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Studienplatz Absage - nicht das Ende der Welt. Traurig schauende Studentin mit "Daumen runter Symbol"

Studienplatzabsage – auf Umwegen zum Traumstudium

Studienplatz-Absage, erstmal ein harter Schlag!

Endlich. Du weißt ganz genau, was du willst. Die Entscheidung für dein Traumstudium ist gefallen, die Traum-Hochschule ausgewählt, die Bewerbung abgeschickt. Du steckst mitten in den Vorbereitungen, bist hochmotiviert und beginnst dich auf das berühmt-berüchtigte Studentenleben einzustellen. Und dann das! – Die Absage flattert ins Haus. So ein Sch…!

Was jetzt? Erst mal, je nach Charakter, richtig ärgern, wütend sein, traurig sein, vor Selbstmitleid zerfließen.

Dann möglichst schnell feststellen, dass dich das nicht weiterbringt und die Sache konstruktiv anpacken.

Studienplatz-Absage – Tipp 1: Sei ehrlich zu dir selbst

Wie ist deine Entscheidung für diesen Studiengang an dieser Uni zustande gekommen?

Gibt es einen Traum-Studiengang oder eine Traum-Stadt? Was wiegt schwerer? Exakt dieses Studienfach, diesen Studienplatz zu bekommen, egal in welcher Stadt? Oder eine Traumstadt, in der aus dem gegebenen Studienangebot das passendste herausgesucht wurde? In der Realität wird es wohl immer eine Mischung aus Beidem sein. Dennoch solltest du dir darüber klar werden, welche Einflussfaktoren bei deiner Entscheidung prägend waren. Je nachdem, welcher Faktor für dich persönlich wichtiger ist, kannst du die folgenden Tipps für dich priorisieren.

Studienplatz-Absage – Tipp 2: Kenne deine Möglichkeiten und nutze sie

Fangen wir mal mit den Tipps an, die du in jedem Fall beherzigen solltest.

Hol dir Hilfe

Handle ganz nach dem Motto: „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“. Lass dich beraten, es ist kein Zeichen von Schwäche, eher von Klugheit, sich Hilfe zu holen. Das deutsche Hochschulsystem ist äußerst komplex, bürokratielastig und uneinheitlich. Genau dafür gibt es an jeder Hochschule Studienberatungen. Sie haben ausreichend Erfahrung und einen guten Überblick über die Situation am „Hochschulmarkt“, denn auch wenn du es kaum glauben magst, du bist kein Einzelschicksal. Die Zahl der Studienbewerber steigt seit Jahren schon schneller als die Zahl der angebotenen Studienplätze.

Studierendenvertretungen

Neben den hauptamtlichen Profis der Studienberatungen, kannst du dich an jeder Hochschule an die ehrenamtlich arbeitenden Studierendenvertretungen wenden, die in der Regel im AStA oder im Studierendenrat organisiert sind.

Nachrückerlisten

Auf jeden Fall solltest du die Möglichkeit von Nachrückerlisten nutzen und einfach mal hoffen. Mehr kannst du in diesem Fall aktiv nicht tun. Du bist davon abhängig, ob ein Anderer seine Bewerbung zurückzieht und so den Studienplatz wieder freigibt.  Die Meisten bewerben sich bei mehreren Hochschulen und sagen dann, bei mehreren Zusagen,  logischerweise auch irgendwo wieder ab.

Nun kann es auch passieren, dass man bei seiner Traumhochschule auf der Warteliste landet und bei der „Notlösung“ angenommen wird. Was tun? – Eigentlich ist das gar kein Problem. Den angebotenen Studienplatz annehmen – was man hat, das hat man schon mal. Und dann auf die Absagen der Mitbewerber an der Traumhochschule hoffen. Das haben zwar die Unis nicht gerne, weil genau dieses Verhalten zu den ewigen Nachrückerplätzen und Umschichtungen führt, aber es ist legal.

Ein angenommener Platz kann wieder abgesagt werden und wenn die Absage vor Vorlesungsbeginn erfolgt, bekommt man in der Regel auch seine Gebühren wieder zurück erstattet.

Dialogorientiertes Serviceverfahren

Eine Besonderheit ist das Dialogorientierte Serviceverfahren (DoVS). Dabei priorisierst du deine Auswahl von vornherein und bist aus dem Verfahren raus, sobald du einen Platz angenommen hast. Erst später im Verfahren (Clearing) kannst du dich wieder auf übrig gebliebene Plätze bewerben, die dann verlost werden. Solltest du beim Losverfahren kein Glück haben, bleibt dir auf jeden Fall der erste angenommene Studienplatz sicher.

Studienplatzbörsen

Dass die Studienplatzvergabe nicht reibungslos und geradlinig verläuft, ist inzwischen klar geworden. Hochschulen haben durchaus Interesse daran, die vorhandenen Studienplätze zu belegen. Als für beide Seiten nützliches Instrument erwiesen sich die Studienplatzbörsen. In diese Listen, zum Beispiel die der Hochschulrektorenkonferenz, tragen Hochschulen regelmäßig ihre freien Restplätze ein. Ohne großen Aufwand erhältst du eine Liste an Möglichkeiten. Auf diesem Wege einen Platz für den Wunsch-Studiengang zu ergattern, ist durchaus im Bereich des Möglichen.

Solltest du jedoch auf deine Wunsch-Stadt spekulieren, sieht es bei Studienplatzbörsen eher schlecht aus.

Losverfahren

Etwas aufwändiger gestaltet sich die Teilnahme am Losverfahren. Es gibt keine überregionalen Listen oder Verfahrensvorschriften.

Die Platzvergabe per Los regelt jede Hochschule für sich.

An den meisten Hochschulen können auch spätentschlossene Bewerber am Losverfahren teilnehmen, die ursprünglich gar nicht eingeschrieben waren.

Studiengänge, die das DoSV nutzen, können ihre freien Plätze per Clearingverfahren bei hochschulstart.de verlosen. Der Zugang zu diesem Clearingverfahren ist für alle Studieninteressierten offen, es gibt ein eigenes Bewerbungsverfahren. Die Karten werden neu gemischt, die Chancen sind für alle gleich.

Rechtliche Schritte

Immer wieder versuchen abgelehnte Studienbewerber ihren (vermeintlichen) Anspruch gerichtlich durchzusetzen. Grundsätzlich ist die Ablehnung eines Bewerbers ein Verwaltungsakt und damit  anfechtbar. Als erster Schritt ist binnen vier Wochen ein schriftlich formulierter Widerspruch bei der Hochschule einzulegen. Dieser Widerspruch ist in aller Regel erfolglos, es folgt die Klage vor Gericht. Das Recht auf freie Wahl des Arbeits- beziehungsweise Ausbildungsplatzes beruht auf § 12 des deutschen Grundgesetzes. Der Paragraph legt fest, dass jeder Bürger der Bundesrepublik Deutschland dieses Recht in Anspruch nehmen kann (http://www.bachelor-studium.net/studienplatzklage). Bei der Studienplatzklage muss nachgewiesen werden, dass die Hochschule unbesetzte Studienplätze hat, also freie Kapazitäten. Daher auch der Name Kapazitätsklage.

Dieser Schritt sollte allerdings sehr gut überlegt sein. Es lohnt eine genaue Recherche und das Einschalten eines Rechtsanwaltes, der auf das Thema spezialisiert ist. Spezialisierte Anwälte führen häufig Sammelklagen, die die Kosten auf mehrere Schultern verteilen. Nichtsdestotrotz steht bei einer Klage gegen eine Hochschule viel Geld auf dem Spiel – bei äußerst ungewissem Ausgang.

Studienfach vor Studienort

Ganz am Anfang des Artikels stand die Frage nach deinen Prioritäten: Traum-Studiengang oder Traum-Stadt? Solltest du dich für ein ganz bestimmtes Studienfach begeistern und dabei die Standortwahl als nicht so wichtig erachten, haben wir folgende Tipps für dich:

Klar, Berlin, München, Köln, Hamburg, … – das klingt schon ganz anders als Eichstätt oder Chemnitz. Trotzdem, auch kleinere und/oder unbekanntere Hochschulstandorte haben ihren Charme. Meist sind die Grenznoten bei niedrigeren Bewerberzahlen auch niedriger. Studiengänge, die in beliebten Studentenmetropolen mit NC belegt sind, sind in anderen Hochschulen oft sogar zulassungsfrei. Zulassungsfreie Studiengänge bieten den Vorteil, dass meist die Bewerbungsfristen noch nicht abgelaufen sind, wenn bei den NC belegten Studiengängen schon die Absagen zurückkommen. Wer jetzt also schnell ist und räumlich flexibel, kann noch ein echtes Schnäppchen ergattern. Schnäppchen übrigens auch in finanzieller Hinsicht. Vergleiche doch nur mal kurz die Mieten für ein WG-Zimmer in München (vorausgesetzt du findest eines!) mit einem Zimmer in Chemnitz. Der Osten ist bei weitem nicht so schlecht wie sein Ruf.

Besonders die Auswahl an zulassungsfreien Studiengängen ist dort gut, die Rahmenbedingungen an den Hochschulen ebenfalls. Die Abiturientenzahlen nehmen ab. Und nein, das liegt nicht an den doofen Ossis, es liegt vielmehr an der demographischen Situation Ostdeutschlands. Nach der Wende verließen viele junge Menschen ihre Stadt Richtung Westen. Die Geburtenrate lag in den Jahren 1993/1994 gerade mal bei 0,77 Kindern und glich sich nur sehr langsam dem Westniveau an. Dadurch ist auch die Situation auf dem Wohnungsmarkt deutlich entspannter, was ein nahezu unschlagbares Argument ist, wenn die Zeit für die Wohnungssuche drängt. Die Bewerbungen aus Westdeutschland um einen Studienplatz im Osten sind vergleichsweise niedrig, so dass die Chancen sehr gut stehen.

Manch einer mag beim Thema Studieren in Ostdeutschland jetzt denken: Wenn schon Ausland, dann richtig! Und ja, auch das ist möglich.

Unsere deutschsprachigen Nachbarländer bieten gute Angebote für Studienbewerber aus Deutschland. Die Niederlande oder Belgien bestechen zudem durch ihr umfangreiches englischsprachiges Angebot. Andere Länder, andere Sitten – diese Tatsache ist ein entscheidender Vorteil bei der Last-Minute-Suche im Ausland. Denn der reguläre Bewerbungsschluss ist in vielen Ländern später als in Deutschland. Die Österreicher ermöglichen dir eine fristgerechte Bewerbung für das Wintersemester bis 1. September, für das Sommersemester bis 1. Februar.

Studienort vor Studienfach?

Solltest du dich allerdings für eine ganz bestimmte Stadt begeistern und dabei die Studiengang-Wahl als nicht so wichtig erachten, haben wir folgenden Tipp für dich:

Es ist immer dasselbe, die interessantesten Studiengänge sind mit NC belegt. Um trotzdem an der Wunsch-Hochschule starten zu können, bietet sich die Möglichkeit nach verwandten zulassungsfreien Studiengängen Ausschau zu halten und darauf zu spekulieren, später in den Wunsch-Studiengang zu wechseln. Dafür gibt es allerdings keine Garantie und im Zweifel heißt das, das als Notlösung gewählte Studienfach bis zum Ende durchzuziehen. Aber bei guter Vorrecherche und dem nötigen Quäntchen Glück, stehen die Chancen sehr gut.

Welche Studiengänge diese Wechselmöglichkeit bieten, wie hoch die Wahrscheinlichkeiten sind und welche Prüfungsergebnisse angerechnet werden, musst du bei der jeweiligen Hochschule erfragen. Allgemeingültige Vorschriften dafür gibt es nicht.

Und so mancher blieb schon freiwillig bei der vermeintlichen Notlösung hängen, die sich bei näherer Betrachtung durchaus als interessanter herausstellen kann als ihr Ruf vermuten ließ.

Studienplatz-Absage – Tipp 3: Nicht warten, machen!

Auch wenn der einfache, gerade Weg nicht funktioniert, deine Lage ist nicht aussichtslos. Raff dich auf und packe es an! Und trotzdem kann warten manchmal sinnvoll sein. Zum Beispiel, wenn du nur knapp am NC gescheitert bist. Ein halbes Jahr später, im Sommersemester, ist der NC meist nicht so hoch und der Einstieg leichter zu schaffen. Das halbe Jahr kannst du Däumchen drehen und abwarten. Oder, was viel sinnvoller ist, für dich nutzen um Erfahrungen zu sammeln, für die dir später die Zeit fehlt.

Das Gap Year (Lückenjahr) gewinnbringend nutzen!

In einer total unvollständigen Liste, haben wir für dich zusammengetragen, was uns zum Thema Wartezeiten so eingefallen ist.

  • Praktikum: Berufserfahrung sammeln, den eigenen Studiengang in der angewandten Praxis erleben, Kontakte zu späteren potentiellen Arbeitgebern knüpfen.
  • Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), Freiwilligens Ökologisches Jahr (FÖJ)
  • Bundesfreiwilligendienst (BFD)
    Nähere Infos und die Unterscheidung von FSJ, FÖJ und BFD
  • Europäischer Freiwilligendienst
  • Arbeiten: Ja, auch das ist möglich. Heuert bei einer beliebigen Zeitarbeitsfirma an, die Einstellungschancen stehen gut. Arbeitet hart und freut euch jeden Tag darüber, diese Arbeit nicht bis zur Rente machen zu müssen. Viele Menschen müssen das.
  • Ehrenamt: Wer sich ehrenamtlich betätigt, stärkt nicht nur seine soziale Kompetenz, er beweist späteren Arbeitgebern auch ein hohes Maß an Engagement, Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein.
  • Reisen: Reisen bildet. So abgedroschen der Spruch auch ist, so wahr ist er doch. Vorausgesetzt, man versteht unter „Reisen“ nicht den Pauschalurlaub 14 Tage Malle mit Kumpels.
  • Work&Travel: Das Reisen muss man sich erst mal leisten können. Work&Travel könnte in diesem Fall genau das Richtige für dich sein.
  • Sprachkurs besuchen: Egal ob im eigenen Land oder direkt vor Ort. Eine Fremdsprache zu beherrschen kommt in jeder Bewerbung gut an.
  • Au-Pair: Verbindet Auslandserfahrung, Sprachkurs, Arbeiten und Familienanbindung zu einem Angebot.

Entscheidung hin oder her

Und egal, wofür du dich nach einer Absage von deinem Traum-Studienplatz entscheidest. Der Karriereberater Martin Wehrle aus Jork bei Hamburg hat zum Thema Wartesemester noch folgende Weisheit für dich auf Lager:

„Es ist keine Lücke im Lebenslauf. Alles, was man in dieser Zeit tut, lässt sich im Lebenslauf verkaufen. Wer reist, sollte aufschreiben, was er dabei gelernt hat. Wer liest, sollte sagen, was ihm das fürs Studium oder den Beruf gebracht hat.“ Dass jemand gar nichts tue, sei nicht möglich. “Man braucht nur ein Bewusstsein dafür, wo die Verbindung zum späteren Beruf liegt. … Man kann seine Studienwahl noch einmal überdenken und den durch das Abi vielleicht leeren Energieakku laden“, so Wehrle. “Solche Pausen sind im späteren Erwerbsleben selten.“ Es spreche also überhaupt nichts dagegen, eine solche Gelegenheit auch zu nutzen.

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