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Praxissemester: Blick auf Stockholm

Mein Praxissemester in Stockholm

Schon als Kind habe ich immer davon geträumt, einmal über einen längeren Zeitraum im Ausland zu leben. Letztes Jahr im Oktober wurde mir endlich dieser Traum erfüllt, als ich die Zusage für mein Praktikum bei BMW Sverige in Stockholm erhielt. Diese Reise hat für mich sehr spontan begonnen. Nachdem ich mich bei einem Praktikum bei BMW in Stockholm beworben hatte, erhielt ich ca. zwei Wochen vor dem Praktikumsbeginn erst meine Zusage für diese Stelle. In Stockholm wartete dann ein sehr turbulentes, aber auch sehr aufregendes und schönes halbes Jahr auf mich.

Erste Turbulenzen

Es begann bereits mit meinem Flug dorthin. In Berlin legte ich einen kurzen Zwischenstopp ein, um auf meinen Anschlussflug nach Stockholm zu warten. Als ich gerade dabei war gemütlich meinen Kaffee zu trinken, bemerkte ich, wie es um mich herum immer leerer wurde. Ich dachte mir allerdings nicht viel dabei, bis mich auf einmal ein Polizist aus meinen Tagträumen riss und entgeistert rief: “Räumen Sie sofort Ihren Platz!“ Erst dann bemerkte ich diesen verlassenen Koffer neben mir, worum sich bereits eine Horde von Polizisten tummelte. Panisch verließ ich das Café, schließlich konnte man ja nicht wissen, was sich genau in diesem Koffer befand. Und nach dem Aufruhr hätte es sich auch um eine Bombe handeln können. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass eine alte Frau diesen Koffer einfach vergessen hatte. Zu Ihrem Übel wurde sie von der Polizei trotzdem abgeführt. Nach dem Schock befand ich mich dann erstmal in meinem Flugzeug nach Stockholm.

Willkommen in Stockholm!

Dort angekommen suchte ich den Weg zu meinem neuen Apartment, wo bereits eine neue Herausforderung auf mich wartete. Anfangs wohnte ich in Skärholmen, welches sich etwas weiter weg von der Innenstadt Stockholms befand. Leider spielte sich hier auch die größte Kriminalitätsrate ab, weshalb ich es keinem empfehlen kann dort zu wohnen. Da ich in einem Haus wohnte, lernte ich dafür sofort neue Leute kennen, die mir am nächsten Tag Stockholm von seiner besten Seite zeigte.

Hier ist Boot fahren sowas wie U-Bahn fahren, denn um auf die anderen Inselgruppen zu kommen, bietet sich eine kleine Bootsfähre sehr gut an. Die Stadt ist sehr facettenreich. In jedem Winkel kann man etwas Neues entdecken und die Inselgruppen unterscheiden sich komplett voneinander. Die Hauptinselgruppen sind: Östermalm, Gamla Stan, Kungsholmen und Södermalm. An diesem Tag in Stockholm wurde mir gleich der schönste Platz in der ganzen Stadt gezeigt. Dabei handelt es sich um einen Aussichtspunkt in Södermalm, der so hoch ist, dass man die ganze Stadt sehen kann.

Aussicht auf Stockholm

Praktikumsbeginn: Meine Aufgaben bei BMW

Nachdem ich so einen schönen ersten Tag in Stockholm hatte, konnte ich am nächsten Tag gleich in mein Praktikum starten. Dort wurde ich sehr herzlich empfangen und in meine Tätigkeit eingewiesen. Als Ausstattung bekam ich erstmal ein neues Handy und ein Auto von BMW. Meine Aufgaben für die nächsten sechs Monate waren dann unter anderem die Vermarktung des neuen MINI Countryman, die Umgestaltung der Webseiten für die gesamten skandinavischen Länder und die der baltischen Länder, Organisation von diversen Events und die Gestaltung des MINI Magalogue.

Diese Aufgaben zogen sich neben kleineren Teilaufgaben durch das komplette halbe Jahr. Nach meinen ersten zwei Wochen in meiner Arbeit war ich durch die Hilfe meiner Kollegen so gut eingearbeitet, dass ich kleinere Projekte schon selbst übernehmen konnte. Meine Kollegen halfen mir zudem nicht nur in der Einarbeitung für meine Projekte, sondern auch bei der Wohnungssuche, da ich auf gar keinen Fall in der Gegend von Skärholmen leben wollte und bei weiteren Sachen, die ich für mein Leben in Stockholm brauchte. Ein sehr positiver Aspekt in Stockholm ist, dass jeder perfekt Englisch sprechen kann. Also hatte ich weder in der Arbeit noch in meinem Privatleben Probleme mich mit Leuten zu verständigen, da ich kein schwedisch für Stockholm vorbereitet hatte.

Das Auto-Malheur

Ein weiterer Vorteil bei BMW zu arbeiten war vor allem das Ausleihen von Autos. Nachdem mein Auto, was ich mir für die sechs Monate ausgeliehen hatte, zum Reifen wechseln musste, durfte ich mir für den Abend ein Auto meiner Wahl ausleihen. Mein Arbeitskollege schlug mir dann vor, seinen neuen M3 für den Abend zu nehmen. Dieses Angebot konnte ich natürlich nicht ausschlagen und ich dachte mir, warum nicht? Ich musste ihm lediglich versprechen vorsichtig zu fahren und sein Auto nicht zu zerkratzen. Ich nahm überglücklich seinen Autoschlüssel und wollte daraufhin nachhause fahren. Auf dem Weg nachhause fiel mir ein, dass ich mir eigentlich noch schnell eine Wimperntusche kaufen musste, da ich keine mehr hatte. Also fuhr ich in die Mall of Skandinavia, um mir diese dort zu kaufen.

Ich fuhr also ganz entspannt in die Tiefgarage und wollte neben einem anderen Auto dort parken. Auf einmal hörte ich dieses Geräusch an der Seite des M3 und konnte den Wagen nicht mehr vorwärts bewegen. Erst dann registrierte ich die Säulen neben mir, die tatsächlich die komplette Seite des neuen M3 zerkratzt und zerbeult hatte. Mir schossen noch einmal die Worte meines Arbeitskollegen durch den Kopf: “Mach mir bitte keinen Kratzer in das Auto rein und baue keinen Unfall!“ Das hatte dann leider nicht so geklappt. Ich war gerade mal wenige Wochen dort und hatte es bereits fertig gebracht, einen neuen M3 kaputt zu fahren. Am nächsten Morgen bin ich mit Toffifee bewaffnet zu meinem Arbeitskollegen und beichtete ihm das Geschehen. Nicht sehr glücklich nahm er das Toffifee, meinte aber, dass er froh sei, dass mir wenigstens nichts passiert ist. Das war das letzte Mal, dass ich einen M3 fahren durfte.

Stockholm erkunden

Nach den Turbulenzen am Anfang erkundete ich an den Wochenenden immer mehr Stockholm mit meinen Freunden. Wir wurden mit der Stadt immer vertrauter, gingen in Cafés, Restaurants und Bars, sowie Clubs. Vor allem war es immer schön durch die Stadt spazieren zu gehen, da alles am Wasser liegt und dies immer ein tolles Bild abgab. Stockholm ist einfach eine wunderschöne Stadt. Ich habe tatsächlich keine Ecke gefunden, an der ich gesagt hätte: „Hier gefällt es mir jetzt nicht so.“ Überall gibt es Wasser, schöne Menschen, Bauwerke und großartige Museen. Wie ich vorhin schon erwähnt hatte, teilt sich Stockholm in verschiedene Inselgruppen auf.

Kungsholmen, Södermalm, Gamla Stan und Östermalm

Nach zwei Monaten bin ich nach Kungsholmen gezogen. Kungsholmen ist eher die ruhigere Gegend in Stockholm. Man konnte hier super leben, war von jungen Menschen umgeben und fand sogar ein paar Bars in diesem Bereich. Ganz anders war Södermalm, das Hipsterviertel in Stockholm. Diese Gegend ist voller Bars, netter Restaurants und kleiner Läden und vor allem um einiges günstiger als die anderen Inselteile. Zudem gibt es in Södermalm sehenswerte Museen. Ganz im Norden der Insel befindet sich das Fotografiska, eines der bedeutendsten Fotografiemuseen Europas. Wieder nicht zu vergleichen ist die Altstadt Gamla Stan. Dieser mittelalterliche Teil liegt auf einer kleinen Insel mitten in der Stadt. Hier befindet sich unter anderem das Königliche Schloss. Oft aber schlenderte ich mit Freunden nur durch die kleinen Gassen der Altstadt. Hier findest du viele kleine und niedliche Geschäfte und Antiquariate.

In Östermalm befindet sich die eher exklusivere Gegend, die sehr teuer ist. Aber auch hier war ich sehr viel unterwegs, da man tolle Restaurants mit erstklassigem Essen und Design fand. Auch das Nachtleben hier bot viele interessante Geschichten. Beeindruckende Museen befanden sich in Djurgården. Mit der Fähre geht es in knapp 10 Minuten auf die Insel Djurgården im Osten Stockholms. Ein sehr berühmtes und absolut sehenswertes Museum ist das Vasa-Museum. Dort ist ein Schiff ausgestellt, welches im Jahr 1628 auf seine erste Reise aufgebrochen ist. Es hat aber nur ganze 1300 Meter geschafft, bevor es aufgrund von Konstruktionsfehlern gesunken ist.

Nur ein paar Meter weiter wartet ein anderes Highlight: Das Abba-Museum. Der Besuch dieses Museums ist vor allem mit viel Spaß verbunden und aus diesem Grund auch absolut empfehlenswert. Was ich leider nicht selber direkt besuchen konnte, sondern nur vom Schiff aus sehen konnte war der Gröna Lund. Es schwebt dort einfach ein riesiger Vergnügungspark über dem Wasser. Leider hat dieser nur im Sommer geöffnet, weswegen ich die Achterbahnen nicht testen konnte.

Stockholms Natur

Im Winter bietet Stockholm tolle Naturspektakel. Seen, die fünfmal so groß wie ganze Fußballstadien sind, sind bei den kalten Temperaturen komplett zugefroren, sodass man auf diesen einfach spazieren gehen konnte.

Stockholm: Frau steht auf einem zugefrorenen See

Allerdings war es dafür sehr kalt in der Stadt, dass man sich wirklich dick anziehen musste. Auch scheint über den Winter kaum bzw. gar keine Sonne. Wenn überhaupt zeigte sich die Sonne aller höchstens für nur 3-4 Stunden am Tag. Es gab auch Tage, wo es komplett dunkel war und du hattest die ganze Zeit das Gefühl es ist sieben Uhr abends. Diese Wetterverhältnisse haben anfangs sehr an mit genagt und ich musste mich daran erst gewöhnen. Das ist aber auch der einzige Nachteil an Stockholm im Winter!

Ein toller und unvergesslicher Ausflug, den ich gegen Ende hin in Stockholm gemacht hatte, war eine Cabrio-Tour nach Oslo. Es war schon ein wenig wärmer geworden und ich beschloss mit ein paar Arbeitskollegen von mir einfach mit einem Cabrio nach Oslo zu fahren. Wir sind die komplette Fahrt einfach mit offenen Dach gefahren. Oslo ist neben Stockholm auch eine wunderschöne Stadt mit faszinierender Architektur. Ein Highlight war die Oper bzw. das Operahuset, welches sich direkt am Wasser befindet. Im Februar neigte sich mein Auslandssemester dann leider dem Ende zu.

Ich habe in Stockholm ein wunderschönes und abwechslungsreiches halbes Jahr verbracht. Dort hatte ich nicht nur ein lehrreiches und aufregendes Praktikum, sondern ich konnte auch eine wundervolle Zeit mit wundervollen Leuten verbringen, welche ich nie vergessen werde.

10 schöne Orte in Stockholm

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