich doch erstmal nachfragen?“ Ein leichtes Schmunzeln kann ich nicht verhindern: „Meinen Sie denn ein bestimmtes?“

„Ja!“, begeistertes Kopfnicken, weil der Kunde sich verstanden fühlt. Danach Stille.

„Was denn für eins?“, mein Jagdinstinkt erwacht, jetzt will ich es wissen.

„So eins in einem durchsichtigen Beutel mit so einem bunten Strich dran“

„Gut“, denke ich, „das schränkt es schonmal auf 95% unseres Bestandes ein.“ Aber dann passiert das Fantastische: Ich sehe einen Kollegen in der Brotabteilung! Ich unterdrücke ein diabolisches Lachen und sage zu dem Kunden: „Gehen Sie mal in die Abteilung. Ich sage einem Kollegen Bescheid, der gibt Ihnen das.“

2. Wie kann man aus einer unangenehmen Situation eine unerträgliche machen?

Lange Schlange – das hassen wir alle. Also suchen wir einen Schuldigen. Und natürlich werden wir fündig: Die Kassiererin.

Also die einzige Person, die arbeitet.

Und man fängt an mit Ausrufen wie „Oh!“, „Mann!“ und unartikulierten Geräuschen wie „Ffff!“, bis man sich schließlich zu ganzen Sätzen steigert: „Was macht die da so lange?!“ oder „Sagt die jedem Artikel einzeln Tschüss?!“

Natürlich wird übersehen, dass jeder Kunde zur Geschwindigkeit beiträgt – und das nicht unbedingt positiv.

Wer kann zum Beispiel damit rechnen, dass man an der Kasse sein Portemonnaie brauchen könnte? Ist ja völlig unerwartet.

Oder, dass ein abgelaufener Gutschein abgelaufen ist?

Oder, dass es kein Angriff auf die Ehre ist, gebeten zu werden, seine unförmige Tasche vielleicht, bevor man durch die Kasse geht, einfach mal aus dem Einkaufswagen zu nehmen?

3. „Warum haben Sie mir MEINE Treuepunkte nicht gegeben?“

„Weil ich es kann!“

„Weil ich die unterschlagen wollte?“

„Damit ich meine Rente aufbessern kann?“

„Weil ich völlig unfähig bin?“

„Weil ich mittlerweile ausgebrannt bin?“

„Damit wir dieses tolle Gespräch führen können?“

– alles keine optimalen Antworten.

4. „Wieso müssen Sie denn Heiligabend arbeiten?“

„Weil Sie jetzt unbedingt einkaufen wollen!“, sage ich nicht, sondern: „Der eine oder andere Kunde braucht ja noch dies oder das.“

5. „Wo ist mein Pfandbon?“

„Wurde der schon abgezogen? Geben Sie mir doch einmal den Bon.“ Nein, wurde er nicht. Sch….ade. „Hatten Sie mir den gegeben?“

„Nein, ich habe den auf das Band gelegt.“ Und tippt demonstrativ auf das Kassenband, damit ich auch ja weiß, welches gemeint ist.

Also das ganze Prozedere:

Aufstehen, in den Fußraum der Kasse kriechen – nichts

Unter das Band kriechen – nichts.

Alle Verkleidungen aufmachen – nichts.

Einmal um das ganze Band laufen – nichts.

„Haben Sie den Bon wirklich auf das Band gelegt?“, frage ich so höflich (und un-arrogant) wie möglich.

„Natürlich!“, der vorwurfsvolle Blick durchbohrt mich gerade zu. Sie öffnet ihr Portemonnaie und zuckt leicht zusammen. Mit engelsgleicher Miene nehme ich den Pfandbon entgegen und zahle die 0,75€ aus.

Ich glaube, ich nehme doch Soziologie als Nebenfach.

Bild: flickr ©pao.photo || GIFs: giphy

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