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Prüfung nicht bestanden, was nun? Student sitzt traurig auf einer Treppe

Prüfung nicht bestanden? Wie geht´s weiter?

Was tun, wenn man die Prüfung nicht bestanden hat?

Gerade ist es mal wieder soweit und man versucht die Früchte seiner investierten Arbeit so gut als möglich zu ernten. So gut als möglich? Klar, es ist Prüfungszeit und leider entscheidet nicht etwa fruchtbare Erde oder der fallende Regen über die „Früchte“, auch Prüfungsergebnisse genannt, sondern schlicht das Zusammenspiel von Frage und Antwort. Letztere hat man im Idealfall parat, im ungünstigsten Falle eben nicht.

Heißt es dann bei der Notenbekanntgabe, „AUTSCH“, leider nicht bestanden, dann versetzt einen das in richtig schöne Schockstarre. Alles umsonst gewesen – der Partyverzicht, das nächtelange Büffeln und das Einhalten aller Regeln eines erfolgreichen Studienverlaufs – alles fürn Arsch. Für manche mag dieses Prüfungsergebnis durchaus berechtigt sein. Aber wer gesteht sich das schon freiwillig ein. Und selbst wenn, hilft einem diese Einsicht herzlich wenig. Vergeigt ist vergeigt.

Aber ok, da man in den meisten Fällen genügend Möglichkeiten hat vorher zu wissen worauf man sich einlässt, hilft das ganze Jammern nichts. Aufraffen und weiter geht´s – das gilt im übrigen auch für einen verpatzten Drittversuch. Das Leben geht weiter. In diesem Moment ist es zwar schwer sich das schön zu reden, aber Fakt ist, es geht weiter und zwar meist sinnvoller und für einen besser als man denkt! Versprochen!

Aber jetzt malen wir mal das Unheil nicht sinnlos an die Wand und sehen uns lieber an, was wir im Fall des schlimmsten Falles tun oder lassen können:

Erster Schritt: Prüfungsordnung checken

Die Prüfungsordnung sollte eigentlich die ständige Begleiterin aller Studierenden sein, denn sie regelt alles, was mit den Studienfächern, den Prüfungen und ihren Bewertungen zu tun hat. Noch mehr Stress kann man vermeiden, wenn man sie sich noch vor der aktuellen Panik zu Gemüte geführt hat. Sinnvollerweise beschäftigt man sich damit so frühzeitig wie möglich, am besten also vor den Prüfungen! In Studienfächern mancher Einrichtungen darf man eine Prüfung beliebig oft wiederholen, also auch beliebig oft durchfallen. Das ist zwar nicht erstrebenswert und auch nicht im Sinne des Erfinders dieses tollen Systems, aber man bleibt zumindest von schwerwiegenderen Konsequenzen verschont.

Leider ist es jedoch die am weitesten verbreitete Praxis, dass nach dem dritten Versuch Schluss ist und man danach auch nicht mehr weiterstudieren darf. Klar, es gibt Schlupflöcher, aber die müssen erst mal auf den jeweiligen Fall Anwendung finden und sind nicht pauschal auf alles und jeden übertragbar.

Tipp: Nimm die zweite Klausur so ernst, als wäre es der letzte Versuch. Denn man möchte sich einfach nicht dem Stress aussetzen den man hat, wenn einem das Ende des Studiums im Nacken sitzt, das an dem seidenen Faden einer Prüfung hängt.

Auch was Hausarbeiten betrifft gibt es verschiedene Regelungen. Einmal heißt es „Themaverfehlung“, in einem anders gelagerten Fall kann man mit dem Dozenten ein neues Thema vereinbaren. Im schlimmsten Fall wiederholt man das Ganze im darauffolgenden Semester nach dem Motto: „Neues Spiel, neues Glück!“

Neuer Versuch, neues Glück – Prüfung wiederholen

Um einen konkreten und stressfreien Zeitplan zu erstellen, sollte man sich zuerst über den möglichen Wiederholungstermin informieren. Dann weiß man genau, wieviel Zeit einem bleibt und wie stark man nach einer kurzen Verschnaufpause wieder Gas geben muss. Wie gesagt, man sollte sich nicht zuviel Zeit damit lassen, denn der Druck, den die kommende Klausur aufbaut, ist Stress genug und wenn man sich noch so viele Motivations– und Lerntipps reinzieht.

Überprüfen sollte man auch, ob es die Möglichkeit gibt die Veranstaltung erneut zu belegen. Denn wenn der Wiederholungstermin nicht im gleichen Semester stattfinden kann, dann schadet es nicht das Fach auch in Form der Vorlesung zu wiederholen.

Kenne deinen Feind – warum hast du die Prüfung verkackt?

Geht man davon aus, man war wirklich vorbereitet, was war dann bitte daran Schuld, dass man trotzdem durch die Prüfung rauschte? Macht doch keinen Sinn? Dazu sollte man genau analysieren was die relevanten Faktoren waren, auch im Bezug auf die Klausur selbst, die Fragen und Antworten etc.. Findet man die Fehler nicht in etwaigen Wissenslücken oder in der Tatsache, dass man vielleicht zu langsam war, kann es natürlich sein, dass man Opfer seiner Prüfungsangst geworden ist. Diese gilt es zu überwinden.

War es dann doch die ein oder andere Lücke, die einen nur knapp zu Fall gebracht hat, ist es vielleicht eine grundsätzliche Frage des Lernstils, der angewandten Lernmethoden oder aber auch nur die des Zeitplans. Schlaue Theorien besagen zwar, dass unter gewissen Umständen es sogar von Vorteil sein kann später mit dem Lernen zu beginnen, aber nicht, wenn einem am Ende die Zeit für den tatsächlichen Stoff fehlt. Dies alles sollte man sich genau überlegen und dazu gehört, auch wenn man es nicht gerne hört, das nötige Maß an Ehrlichkeit zu sich selbst – oder anders gesagt, man sollte seinen Feind kennen um ihn bekämpfen zu können.

Folgende Checkliste gibt Aufschluss darüber, was man falsch gemacht haben könnte:

  • Man geht immer vom Schlimmsten aus, steigert sich rein und programmiert sich selbst so, dass am Ende auch die „gewünschte“ Katastrophe dabei heraus kommt. (Selbsterfüllende Prophezeiung)
  • Man denkt nicht an den nötigen sportlichen Ausgleich, den nicht nur unsere Muskeln, sondern auch unser Gehirn in Stressphasen dringend nötig haben. Bewegung und Sauerstoff sind essentiell!
  • Man ernährt sich wie gewohnt von Pizza, Burgern und Bier. Aber unser Körper braucht genau das Gegenteil – Gemüse, Obst, Nüsse und viel Wasser! Gegen ein gutes Steak ist ebenfalls nichts einzuwenden, aber eine vegetarische Ernährung, insbesondere bei geistiger und körperlicher Anstrengung, sorgt nachweislich für eine wensentlich höhere Leistungsfähigkeit und Ausdauer.
  • In seinem nur schlecht gelüfteten Kämmerlein arbeitet man alleine vor sich hin. Betriebsblindheit kann die Folge sein. Man sollte die Vorzüge einer Lerngruppe nutzen! Diese kann auch nur aus zwei Personen bestehen! Wie man aus Kreativprozessen weiß, kommt man bis zu 50 % schneller ans Ziel, wenn man einen Sparringspartner gegenüber hat mit dem man diskutieren und sich grundsätzlich austauschen kann.
  • Man ist ständig mit sich, der Welt und dem bisher Erreichten unzufrieden. Perfektionistische Züge, egal durch was sie begründet sein mögen, bringen einen Studenten nicht ans Ziel. Es gibt nur wenige, die die Weisheit wirklich mit Löffeln gefressen haben, man sollte sich aber selbst sicherheitshalber nicht dazu zählen! Die Einstellung, alles zu 100 % verstehen zu wollen ist zwar löblich, wird sich aber z.B. eher negativ auf den Zeitplan auswirken.
  • Alles nur stur auswendig zu lernen ist der ebenso falsche Ansatz, wie der eben genannte Perfektionisumus – der goldene Mittelweg wäre hier wohl genau richtig. Wenn man den Stoff nicht zu verstehen lernt, wird man auch an der Umsetzung und der Übertragung, nicht nur in der Klausur, sondern auch im späteren Berufsleben, scheitern oder zumindest große Schwierigkeiten haben.
  • Die Bürokratie an der Uni ist zwar oft nervig, aber ohne sie und eine gewisse Ordnung und Struktur geht es nun mal auch nicht. Termine und Fristen im Kopf zu haben ist das Mindeste was man sich angewöhnen sollte. Man vermeidet Stress, indem man Dinge wie z.B. die Prüfungsanmeldung rechtzeitig vornimmt und nicht alles nur auf den letzten Drücker erledigt. Sorgt man für ein angemessenes Selbst- und Zeitmanagement, geht man wesentlich entspannter durch den Uni-Tag.
  • Hochmut kommt vor dem Fall – man sollte zwar seine Stärken kennen, aber noch mehr sollte man sich seiner Schwächen bewusst sein, denn über die fällt man über kurz oder lang. Der Fall folgt vor allem dann, wenn man seine Stärken gegenüber seinen Schwächen überbewertet und das Gott und die Welt auch wissen lässt. Immer schön selbstreflektiert sein, mit entsprechender Demütigkeit gepaart und man kommt nicht nur bei den Kommilitionen besser an, sondern auch allgemein besser durch.
  • Spontante Menschen sind oft diejenigen, die uns beeindrucken. Aber Spontanität sollte nicht dazu führen, dass man wirklich alles nur auf sich zukommen lässt. Wenn Spontanität nur ein schönerer Begriff für die Folgen aus Faulheit, Verplantheit und Desinteresse ist, sollte man sich eine solche Einstellung nicht als Vorbild wählen.

Möglichkeit der Klausureinsicht nutzen

Viele Studenten unterschätzen nach wie vor die Möglichkeiten, die eine Klausureinsicht bietet. Natürlich geht es dabei nicht darum, den Dozenten zu bestechen, zu beschimpfen oder sich einen abzuheulen, um wie auf dem Jahrmarkt noch den ein oder anderen Punkt heraus zu schlagen. Es geht in erster Linie darum, die Fehler zu verstehen und mit dem Prof ins Gespräch zu kommen. Viel zu wenige fordern die Lehrbeauftragten dazu heraus, immerhin sind sie ja eigentlich genau dafür da. Und auch wenn die Klausureinsicht nicht zu einer Verbesserung der Note führt, kann man genügend Berichte von Studenten finden, die diese Möglichkeit in Anspruch genommen haben und gerade auf Grund dessen im Anschluss eine Verbesserung ihres Notenspiegels erreichen konnten.

Wenn man sich für eine Klausureinsicht entscheidet, sollte man auf jeden Fall vorbereitet dort hingehen. Keinesfalls affektiert oder mit Wut im Bauch! Man tut gut daran, sich an folgende Punkte zu halten:

  • Den Prof nicht als Feind betrachten und die Klausureinsicht nach Möglichkeit versöhnlich beenden. Soziale Kompetenz ist hier der Weg zum gemeinsamen Erfolg!
  • Angemessene Umgangsformen wahren und sich nicht aufführen wie die Axt im Walde, denn derselbe Prof wird auch den nächsten Versuch korrigieren.
  • Die Fehler der Klausur analysieren und die Hinweise des Korrektors nachvollziehen und bei Bedarf besprechen.
  • Das Ergebnis der Klausureinsicht akzeptieren und nicht so tun, als hätte man die Weisheit mit Löffeln gefressen. Vor allem wenn dies augenscheinlich nicht der Fall sein kann!
  • Keine sinnlosen Vergleiche ziehen zu anderen Prüfungen, Studienfächern oder Kommilitionen.
  • Keine Drohungen aussprechen, das kann zu weit übleren Folgen führen, als zum Durchfallen durch die Klausur!
  • Keine Bestechungsversuche – das könnte sträflich ins Auge gehen.
  • Keine Bettelei – wenn man schon verkackt hat, dann behält man dadurch zumindest noch seine Würde!

Panik hat noch niemandem geholfen!

Panik hat noch nie jemandem geholfen – denn Panik ist nicht gerade ein Anzeichen von klarem Denkvermögen, sondern eher von reiner Emotion. In solchen Situationen hat man selten die Fähigkeit die richtigen Gedanken zu fassen. Da macht man dann gerne mal den Fehler und hält sich selbst für dumm oder stellt die Entscheidung für das eigene Studium in Frage – wälzt sich also mehr oder weniger in Selbstmitleid, als sich zielorientiert um den nächsten Schritt zu kümmern. Klar, kurz mal niedergeschlagen zu sein ist ganz normal und sollte man auch nicht verdrängen, aber einmal darüber schlafen sollte eigentlich reichen und dann geht´s wieder ans Werk.

Sobald man mal die ersten paar Praktika hinter sich gebracht hat, wird man zudem erkennen, dass die Prüfungen und Notenzettel meist genau soviel mit der Realität zu tun haben, wie ein Apfel mit einer Currywurst. Natürlich muss man sich diese Erkenntnis auch erst erarbeiten.

Also, die Dinge wieder in die Hand nehmen, Anlauf nehmen und ab durch die Mauer! 😉

Quelle: Giphy

Worst Case: Endgültig durchgefallen – welche Chancen gibt es?

Hat man die zulässigen Fehlversuche ausgereizt, dann kriegt man es mit der Exmatrikulation zu tun und das Ende des Studiums kommt vorzeitig. Natürlich sollte man es nicht soweit kommen lassen, aber leider passiert es nur zu oft, dass man sich um einen Plan B bemühen muss. Dieser Plan B kann sich durch die Nutzung diverser Schlupflöcher darstellen oder aber man trifft die Entscheidung auf einem anderen Weg ins Berufsleben einzusteigen. Viele Kandidaten suchen sich in der Findungsphase einen Nebenjob oder ein Praktikum in einer entsprechenden Firma ihres Interesses.

Fazit

Wie auch immer du die letzte Prüfung auch abgeschlossen hast, es gibt keinen Grund panisch zu werden. Es gibt viele Wege, um den Berufseinstieg zu schaffen. Sieht man sich in der Startup-Szene ein wenig um, gibt es viele Schulabbrecher mit einem Milliarden-Business. Ok, das sind natürlich jetzt nicht alle, aber was man trotzdem von ihnen lernen kann ist Selbstvertrauen, denn sie versuchen aus jeder Situation das Beste zu machen. Ist man am Boden, gibt es nur den Weg nach oben, so einfach ist das dann!

Wie auch immer die Lage ist, wir glauben an Euch, gebt Gas und nicht auf!

Hier noch ein bisschen Motivationssound

 

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