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Studentin hält ihren Partner im Arm und stellt sich dabei die Frage ob sie die Richtige ist

Bin ich die Richtige?

Immer diese eine Frage – „Bin ich die Richtige?“

Es war einmal…

So möchte ich meine Geschichte heute beginnen, weil sie klingt wie ein Märchen. Für mich zumindest, andere mögen es unanständig, schrecklich oder abstoßend finden.

Also, es war einmal ein junger Mann, nennen wir ihn Martin, der mich schon lange faszinierte. Er sah sehr gut aus und wo immer er auftauchte, erfüllte er den Raum mit seinem Auftreten, seiner Ausstrahlung. Keineswegs aufdringlich oder sich in den Vordergrund spielend, umgab ihn stets eine natürliche Dominanz. Ich bin mir bis heute nicht sicher, ob er sich dieser Wirkung vollends bewusst war und ist.

Das Spiel mit dem Feuer

Wir verstanden uns gut, waren uns in vielen Punkten ähnlich. Wir gingen gerne aus, tanzten zu guter Rockmusik, wenn es passte gerne auch mal die härteren Nummern. Alkohol spielte nicht die große Rolle, so ein bisschen, zum locker werden, ja. Aber nicht das Saufen bis zum Blackout, wie es viele unserer Kommilitonen regelmäßig betrieben. Das verabscheuten wir beide. Martin liebte wie ich das „Marktwert testen“, um uns dann gegenseitig von unseren (Miss-)Erfolgen zu berichten. Wir suchten das Spiel mit dem Feuer, den Flirt und beherrschten das Kokettieren mit anzüglichen Bemerkungen ziemlich gut. Wir lagen diesbezüglich auf einer Wellenlänge und hatten den gleichen Humor, was Witze unter der Gürtellinie betraf.

Charakterlich waren wir jedoch so grundverschieden, dass wir regelmäßig heftig aneinander gerieten. Und auch die grundsätzlichen Lebensentwürfe passten definitiv nicht zusammen. Kurzum, er war nicht mein Typ. Also nicht der Typ für eine ernsthafte Beziehung. Aber scheiße, war ich scharf auf den Kerl.

Quelle: Giphy

Und dann kam diese eine Uni-Party

Wir waren zusammen dort, es war ein amüsanter Abend, die Stimmung war ausgelassen und die meisten Gäste in Flirtlaune. Schnell hatte ich einen netten Typen kennengelernt, mit dem ich mich an die Bar verzog. Ich wusste, dass Martin mich aus dem Hintergrund beobachtete. Es war ein unausgesprochenes Übereinkommen zwischen uns, dass jeder auf den anderen aufpasste, damit keiner richtigen Blödsinn anstellen konnte. Auch ich sah mich von Zeit zu Zeit nach ihm um, er schien sich sehr intensiv um eine attraktive Rothaarige zu kümmern. Sollte er, Eifersucht war nicht mein Ding. Ich war schließlich auch beschäftigt und weiter als bis zur Knutscherei würde keiner von uns gehen. Wir hatten unsere Prinzipien. Wir würden wie immer gemeinsam nach Hause gehen, meine WG lag auf dem Weg zu seiner Wohnung, so dass er mich immer quer durch die Stadt bis zur Haustüre begleitete. Unterwegs erzählten wir uns von unseren Eroberungen des Abends.

So lief es normalerweise – nur eben nicht an diesem einen Abend

Martin beschäftigte sich also mit der Rothaarigen, ich stand mit dem Typen an der Bar. Ich weiß selbst nicht, warum ich so lange brauchte, aber irgendwann realisierte auch ich, der Kerl hat einen an der Klatsche. Irgendwie läuft der nicht rund. Ich hatte ihm doch gesagt, dass ich mit meinem Freund hier bin, kleine Notlüge. Aber das ließ ihn offensichtlich völlig unbeeindruckt. Ich wollte flirten, tanzen, trinken und Spaß haben, er plante gerade unsere gemeinsame Zukunft. Nichts wie weg hier. Aber wie?

Ich verabschiedete mich, um auf die Tanzfläche zu gehen. Er kam mit. Ich stellte mich an den Rand, um eine Pause zu machen. Er kam mit. Ich drehte eine Runde im Lokal. Er kam mit. Verdammt, wie werde ich den wieder los? Er scheint es nicht zu kapieren, dass grade ER nicht der Richtige ist. Ich schielte wieder zu Martin, der sich prächtig unterhielt. Sorry, aber für heute muss ich dir einen Strich durch die Rechnung machen. Ich ging zu ihm und umarmte ihn. Er verstand sofort und verabschiedete sich von der Rothaarigen. Sie war „not amused“ aber auch er hatte ihr gesagt, er sei liiert. Warum glauben die das immer nicht, wenn wir es ihnen doch ausdrücklich sagen, dass da nicht mehr läuft als ein Flirt? Naja, ich muss nicht alles verstehen, meine Schuldgefühle halten sich aber in Grenzen.

Ich erzählte Martin kurz von meinem Verfolger und wir beschlossen, nach Hause zu gehen. Hand in Hand verließen wir das Lokal. Hm, das haben wir noch nie gemacht, irgendetwas stimmt heute nicht. Egal, der Heimweg verlief wie gewohnt, wir trabten nebeneinander her und nutzten die Zeit, um wieder nüchtern zu werden. Die ganze Zeit über berichteten wir uns von unseren Erlebnissen, von netten Gesprächen, eigenwilligen Tanzeinlagen anderer Gäste und vielem mehr. Vor meiner Haustür angekommen nahm er wieder meine Hand. Ein Schauder durchfuhr mich, als er mir direkt in die Augen sah. Himmel, was war los mit ihm?

Was war los mit mir?

Geküsst hatten wir uns schon ab und zu, aber weiter als Schmusen war tabu, da waren wir uns immer einig. Vielleicht auch, weil ich es so wollte. Und heute? Wir küssten uns nicht, standen einfach nur da. Er schaute mich an und mir zog es den Boden unter den Füßen weg. Mein Hirn versuchte, auf Hochtouren zu laufen, konnte sich aber auf keine Richtung festlegen. Ich war völlig hilflos. Wir standen da eine gefühlte Ewigkeit, bis er mir meinen Schlüssel aus der Hand nahm und die Haustür aufschloss. Widerstandslos folgte ich ihm in meine Wohnung. Ich verstand die Welt nicht mehr, war total geflasht. Was machte ich da? Was war mit meinen Prinzipien? So viel hatte ich doch gar nicht getrunken. Er schloss sorgfältig die Tür.

„Können wir uns auf dein Bett setzen?“, fragte er. „Ich werde dir nichts tun, jedenfalls nicht heute. Unabhängig davon, ob du bereit wärst oder nicht. Heute wird nichts geschehen. Ich muss dir etwas sagen und möchte, dass du in Ruhe darüber nachdenkst.“ „Mann, so war das nicht geplant. Jetzt bist du schon mal da, dann können wir die Nacht doch nutzen“, denke ich mir, während ich mich „Hm hm“ murmeln höre. Er nimmt mich in den Arm und hält mich so, dass ich sein Gesicht nicht sehen kann. Dann legt er mir den Finger auf die Lippen und beginnt langsam und mit Bedacht zu reden:

„Ich weiß im Moment gar nicht mehr so richtig, wer ich eigentlich bin. Ich entdecke Seiten an mir, die sind mir bisher irgendwie noch gar nicht aufgefallen. Ja, ich komme gut bei Frauen an, das weiß ich, aber es ist etwas anderes. Eher so, wie ich bin, wenn ich gut ankomme. Nicht, dass ich mich verstelle, eher bin ich dann mehr Ich. Auch wenn ich nicht so Ich sein sollte sondern eher anders, viel netter. Verstehst du, was ich meine?“ „Hm hm.“

Dachte ich es mir doch!

Du bist dir deiner Wirkung gar nicht voll bewusst. Du brauchst nicht dominant aufzutreten, du bist es, ganz natürlich und mit einer Selbstverständlichkeit, die die Frauenwelt spaltet. Manche halten dich deswegen für ein arrogantes Arschloch, andere sind fasziniert und werden in deiner Gegenwart schwach, ohne dass du dafür groß etwas tun musst. Ich gehöre zum zweiten Teil, ohne Frage… Schweigend warte ich in deinen Armen, bis du weiter redest.

„In meiner Fantasie spielen sich oft Szenen ab, die ich nie für realistisch gehalten habe. Inzwischen bin ich schlauer. Oder anders gesagt: erfahrener. Macht ausspielen, andere manipulieren, meinen Willen durchsetzen, das ist es, was mich reizt. Das hört sich schrecklich an, ich will doch kein Arschloch sein. Aber es ist die Wahrheit. Ich träume davon, über eine gefesselte Frau zu verfügen. Sie zu unterwerfen, sie nach meinem Willen zu benutzen. Sie hart zu vögeln und ihr dann das zu geben, was sie sich wünscht. Natürlich muss es für sie auch geil sein, ich will sie ja nicht vergewaltigen. Aber das Wann, Wo und Wie bestimme alleine ich. Sie hat sich zu fügen, Widerstand wird bestraft… Vielleicht hältst du mich jetzt für den größten Idioten und eine absolute Drecksau, aber es ist mir wichtig, dass du das weißt.“

„Hm hm.“ Wenn du wüsstest, wie feucht ich gerade bin… Bestimmt würden dich viele für den größten Idioten und eine Drecksau halten, darum verstehe ich auch, dass bei Knutschen Schluss ist und du es nicht wagst, bei One Night Stands weiter zu gehen. Ist ein heikles Thema und immer noch für viele Tabu. Das tut man nicht. Trotzdem deckt sich das alles ziemlich genau mit meiner Fantasie, ob das nun das „Richtige“ ist oder nicht… . Leider fehlt mir gänzlich die Erfahrung in dieser Richtung. Internetbekanntschaften sind mir viel zu gefährlich und eine „zufällige Gelegenheit“ ergibt sich bei so einem speziellen Thema auch nicht. Man fällt ja nicht gleich mit der Tür ins Haus.

Soll ich dir das sagen?

Lange Schweigen wir. Ich möchte gerade anfangen zu Sprechen, da legst du mir wieder den Finger auf die Lippen. Ich schweige und warte. Langsam stehst du auf. Hand in Hand gehen wir zur Tür, du ziehst deine Schuhe an, nimmst wieder meine Hände und siehst mir in die Augen.

„Ich habe dir gesagt, heute wird nichts passieren, ich werde dich nicht anfassen. Du weißt, ich suche keine feste Beziehung. Und trotzdem suche ich die Richtige. Ich möchte Erfahrungen sammeln, ausleben und erleben, wer ich bin. Arschloch sein, ohne jemanden zu beleidigen. Macht ausspielen, ohne sie zu missbrauchen. Gewalt anwenden, ohne zu verletzen. Du lässt dich leicht führen. Deine Fantasien sind dunkler als du zugibst, vielleicht dunkler als du dir selber eingestehst. Glaubst du, du bist die Richtige? Denk darüber nach, wir sehen uns morgen…“

Ein flüchtiger Kuss auf die Wange und schon schnappt die Tür ins Schloss. Die Richtige…, danke, für eine weitere schlaflose Nacht, auf der Suche nach der Antwort… .

 

Standest du auch schon mal vor der Frage, ob du die oder der Richtige bist? Erzähl´uns davon!

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