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Mädchen das Ukulele spielt und damit richtig glücklich ist

Mit Ukulele und Verantwortungslosigkeit zum Glück

Ukulele für alle! 🙂

Zurück in die Antike

„Carpe diem.“ – Ein Ausdruck, der häufig gebraucht, aber selten wirklich verstanden wird. Die Werbeindustrie nutzt es als Slogan. Man soll alles rausholen, was nur geht. Starten Sie JETZT Ihren Frühjahrsputz! Holen Sie HEUTE noch alle liegengebliebenen Arbeiten nach! Nutzen Sie den Tag!

Wer aber mal einen Blick in die philosophischen Texte der griechischen Antike wirft, aus denen das berühmte Carpe Diem eigentlich stammt, der stellt fest: Hier wird einem eigentlich das Gegenteil angeraten. Die „ataraxia“, die innere Ruhe, soll erreicht werden, indem man sich nicht von äußeren Einflüssen durcheinanderbringen lässt. Man soll sich von äußeren Reizen – und hier ist es egal, ob diese gut oder schlecht sind – nicht zu sehr beeinflussen lassen, sondern gelassen bleiben. Nur so erreicht man laut den Stoikern die „vita beata“ – das schöne Leben.

Aber jetzt mal alle Theorien beiseite: Ich carpe meinen diem momentan so richtig! Aber weder auf die Werbeslogan-Art noch auf die traditionelle Weise. Ich habe mir meine eigene Philosophie geschaffen. Die Philosophie der Verantwortungslosigkeit. Und genauso wie die Philosophie selbst, war der Anfang meiner Reise etwas ungewöhnlich.

Am Anfang war die Ukulele…

Die ersten Semester als Studentin hatte ich alles andere als glücklich verbracht. Ich war hochgradig depressiv, ging nie unter Menschen und hasste mich selbst. Die einzige Freude in meinem Leben war das Schauspielen. Ende des letzten Semesters hatte unsere Theaterhochschulgruppe wie immer in einer der letzten Uniwochen ihre Aufführungen. Und üblicherweise wurden nach der Dernière die erfolgreichen Auftritte ordentlich gefeiert. Ich bin eigentlich kein Fan von Partys, aber hier waren wir eine Gruppe von Leuten, die ich alle sehr mochte. Mehrere Sorten Alkohol erreichten meinen Magen und zeigten bald ihre Wirkung. Am nächsten Morgen dann die Nachricht meiner Schauspielkollegin: „Sag mal, hab ich mir das eingebildet oder hast du gestern im Suff eine Ukulele gekauft?“ Dunkel stahl sich eine Erinnerung in mein Gedächtnis und ich checkte meine letzten Amazon-Bestellungen. Und dort stand es tatsächlich: Ich hatte mir eine Ukulele gekauft.

So als armer Student war das natürlich saudumm. Ich konnte nicht mal Ukulele spielen. Doch der Gedanke, es zu lernen, gefiel mir. Bald kam sie in meinem Zuhause an, ich gab ihr einen Namen und spielte schließlich jeden Tag darauf. Sie brachte mir so viel Freude, wie ich sie schon lang nicht mehr an etwas hatte. Und das wiederum brachte die Kugel ins Rollen.


Quelle: Giphy

Und sie sah, dass es gut war

Das Praktische an so einer Ukulele ist, dass man sie überall hin mitnehmen. Beim nächsten Treffen mit meiner Freundin hatte ich mein neues Lieblingsstück also dabei, denn auch sie wollte sich mal daran versuchen. Als ich also bei ihr war, gab ich eines meiner ersten Lieder zum Besten und sang auch dazu, was ich sonst nie vor anderen Menschen machte. Die Reaktion meiner Freundin verblüffte mich. „Wow, du singst voll gut! Ich hatte richtig Gänsehaut!“ Das war mir jetzt aber neu. Ich wusste, dass ich die Töne treffen kann, aber Gänsehaut? Wer hätte das gedacht.

Die Worte meiner Freundin blieben mir im Kopf hängen und ich fing an, mich weiter an der Musik auszuprobieren, lernte immer mehr Lieder und fing schließlich sogar an, selbst Songs zu schreiben. Meine Freundin schien in meinen Texten wohl irgendwie Potential zu sehen und schickte mir den Link zu einem Gedichtswettbewerb. Ich nahm teil. Ohne jemals zuvor ein Gedicht geschrieben zu haben. Warum auch nicht? Was hält mich denn auf? Eine einzige dumme Entscheidung hatte mir so viel Freude gebracht, warum dann hier aufhören? In meinem Kopf entstand eine Idee.

Der Gedanke daran, endlich all die Dinge zu tun, bei denen ich bisher zu viele Zweifel hatte, um sie durchzuziehen, sorgte für ein aufregendes Kribbeln in meinem Bauch. Grinsend griff ich schließlich zum Handy, rief meine Freundin an und fragt sie, ob sie einen elektrischen Rasierer zu Hause hatte. Seit der achten Klasse schon hatte ich mit dem Gedanken gespielt, mir die Haare abzurasieren und mir fiel einfach kein Argument mehr ein, warum ich es nicht tun sollte. Drei Tage später war Mähne ab. Und ich liebte es!

Nur kurz darauf brachte ich meine neue No-Care-Lebeweise auf die Spitze, indem ich das tat, was mir schon seit einer Weile im Kopf herumspukte. Ich fing an zu rauchen. Das mag dem ein oder anderen Leser jetzt absolut unverständlich sein, aber das muss auch niemand nachvollziehen können. Ich tat endlich, was ich wollte, egal wie dumm es war, ohne mich zu rechtfertigen. Das Rauchen brachte einen interessanten Nebeneffekt mit sich: Es festigte die Freundschaft zwischen mir und meiner Mitbewohnerin. Da sie selbst Raucherin ist, trafen wir uns nun täglich am Fensterbrett und unterhielten uns bei einer gemeinschaftlichen Kippe. Meine Beziehung zu ihr war nie besser!

Und das soll glücklich machen?

Ich könnte noch viel mehr Dummheiten erzählen, die ich mir seit meinem Ukulelenkauf geleistet hatte. Aber hat meine Philosophie der Verantwortungslosigkeit denn jetzt tatsächlich glücklich gemacht? Die Antwort ist simpel und kurz: Ja. Ich bin tatsächlich glücklicher. Ich habe endlich Spaß an dem, was ich tue, ich genieße das Leben mehr und ich bin viel sozialer geworden. Und ironischerweise bin ich durch meine Verantwortungslosigkeit verantwortungsvoller geworden. Das ist kein Witz! Dadurch, dass ich viel fröhlicher bin, habe ich auch mehr Energie. Somit kann ich mich deutlich gewissenhafter den Arbeiten widmen, die früher immer liegen geblieben sind. Meine Zimmer ist so ordentlich wie nie zuvor, ich gehe regelmäßig in die Vorlesungen und bereite diese sogar nach, und kann endlich arbeiten, um Geld zu verdienen. Es erstaunt mich selbst, was ein paar kleine Dummheiten alles bewirken können.

Was ich mit all dem eigentlich sagen will: Nutzt euren Tag, so wie ihr es wollt. Tut das, was euch Spaß macht! Denkt nicht so viel darüber nach, was Andere denken oder ob ihr es am Ende eventuell bereut, denn im Großteil der Fälle passiert das eh nicht. Die Menschen neigen dazu, sich so viel Gedanken über ihre Zukunft zu machen, dass sie die Gegenwart vollkommen ignorieren. Und das ist doch schade! Das geht so viel Lebensqualität verloren, die nicht verloren gehen müsste. Ihr müsst ja nicht gleich mit dem Rauchen anfangen (das ist schon wirklich dumm, ich gebe es ja zu…), aber schneidet euch doch die Frisur, von der ihr befürchtet, dass sie zu gewagt ist. Kauft euch eine Ukulele! Seid dumm! Vertraut mir, es macht unglaublich viel Spaß – und glücklich!

Du hast dir jetzt auch ne Ukulele gekauft? Welche Effekte hat sie bei dir ausgelöst? 😉

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