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Durch Videospiele effektiver leben und lernen: Jemand hat seine Hand auf einer Game-Tastatur liegen

Durch Videospiele effektiver leben und lernen!

Wer denkt, Videospiele dienen der reinen Unterhaltung, der liegt so richtig daneben. Videospiele machen weder gewalttätig noch lassen sie ihre Spieler verdummen – wie manch ein nach wie vor kursierender Mythos besagt. Wir sind der Meinung, Videospiele können dir sogar dabei helfen, deine studentische Laufbahn anzukurbeln!

Bereits in meiner Bachelorarbeit habe ich mich damit beschäftigt: Können Videospiele dir beim Lernen helfen? Beziehungsweise mein konkretes Thema: Welche Potenziale bietet das Augmented-Reality-Game Pokémon Go hinsichtlich der persönlichen Reifung und damit verbundenen Soft-Skills-Entwicklung. Nach monatelanger Feldforschung und dem Abgleich der gesammelten Daten lässt sich eindeutig sagen: Pokémon Go birgt aufgrund einiger für Videospiele typische Aspekte definitiv das Potenzial, bestimmte Soft-Skills wie die Fähigkeit, sich zu motivieren und Kontakte zu knüpfen, zu fördern. Doch wieso ist das so?

Spiele vs. Realität

Fast immer sind Videospiele Abbildungen und/oder Erweiterungen der Realität, in der wir leben. Eigentlich ist dein ganzes Leben ein Spiel:

Das Leben ist ein Spiel. Dies ist dein Handbuch.

Im Prinzip besteht dein Dasein aus verschiedenen Etappen, in denen unterschiedliche Aufgaben auf dich warten. Du widmest beispielsweise 9-12 Jahre der Hauptmission „Schule“. Während du diese versuchst zu meistern, ergeben sich immer wieder Nebenquests wie Freundschaften schließen, einen Partner finden, den elterlichen Erwartungen nachkommen etc. Nach der Hauptmission Schule, die du quasi als Tutorial für dein späteres Leben sehen kannst, beginnt deine erste Mission, bei der du ganz auf dich selbst gestellt bist: Das Studieren. Damit beginnt der Teil, indem du dein gesammeltes Wissen unter Beweis stellen musst, während du dir immer weiter neues Wissen und Erfahrung aneignest.

Kreativität und Motivation fördern

Ein ganz entscheidender Unterschied zwischen Spielen und der Realität besteht darin, dass die Spiele im Normalfall viel mehr Spaß bringen. Das liegt zum einen daran, dass Entscheidungen und vor allem Niederlagen in Videospielen weitaus weniger schlimme Konsequenzen haben, als wenn du im echten Leben „versagst“. Auf der anderen Seite halten sie aber auch weitaus mehr Belohnungen bereit als die Realität. Diese beiden Aspekte kannst du auf folgende Art und Weise für dich nutzen:

Da du innerhalb eines Spiels keine echten Konsequenzen hast, wenn etwas schief geht, steigt deine Bereitschaft, dich und verschiedene  Herangehensweisen auszuprobieren. Du hast immer mehrere Anläufe und meistens auch verschiedene Möglichkeiten, um eine Aufgabe zu lösen.

„Das Spiel ist vorbei, der letzte Drink ist umsonst, 
Doch es gibt ’n Trick, ich werd‘ ihn dir verraten, 
Werde Buddhist, dann kannst‘ es neu starten“

Du wirst dabei feststellen, dass du bestimmte Hürden, vor denen du stehst, aus mehr als nur einer Perspektive betrachten und dementsprechend angehen kannst. Bist du beim Spielen so richtig im Flow, versetzt sich dein Hirn außerdem in den Tagträumer-Modus, was nachweislich die Kreativität fördert. Das Spielen verbessert also deine Problemlösekompetenzen und hilft dir dabei, kreative Lösungen zu finden, wenn du vor einer schwierigen Aufgabe stehst. Du wirst dabei außerdem eine Menge über dich selbst erfahren, wenn du nur etwas genauer hinschaust. Je mehr Aufgaben du bewältigst, desto eher lassen sich Muster erkennen. Du wirst feststellen, dass du deine Herangehensweise unterbewusst ständig analysierst und optimierst. Mache dir diesen Vorgang bewusst und integriere ihn in deinen Alltag.

Auch vom Belohnungsprinzip, das in allen Videospielen genutzt wird, kannst du dir etwas in die Realität mitnehmen. Denn Belohnungen fördern die Motivation. In Spielen kannst du Trophäen für gute Leistungen erhalten, Level freispielen, Gegenstände oder Gold sammeln uvm. Selbst die kleinsten Trigger reichen in der Spielewelt aus, um dich zu motivieren. Mache dir das beim Lernen oder Schreiben einer Hausarbeit zu nutzen. Schaffe dir dein ganz persönliches Belohnungssystem und werde somit effizienter! Versuche dabei hauptsächlich den Spaßfaktor in deinen Lern-Alltag zu integrieren. 🙂

Ziele definieren und erreichen

Die Ziele, die du in Videospielen verfolgst sind zwar vordefiniert aber dennoch immer automatisch SMART; das heißt Spezifisch, Messbar, Ansprechend, Realistisch und Terminiert. Das kann man von den Zielen, die wir uns im echten Leben stecken meistens nicht behaupten. Das liegt oft daran, dass wir gar nicht so wirklich wissen, was wir wollen. Betrachtest du dein Leben wie ein Videospiel, kannst du leichter herausfinden, was logischerweise dein nächstes SMARTes Ziel sein sollte.

Ziel Umsetzung
Spezifisch Ist dein Ziel eindeutig definiert? Findest du auf diese Frage keine Antwort, probier doch einfach, es in die Form einer typischen Missionsnachricht eines Spiels zu packen. Je kürzer desto besser.
Messbar Es muss klar erkennbar sein, wann du dein Ziel erreicht hast. Die Messbarkeit kannst du testen, indem du dir beispielsweise Trophäen für deine gesteckten Ziele überlegst.
Ansprechend Verkörpert das Ziel, das du dir gesteckt hast das, was deiner Leidenschaft entspricht? Bereitet es dir Unbehagen, solltest du dein Ziel vielleicht noch einmal überdenken.
Realistisch Ist das Ziel mit deinen Schlüsselqualifikationen realisierbar? Dazu musst du wissen, was du kannst bzw. auf welchem Level du dich gerade befindest. 😉
Terminiert Dein Ziel muss mit einem festen Datum in Verbindung stehen. Auch die Deadline, die du dabei festlegst muss natürlich realisierbar sein.

Unterschiedliche Spiele und ihre Potenziale

Videospiele sind, genau wie Filme, in verschiedene Genres unterteilt. Jede Kategorie zeigt, wie Videospiele beim Lernen helfen.

Genre Beispiel(e) Kompetenzen
Abenteuer-Spiele
  • GTA
  • Assassin’s Creed
  • God of War
  • Strategisches Denken / Vorgehen
  • Entscheidungskompetenzen
  • Feinmotorik
  • Reaktionsvermögen
  • Gedächtnisbildung
Beat ‘em ups
  • Super Smash Bros.
  • Soul Calibur
  • Mortal Combat
  • Reaktionsvermögen
  • Anwendung von Wissen
  • Lernbereitschaft
  • Feinmotorik
Ego-Shooter / Third-Person-Shooter
  • BioShock
  • Far Cry
  • Half Life
  • Call of Duty
  • Feinmotorik
  • Räumliche Orientierung
  • Lernbereitschaft
  • Strategisches Denken / Vorgehen
  • Reaktionsvermögen
Strategiespiele
  • Age of Empires
  • Stronghold
  • Anno
  • Strategisches Denken / Vorgehen
  • Feinmotorik
  • Lernbereitschaft
  • Problemlösekompetenz
  • Kreativität
  • Gedächtnisbildung
Jump ’n‘ Runs
  • Reaktionsvermögen
  • Feinmotorik
  • Umgang mit Stresssituationen
Open-World-Spiele
  • Minecraft
  • The Witcher
  • Zelda
  • Räumliche Orientierung
  • Strategisches Denken / Vorgehen
  • Kreativität
  • Entscheidungskompetenzen
  • Feinmotorik
  • Reaktionsvermögen
  • Lernbereitschaft
  • Anwendung von Wissen
  • Gedächtnisbildung
Simulationsspiele
  • Die Sims
  • Landwirtschaftssimulator
  • Tropico
  • Fachwissen im jeweiligen Bereich
  • Entscheidungskompetenzen
  • Feinmotorik
  • Strategisches Denken / Vorgehen
  • Lernbereitschaft
  • Anwendung von Wissen

Videospiele ftw

Videospiele haben neben ihrem enormen Spaßfaktor also noch andere Potenziale für dich zu bieten. Indem du spielst, lernst du also indirekt zu lernen. Du kannst deine Ziele und Herangehensweise an Aufgaben optimieren, wichtige Schlüsselkompetenzen trainieren und dich somit weiterentwickeln. Außerdem erinnern sie dich einmal mehr daran, das Leben nicht immer bitterernst zu nehmen, sondern auch mal Spaß zu haben und Risiken einzugehen. Denn nur wer wagt, gewinnt! 🏆

Bild: pexels @Soumil Kumar

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Über Joey

Das Leben ist kein Wunschponyschlecken. :)

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