Abmelden oder durchziehen? Keine Panik bei der Prüfung!
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Student hat die schwere Wahl - entweder von der prüfung abmelden, schieben oder durchziehen

Panik vor der Prüfung – Abmelden? Durchziehen?

Abmelden oder durchziehen, das ist hier die Frage! 😉 Nur keine Panik!

Die Prüfungszeit rückt näher, der Stress nimmt zu, Energie und Motivation sinken und damit auch das Selbstvertrauen. Der verlockende Gedanke, die ein oder andere Prüfung zu schieben, dich einfach abzumelden, setzt sich in deinem Hirn fest. Du schaffst das alles einfach nicht, sitzt unmotiviert vor deinen Unterlagen, lernst und lernst und kommst nicht weiter. Du verstehst nur Bahnhof, so sehr du dich auch bemühst, der Stoff will nicht in dein Hirn und die Zeit reicht hinten und vorne nicht. Du fragst dich, ob du der Aufgabe überhaupt gewachsen bist, ob das alles noch einen Sinn hat. Du zweifelst an dir, an deiner Lernstrategie, an deiner Studienwahl und findest dich nicht gut genug. Und schon beginnt der alte Streit zwischen Engelchen und Teufelchen auf deiner Schulter.

Das Teufelchen lockt dich, einfach hinzuschmeißen, nur diese eine Prüfung, nur dieses eine Mal. Was ist denn schon dabei. Dein Engelchen schimpft dich einen faulen Hund, und mahnt zu Vernunft und Besonnenheit.

Zweifel sind im Studium genauso normal, wie die Unsicherheit und Angst vor den Prüfungen. Aber deine Verunsicherung darf dich nicht lähmen. Nur weil du gerade zweifelst, kannst du deine Klausur nicht abmelden, das Problem verschiebt sich nur zeitlich nach hinten und der Druck wird beim nächsten Mal noch größer.

Doch es gibt tatsächlich auch Situationen, in denen es schlauer ist, rechtzeitig die Notbremse zu ziehen und die Prüfung zu schieben. Denn manchmal macht es einfach keinen Sinn, mitzuschreiben und sehenden Auges ins Verderben zu rennen. Genau für diese Fälle gibt es die Möglichkeit der Prüfungsabmeldung. Wann das sinnvoll ist muss gut überlegt werden. Diese Entscheidung musst du alleine treffen, du darfst sie nicht Engelchen und Teufelchen auf deiner Schulter überlassen.

Argumente für und gegen das Schieben haben wir in diesem Artikel für dich gesammelt.

 

Argumente, die Prüfung durchzuziehen

Eine Prüfungsabmeldung ist eine wichtige Entscheidung, die weitreichende Folgen für dein Studium haben kann. Das Prüfungsamt bietet den Studierenden diese Möglichkeit an, um im Ernstfall vielleicht sogar ein ganzes Studium zu retten. Für das Teufelchen auf deiner Schulter, das dir den vermeintlich leichteren Weg einreden will, ist diese Möglichkeit nicht gedacht. Bedenke, dass du durch die Abmeldung zum Einen Zeit verlierst, zum Anderen hast du dann im nächsten Semester die selbe Situation mit dem selben Teufelchen auf deiner Schulter wieder. Schieben ändert nichts daran, dass du jede Prüfung irgendwann schreiben musst. Lediglich der Druck wird von Mal zu Mal höher, die effiziente Vorbereitung dadurch immer schwieriger und das Teufelchen auf deiner Schulter immer stärker.

Auch wenn dein Teufelchen flüstert, du wärst nicht perfekt vorbereitet, du hättest mehr tun müssen und bei einem späteren Versuch wärst du bestimmt viel fleißiger in der Vorbereitung. Sei ehrlich zu dir. Bist du wirklich komplett chancenlos oder reicht es vielleicht „nur“ zu einer 2 oder 3? Und wärst du wirklich zu einem späteren Zeitpunkt um so viel fleißiger? Auch da wirst du wieder viel um die Ohren haben, mehrere Prüfungstermine im selben Zeitraum und irgendwann keine Motivation mehr zum Weiterlernen. Bei ehrlicher Betrachtung kommst du in den allermeisten Fällen selber zu dem Entschluss, dass es mit „Mut zur Lücke“ immer noch besser ist, die Sache durchzuziehen als auf den nächsten Prüfungstermin und eine plötzlich erscheinende grenzenlose Lernmotivation zu spekulieren.

Natürlich bist du aufgeregt. Der Druck vor vielen Prüfungen ist groß, besonders, wenn es sich bereits um den Zweit- oder gar Drittversuch handelt. Aber lass dir nicht einreden, dass Schieben gegen Aufregung oder Druck hilft. Das Gegenteil ist der Fall. Solltest du das Gefühl haben, die Angst vor der Prüfung lähmt dich total, suche dir am besten rechtzeitig Unterstützung. Bereite dich in einer Lerngruppe auf deine Prüfung vor, und du wirst sehen, auch die anderen sind nicht perfekt. Oder, wenn du gar kein Land mehr siehst, suche dir Hilfe von einem guten Psychologen oder Therapeuten. Sich Hilfe zu holen um nicht zu versagen ist keine Schande. Zu versagen, weil du Hilfsangebote verweigerst schon eher.

Solltest du dich in den bisherigen Ausführungen wiedererkennen, schubs das Teufelchen von deiner Schulter, zieh es durch uns lass dich vom Engelchen dafür ordentlich loben.

Situationen, in denen dein Teufelchen Recht bekommen sollte – Schieben als Option

Es gibt Situationen im Leben eines Studenten, in denen du tatsächlich auf die Stimme deines Teufelchens hören darfst und deine Prüfung  ohne schlechtes Gewissen abmelden kannst. Doch wie schon gesagt darf das kleine Teufelchen diese Entscheidung nicht alleine treffen. Sinnvoll ist lediglich eine Abmeldung als strategischer Rückzug, als reiflich überlegte Notbremse.

Auch ein noch so wohlmeinendes und motivierenden Engelchen kann eine bestandene Prüfung nicht erzwingen. Wenn äußere Umstände auftreten, die du nicht beeinflussen kannst und die ein erfolgreiches Abschneiden unmöglich machen, darfst du das Ziel nicht stur, wie mit Scheuklappen, verfolgen.

Rechtzeitiges Abmelden aus einem der folgendem Gründe ist immer noch besser als ein sicherer Fehlversuch.

  1. Abmelden wegen Krankheit oder psychischer/emotionaler Belastung

Der Grund, der wohl am meisten einleuchtet ist, wenn du am Tag der Prüfung ernsthaft krank bist und keine angemessene Leistung erbringen kannst. Du holst dir umgehend ein Attest vom Arzt und meldest dich damit von der Prüfung ab. Die Hochschule hat in diesem Fall das Recht, ein Attest vom Hochschularzt einzufordern.

Doch auch, wenn du am Prüfungstag gesund bist, kann Krankheit deine Prüfungsteilnahme verhindern. Und zwar, wenn du in der Vorbereitungszeit längerfristig und ernsthaft erkrankt bist. Das gilt sowohl für körperliche als auch für psychische Erkrankungen. Auch in diesem Fall ist ein ärztliches, ggf. hochschulärztliches Attest vorzulegen. Wenn du dich wegen deiner Prüfungsangst, Depression, Burn out oder Ähnlichem  abmeldest, ist es sehr ratsam, dir diesbezüglich umgehend Hilfe zu suchen. Denn dauerhaft kommst du um die Prüfung nicht herum und das Problem wird sich beim nächsten Versuch nicht in Luft aufgelöst haben.

Auch ohne gleich krank zu sein gibt es psychische und emotional belastende Situationen, sei es ein Todesfall in der Familie, eine gescheiterte Beziehung oder ein anderer schwerer Schicksalsschlag, die dich so sehr beeinträchtigen, dass ein konzentriertes Lernen nicht möglich ist. In der Regel gilt in diesem Fall der abgedroschene Spruch „die Zeit heilt alle Wunden“ und eine Prüfungsvorbereitung ist zu einem späteren Zeitpunkt wirklich effektiver und führt somit aller Wahrscheinlichkeit nach zu einem besseren Prüfungsergebnis.

  1. Falsche Vorbereitung als Grund fürs Abmelden

Du hast fleißig gelernt und das Engelchen auf deiner Schulter ist sehr zufrieden mit dir. Bis zu dem Tag, an dem du dich mit Kommilitonen unterhältst und feststellst, dass du jetzt ein schwerwiegendes Problem hast. Du hast dich völlig betriebsblind in kleinste Details verrannt, bist Fachmann auf dem Gebiet des sinnlosen Wissens und hast keine Ahnung von den tatsächlichen Schwerpunkten. Wenn es jetzt terminlich schon „kurz vor knapp“ ist, solltest du ernsthaft über eine Abmeldung nachdenken.

Es kann aber auch vorkommen, dass du zwar die Schwerpunkte richtig erkannt hast, schon fleißig am Lernen bist und dann aber feststellst, dass du die Fülle des Stoffes völlig unterschätzt hast. Es gibt Studenten, die relativ mühelos dicke Skripten stur auswendig lernen können, aber bei vergleichsweise wenig Stoff an Verständnisproblemen scheitern und stundenlang üben müssen. Wenn du wirklich kein Land siehst, den Stoff in der vorhandenen Zeit noch einigermaßen in Griff zu bekommen, kannst du die Möglichkeit der Abmeldung nutzen und dich dafür umso mehr auf die verbleibenden Prüfungen vorbereiten. Das muss aber wirklich die Ausnahme für den Notfall sein und keine von Anfang an kalkulierte Option um mit möglichst wenig Vorbereitungszeit durch die Prüfung zu kommen.

  1. Hochschulinterne Gründe die einen zum Abmelden zwingen

Leider werden Studierende nicht gefragt, welcher Termin für die Prüfung sinnvoll wäre. Er wird einfach festgelegt. So kann es passieren, dass in eine Woche besonders viele Prüfungen fallen oder gar zwei deiner Prüfungen auf den selben Tag. Das stellst du in der Regel frühzeitig fest und kannst strategisch klug und über das offizielle Abmeldeverfahren eine der Prüfungen schieben. Genauso verhält es sich, wenn ein Prüfungstermin aus persönlichen Gründen äußerst ungünstig liegt. Zum Beispiel am Termin der standesamtlichen Hochzeit der Schwester. Auch das weißt du frühzeitig und kannst das Abmeldeverfahren der Hochschule nutzen.

Manchmal liegt ein Grund für das Schieben auch an der Tatsache, dass die Prüfer eines Faches von Semester zu Semester wechseln. Da kann es besonders bei mündlichen Prüfungen sinnvoll sein zu Schieben, wenn du weißt, dass die Chemie zwischen dir und dem aktuellen Prüfer einfach nicht stimmt.

Ein weiterer strategischer Grund, eine Prüfung zu schieben kann es sein, wenn du in der Vorlesung einen ganz neuen Dozenten hattest. Dann kann es Sinn machen, erst einmal abzuwarten, wie er seine Prüfung gestaltet. Das kann aber auch nach Hinten losgehen, wenn der neue Dozent seine erste Prüfung sehr einfach gestaltet, um Fettnäpfchen zu vermeiden. Hinterher wirst du klüger sein…

Wenn dich einer der Punkte betrifft, musst du natürlich immer noch selber entscheiden, ob du dich abmeldest, oder ob du die Prüfung trotzdem hinter dich bringen willst. Nimm diesen Artikel als Anregung, in beide Richtungen zu überlegen. Entscheide bedacht und nicht aus einer Emotion heraus. Engelchen und Teufelchen halten sich feige raus, wenn es darum geht, die Konsequenzen deiner Entscheidung zu tragen…

Fazit – So klappt es dann mit der Abmeldung

Nach reiflicher Überlegung und aus freien Stücken 😉 hast du dich dazu entschlossen, deine Prüfung abzumelden. Dazu gibt es ein offizielles Abmeldeverfahren an deiner Hochschule. Das funktioniert solange problemlos, solange du die vorgegebene First einhältst. Ist diese Frist abgelaufen, ist auch das Einreichen eines ärztlichen Attestes eine anerkannte und praktikable Möglichkeit. Falls eine Erkrankung der Grund der Verhinderung ist. Ansonsten bleibt dir nur die Möglichkeit, einen Antrag auf Abmeldung beim Prüfungsamt oder dem Prüfungsausschuss zu stellen. Unbedingt vorher erkundigen, wer der richtige Ansprechpartner dafür ist! Und dann bleibt dir nur noch zu hoffen, dass deinem Antrag stattgegeben wird.

Es lohnt sich also durchaus, nicht zu lange mit der Entscheidung zu warten und den offiziellen Weg über das Abmeldeverfahren zu nutzen.

 

Gab es bei dir schon mal nen Grund, dich von einer Prüfung abmelden zu müssen? Erzähle uns und den Lesern von deinen Erfahrungen!

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