Overly attached Mitbewohnerin - Sind wir in einer Beziehung?
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Overly attached roommate – Sind wir in einer Beziehung oder was?

Mitbewohnerin oder Quälgeist?

Es bedarf nur einer kurzen Google-Suche und schon ploppen zahlreiche Artikel zum Thema ‚anhängliche/r Freund/-in‘ auf und wie man diese wieder loswird. Doch hatte ich während eines Semesters mit einem etwas anderen Problem zu tun: Meine Mitbewohnerin wurde immer anhänglicher. Ich hatte sie zunächst eigentlich wirklich gern und wir wurden schnell Freunde, doch sehr bald schlich sich das Gefühl bei mir ein, in einer anstrengenden Beziehung zu stecken. Und das obwohl ich keine Beziehung hatte. Wenn ich mir nun bei meiner Google-Suche die Anzeichen eines zu klammernden Partners anschaue, muss ich feststellen, dass meine Mitbewohnerin viele der genannten Kriterien erfüllte.

1. Unzählige Nachrichten

Ein Leben ohne meine Meinung schien auf einmal nicht mehr möglich zu sein. Sei es nur darum, ob sie sich das neue Kleid beim H&M kaufen sollte, oder um mir mitzuteilen, dass sie mich bereits ganz arg vermisste, obwohl ich erst seit zwei Stunden aus dem Haus war. Alles und jedes musste mir mitgeteilt werden. Da war es dann vollkommen egal, dass ich mich mit der Thematik ihrer Wirtschaftsvorlesung nicht auskenne; mir wurde dennoch jedes einzelne Detail darüber mitgeteilt. Ob es mich nun interessierte oder nicht.

2. Eifersucht

Ein Abend mit anderen Freunden von mir zu verbringen, artete plötzlich schnell in einen Guilt-Trip aus. Da ging ich mit den Menschen aus, die meine Mitbewohnerin eh nicht kannte, und durfte dann trotzdem langatmig erklären, warum ich denn jetzt was ohne sie unternehme. Allgemein wurde schnell das grüne Eifersuchtsmonster ausgepackt, wenn ich mit einer Person ein wenig mehr Zeit verbrachte als mit ihr. Auch der einwöchige Urlaub mit meiner besten Freundin, auf den ich mich wirklich freute, wurde nur mit dem Vorwurf „Mit mir fährst du nie in den Urlaub“ kommentiert. Am liebsten hätte ich mich vollkommen davor gedrückt, ihr von meinen Plänen zu erzählen. Doch auch das schien ein Ding der Unmöglichkeit zu sein.

3. Kontrollfreak

Wer kontinuierlich unter Zwang steht, seinem Partner über jeden Schritt und Tritt zu informieren, hat auf lange Sicht nur einen dünnen Geduldsfaden. „Wo gehst du hin? Was machst du da? Wann kommst du zurück?“ Jede einzelne Frage bekam ich immer öfter von meiner Mitbewohnerin zu hören. Nicht einmal zum Einkauf schien ich in Ruhe gehen zu dürfen. Wenn ich vorhatte über Nacht wegzubleiben, wurde ich mit einem enttäuschten Blick belohnt. Der Gedanke, dass auch andere Unternehmungen, in denen sie nicht involviert war, in meinem Leben eine wichtige Rolle spielen, schien ihr unerträglich zu sein. Was letztendlich zu der Frage führte, vor der ich mich schließlich am meisten fürchtete.

4. „Darf ich mitkommen?“

Sie zu einem Grillabend mit ein paar Kommilitonen mitzunehmen, wäre für mich natürlich eigentlich kein Problem gewesen. Doch es war eins für sie. Und ihr Problem wurde zu meinem Problem. Da sie die Menschen bei dem Treffen, die ich irgendwann in Vorlesungen und Seminaren kennengelernt hatte, nicht kannte, fühlte sie sich natürlich fehl am Platz. Aber das war ja kein Thema, schließlich konnte ich mich ja mit ihr unterhalten. Oder etwa doch nicht? Gerade bei solchen Treffen war ich schnell von ihr genervt. Schließlich ging ich nicht dorthin, um mehr Zeit mit ihr zu verbringen und sie zu entertainen. Wenn ich sie allerdings ignorierte und mich mit jemand anderem unterhielt, wurde mir schnell unterstellt, dass ich sie ausschließen wolle. Logische Argumente konnten da leider nur wenig bewirken.

5. Unausgeglichenes Interesse

Ausgeglichenheit ist in einer Partnerschaft wichtig. Egal, um welche Partnerschaft es sich handelt. Keiner sollte mehr im Mittelpunkt stehen als der Andere. Von diesem Prinzip schien meine Mitbewohnerin jedoch eher weniger zu halten. Nachdem sie den Großteil ihrer eigenen Freundschaften beendet bzw. den Kontakt stark verringert hatte, legte sich ihr Fokus schnell auf mich. Da wir beide dasselbe Hobby haben, war sie auch dort immer an meiner Seite. Weitere Hobbies schien sie keine zu haben, denn ständig bekam ich von ihr Nachrichten darüber, wie sehr sie sich langweilte, wenn ich selbst gerade beschäftigt war. Mein mangelndes Interesse an ihr schien sie allgemein sehr zu stören. Es ist nicht so, dass ich ihr keinerlei Aufmerksamkeit schenkte, doch die Menge an Aufmerksamkeit, die sie brauchte, war das Problem. Ihr Interesse an mir war einfach größer als meines an ihr. Und das ist, egal um welche Art von Beziehung es sich handelt, nie ein gutes Zeichen.

Was tun mit der Mitbewohnerin?

Fall sich einer von euch ebenfalls mit einem klammernden Partner rumschlagen muss – sei es jetzt ein Mitbewohner, ein Freund oder eben in einer festen Beziehung – ist die Lösung in allen Szenarien dieselbe: Communication is key. Sucht das Gespräch und sagt ganz offen, was euch stört und dass ihr mehr Abstand braucht. Macht mit eurem Partner Zeiten aus, in denen ihr allein sein könnt. Erklärt auch, dass euch Treffen mit anderen Menschen wichtig sind und ihr da auch mal allein hingehen wollt. Wenn alle guten Worte und Versuche allerdings auch nichts bringen, muss man sich schließlich überlegen, ob das Fortführen der Beziehung überhaupt noch einen Sinn macht.

Ich für meinen Teil wohne mit meiner Mitbewohnerin nicht mehr zusammen. Egal, wie sehr ich es versuchte, sie konnte einfach nicht loslassen. Also musste ich sie loslassen. So hart das auf den ersten Blick auch klingen mag, auf lange Sicht sind solche Beziehungen toxisch und tun beiden Partien nicht gut. Kontakt habe ich inzwischen keinen mehr mit ihr, da sie mir meinen Auszug sehr übel genommen hatte. Doch obwohl ich mich gern auch an unsere schönen Zeiten zurückerinnere und sie durchaus vermisse, habe ich meine Entscheidung noch nicht einen Tag bereut.

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