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Gliederung und Aufbau der Master- oder Bachelorarbeit: Jemand schreibt eine To-Do-Liste in ein Notizbuch

Aufbau und Gliederung der Bachelorarbeit

Mit der Gliederung gibst du einen Überblick darüber, wie deine Bachelorarbeit aufgebaut ist. Hier wird die Abfolge der Kapitel ersichtlich und der Leser deiner wissenschaftlichen Arbeit gewinnt einen ersten Eindruck über deine Grundideen und deren Struktur. Dabei sind passende Überschriften wichtig. Verwende keine Allgemeinplätze ohne Aussagekraft. Die Gliederungsübersicht wird schließlich dem Text vorangestellt und bildet das Inhaltsverzeichnis. Mit dem Inhaltsverzeichnis fixierst du den Aufbau deiner Arbeit.

Warum eine Struktur wichtig ist

Selbst bei einer vorläufigen Einteilung solltest du Feinheiten und formale Vorgaben beachten. Hier zeigt sich, wie gut organisiert dein Schreibprozess ist. Dies macht auch bei deinem Betreuer einen guten Eindruck. Zentrales Element des Aufbaus deiner Bachelorarbeit sind die Überschriften deiner Kapitel und Textabschnitte. Mit diesen solltest du deinen Inhalt gut umreißen. Die Gliederungspunkte deiner Bachelor- oder Masterarbeit werden zudem nummeriert, etwa mit Zahlen oder Buchstaben- und Zahlenkombinationen. Im Ergebnis machst du aus einem Fließtext übersichtliche Sinnabschnitte, damit Leser Zusammenhänge leichter erkennen können.

Wenn deine Arbeit nur aus einem Fließtext besteht, dann machst du es deinem Leser schwer, alles zu verstehen. Selbst wenn du eine Hausarbeit schreibst, die aus nur 10 Seiten besteht, solltest du Kapitelüberschriften verwenden und den Text dadurch in Abschnitte aufspalten. Sonst wird es schwer, die wesentlichen Themen im Text zu finden und einen Fokus für das Wesentliche zu entwickeln. Wenn du eine wissenschaftliche Arbeit mit 100 und mehr Seiten verfasst, dann ist die Strukturierung mit Überschriften und Gliederungspunkten absolut notwendig, damit der Leser deinen Gedankengängen folgen kann.

Das Gliedern deiner Arbeit hilft dir auch selbst, deine Ideen zu ordnen. Beim Schreiben orientierst du dich an der Struktur, driftest dadurch nicht ab und bringst nur Aspekte ein, die für deine Forschungsfrage wichtig sind.

Die Struktur schon vor dem Schreiben festlegen

Wenn du eine umfassendere wissenschaftliche Arbeit schreibst, gehst du systematisch vor und folgst einem bestimmten Plan. Du schreibst nicht einfach drauflos, sondern machst dir einen Schreibplan.

 

Bevor es aber richtig losgeht, machst du dir Gedanken darüber, wie du dein Thema in Teilthemen aufgliederst und Aspekte des Themas herausarbeiten möchtest. Schließlich soll der Leser deiner Arbeit nicht mit unbeantworteten Fragen zurückbleiben und er soll alles gut verstehen. Daher ist die Gliederung ausschlaggebend für die Qualität deiner Bachelorarbeit. Wichtigstes Kriterium deiner Strukturierung: die Übersichtlichkeit.

Dreiteilige Grund-Gliederung bei wissenschaftlichen Arbeiten

Wissenschaftliche Arbeiten besitzen einen universellen Grundaufbau. Egal ob Bachelorarbeit, Masterarbeit oder eine Hausarbeit – beim wissenschaftlichen Schreiben gibt es immer eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schlussteil. Diese dreiteilige Struktur gibt aber nur eine grobe Einteilung vor und sollte auf jeden Fall weiter ergänzt sowie ausgebaut werden.

Verschiedene Gliederungsarten

Je nach Disziplin gelten andere Arten der Gliederung als üblich. Folgende Möglichkeiten gibt es:

  • Aufbau mit Groß- oder Kleinbuchstaben (z.B. A, B, C oder a, b, c)
  • Aufbau mit arabischen Ziffern (z.B. 1, 2, 3)
  • Aufbau mit großen lateinischen Ziffern (z.B. I, II, III)

Das Inhaltsverzeichnis der Arbeit numerisch aufbauen

Bei einer numerischen Gliederung nutzt du Zahlen, um Abschnitte deiner Arbeit festzulegen und zu ordnen. Untergeordnete Themen werden im Inhaltsverzeichnis eingerückt dargestellt. Gehört ein Punkt etwa als Unterkapitel zu einer großen Überschrift, die du mit dem Gliederungspunkt 1 versiehst, dann kann der Unterpunkt die Nummerierung 1.1 erhalten. Hier ein Beispiel:

Numerische Gliederung

1 Einleitung

2 Definition der kleinstädtischen Architektur

2.1 Straßennetze von Kleinstädten

2.2 Villen in Kleinstädten

2.3 Einfamilienhäuser

3 Stilrichtungen der Kleinstadtarchitektur

3.1 Klassizismus

3.1.1 Historischer Klassizismus

3.1.2 Nachbauten des Klassizismus

3.2 Barock

3.3 Realismus 

Zahlen können bei der Strukturierung auch kombiniert werden. Hier ein Beispiel für ein alpha-numerisch aufgebautes Inhaltsverzeichnis:

Alpha-numerische Gliederung

A Einleitung

B Definition der kleinstädtischen Architektur

1 Straßennetze von Kleinstädten

2 Villen in Kleinstädten

3 Einfamilienhäuser

C Stilrichtungen der Kleinstadtarchitektur

1 Klassizismus

1.1 Historischer Klassizismus

1.2 Nachbauten des Klassizismus

2 Barock

3 Realismus 

Häufig werden auch lateinische Ziffern mit einer numerischen Gliederung kombiniert. Das bietet sich vor allem dann an, wenn es viele Gliederungspunkte gibt:

Kombinierte Gliederung

I Einleitung

II Definition der kleinstädtischen Architektur

1 Straßennetze von Kleinstädten

2 Villen in Kleinstädten

3 Einfamilienhäuser

III Stilrichtungen der Kleinstadtarchitektur

1 Klassizismus

1.1 Historischer Klassizismus

1.2 Nachbauten des Klassizismus

2 Barock

3 Realismus 

Was du bei der Nummerierung der Punkte deiner Bachelorarbeit oder Masterarbeit beachten musst:

  • Kein Punkt nach der letzten Ziffer: ein Punkt wird nur hinter einer einstelligen Nummer gesetzt (z.B. 1.), aber nicht, wenn du Unterpunkte verwendest und damit mehrere Ziffern nutzt (z.B. kein Punkt hinter der letzen Ziffer bei 1.2)
  • Manchmal wird der Punkt auch bei einstelliger Nummerierung weggelassen und nur dann zwischen den Ziffern gesetzt, wenn es mehrere Nummerierungsziffern gibt (z.B. kein Punkt bei 1, aber einer bei 1.2
  • Nicht nur ein Unterpunkt: wenn du mit Unterpunkten arbeitest (z.B. 1.2.2), dann sollte mindestens ein weiterer Unterpunkt folgen (z.B. 1.2.3)
  • Seitenangabe nicht vergessen: im Inhaltsverzeichnis darf die Seitenangabe nicht fehlen; hier muss die entsprechende Seite als Ziffer genannt werden, der Begriff „Seite“ muss nicht hinzugefügt werden
  • Bereiche ohne Nummern: nicht die gesamte Bachelor- oder Masterarbeit wird anhand von Klassifikationsummern gegliedert, sondern nur der Textteil; Vorwort und Danksagungen, Verzeichnisse und Anhang sowie eidesstattliche Erklärungen werden nicht nummeriert
  • Nicht zu viele Ebenen: nutze nicht mehr als drei oder maximal vier Gliederungsebenen, sonst wird es zu unübersichtlich
  • Mindestumfang: pro Gliederungspunkt sollte der entsprechende Textabschnitt mindestens eine halbe Seite umfassen
  • Maximalumfang: bei kurzen Arbeiten (z.B. Seminararbeit) solltest du pro Gliederungspunkt maximal vier Textseiten einfügen; bei längeren Arbeiten (z.B. Masterarbeit) kann es auch mehr sein
  • Nicht zu viele Unterpunkte: je Hauptpunkt solltest du auf keinen Fall mehr als acht Unterpunkte verwenden, sonst wird es unübersichtlich
  • Sinnvolle Hierarchie: Ober- und Unterpunkte sollten hierarchisch geordnet sein, d.h. der Oberpunkt (z.B. Städtebau in Brandenburg) ist umfassender als die Unterpunkte (z.B. Städtebau in brandenburgischen Kleinstädten)
  • Knappe Titel: fasse deine Überschriften kurz und vermeide Füllwörter
  • Substantive verwenden: nutze Substantive für deine Überschriften (z.B. Methoden und Vorgehen)
  • Keine Wiederholungen: wiederhole bei der Benennung der Unterpunkte nicht einfach den übergeordneten Punkt (also nicht: 3. Städtearchitektur und Landschaftsbau; 3.1 Städtearchitektur; 3.2 Landschaftsbau) 

Die Strukturierung im Detail

Neben der groben Einteilung in Einleitung, Hauptteil und Schluss nutzt du noch weitere Gliederungsebenen für die Strukturierung deiner Arbeit. Nutze Begriffe wie „Einführung“, „Ausblick“ oder „Definition“ nicht alleinstehend, denn die sind unspezifisch, allgemein und regen nicht zum Lesen an. Ergänze die Begriffe dazu am besten durch eine prägnante Vorschau zum Thema des folgenden Textabschnitts (z.B. Abgrenzung der Begriffe Städtebau und Städtearchitektur).

So kann eine Beispielgliederung aussehen:

1. Theoretische Modelle

2. Praxismodelle: Untersuchte Gruppen, Methoden, Materialien, statistische Auswertungen

3. Ergebnisse

4. Diskussion: Interpretation der Ergebnisse und Schlussfolgerungen

Hierbei gibt es verschiedene Gliederungsmöglichkeiten:

  • chronologisch: nach zeitlicher Abfolge
  • systematisch: nach Wichtigkeit
  • deduktiv: vom Allgemeinen zum Spezifischen
  • induktiv: vom Besonderen zum Allgemeinen
  • kausal: von der Ursache zur Auswirkung
  • dialektisch: Argument, Gegenargument und Synthese
  • vergleichend: Vergleich der Untersuchungsgegenstände nach bestimmten Aspekten 

Fazit zum Aufbau deiner Bachelorarbeit

Deine Arbeit muss eine gute Struktur erhalten, damit sie verständlich ist. Die Gliederungspunkte helfen dir auch beim Schreiben, denn Sie erinnern dich immer daran, was das Wesentliche deiner einzelnen Abschnitte ist. Darauf baust du dein Inhaltsverzeichnis auf, das du auf verschiedene Weise nummerieren kannst.

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Bild: unsplash

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