Endlich Abschlussjahr - Fick dich Uni, Pfiat Di! | StudiBlog
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Studentin sitzt in der Bib und denkt sich Fick dich Uni, ich bin im Abschlussjahr!

Fick Dich, Uni!

Abschlussjahr. Endlich.

Dieser Tag. Dieser Tag von dem ich zwischendurch mal dachte, dass ich ihn niemals erleben werde. Zwischendurch mal. Heißt: Jeden zweiten Tag. Fünf Jahre lang. Eigentlich hatte ich wenig Hoffnung, dass ich das hier tatsächlich durchstehen würde.

Abschlussjahr – Ich kann mich noch gut an meinen ersten Tag an der Uni erinnern

Damals, nach der Schule und dem Auslandsjahr dazwischen, das ich nie angetreten war. Mein erster Tag an der Uni war voller Emotionen. Voller Vorfreude und Angst und Erwartungshaltungen die ich mir einredete. Aber eigentlich hatte ich zu wenig Ahnung und zu wenig Vorstellung wie es sein würde ‚an der Uni zu studieren‘ um überhaupt irgendwelche Erwartungshaltungen zu haben. Trotzdem wurden auch die, die ich nicht hatte enttäuscht.

Als ich zu studieren begann wusste ich nicht was mich in meinem Studium erwarten würde. So wirklich hilfreich sind auch Informationsmessen, die man vorab besucht, nicht. Ich musste lernen, dass das was ich bis jetzt für lernen gehalten hatte alles war, aber nicht das was man von mir auf der Uni erwartete. Ich musste lernen, dass es online-Systeme der Uni gibt, die dich von Fixplätzen auf überfüllte Wartelisten ummelden und dir niemand sagen kann wieso, es aber auch nicht wieder geändert werden kann. Ich musste außerdem lernen, dass es nie genug Fixplätze geben wird. Nie. Und ich musste lernen, dass Leistung auch hier äußerst subjektiv sein oder zumindest beurteilt werden kann.

Ich musste viel lernen in all der Zeit

Aber dafür war ich ja da. Oder? Ja. Schon. Irgendwie. Nur dass ich an meiner Uni hauptsächlich gelernt habe Dinge hinzunehmen. Nicht unbedingt ‚einfach so‘ hinzunehmen, aber zumindest dem Gang der Dinge entspannter entgegen zu treten. Obwohl ich hauptsächlich gerne schnippischen, dämlichen, unfreundlichen und inkompetenten Sekretär*Innen, sexistischen und in ihren Elfenbeintürmen lebenden Professor*Innen und arschigen, inkollegialen Kolleg*Innen ins Gesicht getreten hätte.

Nicht alles war Scheiße

Hand aufs Herz, für mich war die Zeit an der Uni überwiegend ziemlich scheiße. Alles was nicht scheiße war, fand außerhalb der Uni statt und erlaubte ich mir nur mit schlechten Gewissen, weil man ja ‚immer was für die Uni machen kann‘ und meistens auch etwas für sie zu tun hat. Dass der Rest meiner Umgebung mein studentisches Dasein mit einer elterlich finanzierten einzigen Party für ein arbeitsloses Twentysomething hielt, machte die Situation nicht besser.

Dass ich die Uni scheiße fand hatte auch nichts mit meinen Noten zu tun. Ich habe mit Auszeichnung und in Mindeststudienzeit abgeschlossen. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Ich habe außerdem eigentlich Fachrichtungen gewählt für die ich mich ehrlich interessierte und passioniert genug bin für lächerliche 2 ECTS Hausübungen, Übungen, Zwischenklausur, Referat, Projekt, Endprüfung und Seminararbeit einzureichen. Das half.

Abschlussjahr trotz System Uni

Was nicht half, war das System Uni. Das ‚System Uni‘ ist nämlich genau das was mein Leben zur Hölle machte. Selbst wenn du mal eine Vortragende oder einen Vortragenden ohne narzisstische Persönlichkeitsstörung und sadistischen Veranlagungen erwischst, so macht es ihnen das System Uni trotzdem schwer menschlich zu sein. Die Bürokratie die die Unis unserer Lande überschwemmt ist so enorm, dass man aus dem panischen Hochwasser-Modus überhaupt nicht mehr heraus kommt. Wie unter ständigem Geldmangel und beschissenen Bolognia-Reformen überhaupt noch irgendetwas qualitativ funktionieren kann, ist mir ein Rätsel.

Bist du nicht konform, spuckt man dich aus

Es ist für mich unfassbar, dass so viele der wirklich guten und klugen Köpfe, der angenehmen Leute und der gesellschaftlich wertvollen Individuuen, vom System Uni wieder ausgespuckt werden. Dafür wurschteln sich so unbumsbare Arschnasen (Zitat frei nach Fack YU Göthe) von denen man in der Schule schon nicht und von denen man dann auch auf der Uni nicht abschreiben durfte, immer wieder durch. Das sind dann auch genau die auffällig gut frisierten, Blumenkleider-Mädchen die sich in der großen Aula des Hauptgebäudes oder irgendwo neben einem dekoraktiven Baum oder so mit ihrer MA, Diplom-oder sonst was-Arbeit ablichten lassen und semi-inspirational SHIT auf ihre Pinnwände posten.

„Ich habe es geschafft! Work hard and believe in your dreams! Ich möchte meiner Mama, meinem Papa, dem Opa und der Oma und meinem Schatzi-Mausi-Bussi-Spatzi-Schnatzi und der Katze vom Nachbarn meiner dritten Cousine danken, dass sie mich immer so auf meinem Weg unterstütz haben…“

Halts Maul, Mädchen! Das hier ist nicht dein Oscar Moment!

Die Uni ist ein verlogener Platz. Voll mit Gockeln und Hennen die sich aufblasen und aufplustern und vergessen, dass sie sich irgendwann auch wieder abplustern sollten.

————da kommt noch ein Teil—————-

 

In diesem Sinne: Ich wünsche euch allen da draußen die ihr noch in den Tretmühlen der universitären Hochschulen festhängt viel Durchhaltevermögen bis hin zum finalen Abschlussjahr. Durchhaltevermögen und Kraft und die Gewissheit, dass ein Uni-Abschluss eigentlich nichts bedeutet. Außer, dass ihr ein dickes Fell habt und euch durchbeißen könnt. Und DAS ist die eigentliche Schule des Lebens.

Fick Dich, Uni! Pfiat Di!

Quelle: Giphy

Du hast es auch bis zum Abschlussjahr durchgehalten und willst dich ein wenig auskotzen? Wir sind ganz Ohr bzw. Aug! 🙂

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Über itswaypastmybedtime

Ich bin eine kleine, über Berge hüpfende und dabei Edelweiß-Lieder singende (naaaa wer erkennt die Sound of Music reference?) Student-in des Alpenlandes die sich irgendwann mal hier her verirrt hat und jetzt wie Alice Gefallen am Wunderland gefunden hat. Ich schreibe über alles und nichts. Dinge die mir so passieren, Gedanken die ich in Worte fassen will oder die ein oder andere große Weisheit die ich in meinem jungen Leben schon kapiert hab und großzügig mit euch übrigen unwissenden und herumdümpelnden Mit-20ern teile ;-)

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