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Wie es mit der Biochemie und der Liebe weitergeht erfahrt ihr in diesem Beitrag

Liebe?! Vielleicht ja doch – Biochemie die Zweite

Liebe?! Vielleicht ja doch-Biochemie die Zweite

Hier geht´s zum 1. Teil

Ich hatte ihn also vor die Wahl gestellt. Ganz oder gar nicht. Die Entscheidung über seine Gefühle musste er schon selbst treffen. Dafür konnte ich keine Lösung finden. Es herrschte Funkstille. Über eine Woche lang.

Ich war überhaupt nicht so naiv zu glauben, dass er sich melden würde. Aber gehofft hatte ich es trotzdem jeden Tag.

Meine Bauchschmerzen wurden weniger und ich konnte wieder klarer denken. Der Abstand tat gut.

Dennoch, und das ist das gemeine am verliebt sein, vermisste ich ihn schrecklich. Nicht körperlich, nicht der Aufmerksamkeit wegen. Ich hatte mich bereits an ihn in meinem Leben gewöhnt und da, wo lange Zeit sein Name ganz oben in meiner WhatsApp Liste leuchtete, war nun strahlende Leere. Zu meinem und seinem Schutz hatte ich seine Nummer gelöscht. .. Vorher auf einen Zettel geschrieben, diesen ziemlich gut verbarrikadiert, um auch ja nicht Nachts um 2 wenn der Liebeskummer am größten war doch auf die Idee zu kommen ihm nochmal zu schreiben….aber sie war gelöscht. Trick 17 mit Selbstüberlistung. Jedoch kreisten meine Gedanken immer weiter um ihn und darum, ob er vielleicht auch an mich dachte.

Ich musste es wissen. Wissen was er dachte, wie er sich fühlte. Also schrieb ich ihm wie sehr ich ihn vermisste und, dass es doch für jedes Problem, dass nichts mit mangelnden Gefühlen (ich war mir nämlich immer noch sicher, dass er mich mehr mochte, als er zugab) zu tun hatte eine Lösung gab, die wir durch ein persönliches Gespräch sicher finden würden.

So viel zum Thema Selbstüberlistung und Selbstwertgefühl.

Jedoch, um das an dieser Stelle direkt klar zu stellen, war meine Zündschnur sehr sehr kurz. Eine Frau vollgestopft mit einer Mischung aus Frustration, Angst, Selbstbewusstsein, Hoffnung und Östrogen, sowie Progesteron ist im Grunde eine tickende Zeitbombe, die jeder Zeit hoch gehen kann, und zwar in durchaus unterschiedliche Richtungen wie sich noch zeigen sollte.

Biochemie – Aktivierungsenergie

Er antwortete mir tatsächlich wie leid ihm die Situation täte, er mich nicht verletzen wollte und wir unbedingt persönlich reden sollten. Das stimmte mich zunächst positiv. Auf meine Frage hin was er denn heute vorhabe, kam ein stumpfe Antwort mit Anhang eines Papers, dass er noch lesen müsse. Zack erneuter Schlag ins Gesicht. Wir hatten uns inzwischen schon fast einen Monat nicht mehr gesehen und dieses Aufgeschiebe vermittelte mir natürlich nicht den Eindruck, dass er überhaupt Lust hatte irgendwas zu klären. So ging das die ganze Zeit weiter. Ich antwortete so gut es ging verständnisvoll und mit Humor, dennoch brodelte es in mir drin.

Jetzt kommt selbstverständlich über kurz oder lang die Frage auf weshalb ich mir diesen ganzen Kinderzirkus an tat. Es gab keine vernünftige Antwort darauf, aber mein berühmtes Bauchgefühl war mit ihm noch nicht fertig.

Auf jede Aktion folgt eine Reaktion, das ist jetzt zwar keine Chemie, aber Physik, und ist auch ganz nützlich. Also spielten wir: wie du mir, so ich dir.

Er sagte was Blödes, ich sagte was Gemeines. Und immer so weiter.

Jede Reaktion hat eine bestimmte Aktivierungsenergie, die sie benötigt, um abzulaufen. Es gibt Substanzen, die sind besonders reaktiv und ich gehörte definitiv dazu. Alles was er sagte nervte mich extrem und alles was ich sagte nervte ihn, aber dennoch konnten wir nicht voneinander ablassen.

Biochemie – Übergangszustand

Eines Mittags trafen wir uns in der Mensa, da wir ja gemeinsame Bekannte haben, musste das langfristig irgendwann passieren, zumal ich es auch extra so eingefädelt hatte. Ich wollte wissen wie er sich verhält, wenn er sich nicht hinter einem Handy verstecken konnte.

Er grüßte nicht mal, setzte sich zwar neben mich, aber sprach kein Wort mit mir. Als die ganze Gruppe aufstand um die Mensa zu verlassen, flüchtete er wie von der Tarantel gestochen und stellte sich draußen mit dem Rücken zu mir.

Eindeutiger gehts wirklich nicht. Also verabschiedete ich mich von den anderen in überschwänglichem Maße so, dass er es auch auf jeden Fall mitbekam, und ging. Er konnte mich mal an meinem, in der kurzen Hotpants viel zu gut aussehendem, Arsch lecken. Den er auch bemerkte und mir hinterher sah.

Idiot. Das war das einzige, was mir noch zu ihm einfiel. In meinem Handy war er schon lange als Vollidiot eingespeichert. Einfach zur Erinnerung, dass er sich wie einer benahm, um nicht rückfällig zu werden.

Zwei Tage später kam von ihm eine Nachricht, ob er es ich nur eingebildet hatte oder, ob ich an besagtem Tag wirklich nicht mit ihm reden wollte. Ich war so empört, dass ich lachen musste.

Um das ganze mal abzukürzen: Wir spielten miteinander. Biochemie-Achterbahn vom feinsten. Wir waren so freundlich zueinander, dass es noch Freundschaft war, aber es folgten immer mehr bissige Kommentare. Vor allem meinerseits. Der Rosenkrieg war eröffnet. Ich explodierte immer mal wieder und wurde richtig gemein. Schlug im Vorwürfe um die Ohren wie schlecht ich mich doch behandelt fühlte, nur um eine halbe Stunde später wieder angekrochen zu kommen.

Gesund war das auf keinen Fall. Für keinen von uns. Aber wir befanden uns in einer seltsamen gegenseitigen Abhängigkeit. In einem seltsamen nicht isolierbaren Intermediat. Einem Übergangszustand zwischen zwei genau definierten energetisch stabilen Zuständen.

Zustand 1 bedeute Freundschaft. Zustand 2 bedeutete eine körperliche Beziehung. Wir waren irgendwo dazwischen, weder das eine, noch das andere und irgendwie gar nichts von allem. Zwei Menschen die nicht wissen was sie wollen, aber sich trotzdem einfach mal präventiv gegenseitig auf die Nerven gehen. Energetisch sehr ungünstig.

Biochemie – Stabiler Zustand

Auf ein Treffen hatte ich eigentlich immer weniger Lust. Zumal ich inzwischen selbst schon nicht mehr wusste, was ich eigentlich fühlte. Trotzdem, wir sind ja zwei vernünftige Erwachsene, trafen wir uns an einem heißen Dienstag im Park.

Die Begegnung war unangenehm und er saß mir schon beinahe feindselig gegenüber. Verständlicherweise. Ich hatte in meiner Wut und Verwirrtheit doch sehr unschöne Sachen gesagt. Dennoch wollte ich nicht wieder den ersten Schritt machen. So kam es, dass wir uns zunächst anschwiegen. Ich wurde langsam immer genervter. War ich wirklich 2h zu ihm gefahren, nur um dann ein bockiges Kind neben mir sitzen zu haben? Von einem 28-jährigen erwartete ich schon ein wenig mehr. Zumal ich eigentlich für eine Klausur lernen musste. Ich wollte das alles nur noch schnell hinter mich bringen, also begann ich die Geschehnisse noch einmal aus meiner Sichtweise zu erläutern. Dann legte er seine Sicht der Dinge dar und war sich tatsächlich keines Fehlverhaltens bewusst. Im Sinne des Erreichens eines höheren Ziels war ich bereit darüber hinwegzusehen und so wechselten wir relativ schnell das Thema zu spaßigeren, lustigeren Sachen und irgendwie war plötzlich alles wie früher. Er wagte es wieder mir in die Augen zu schauen und da waren sie wieder die Gefühle.

Himmel Herr Gott, lass Hirn regnen. So dumm konnte ich doch nicht zweimal sein.

Wir wechselten den Standort hin zu einer Parkbank. Er aß während ich in mich hineinhorchte und immer wütender wurde in welche Situation ich mich hier schon wieder manövriert hatte. Mein armes Herz. Es kämpfte ergiebig gegen meinen Kopf. Ich wollte das klären. Einen stabilen Zustand, mit dem wir beide was anfangen konnten und jeder wusste wo er steht. Also sprach ich ihn erneut darauf an. Details spare ich an dieser Stelle aus und beschränke mich auf das Wesentliche. Wir einigten uns darauf rein platonisch einfach nur Freunde zu sein. Eine monogame Beziehung würde momentan keinen Sinn machen und er wolle das ganze nicht verkomplizieren.


Quelle:
Giphy

Schon mal zwei Herzen gleichzeitig brechen gehört?

Auf einmal war da eine erdrückende Leere zwischen uns. Die Niedergeschlagenheit, die von uns beiden ausging war gerade zu greifbar. Dennoch hatte ich jetzt meine Antwort.

Wir saßen eine Weile so nebeneinander rum und starrten in die Leere, da drängte sich eine Frage immer weiter in mein Bewusstsein. Ich hatte nichts mehr zu verlieren, also nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und fragte ihn, ob er mich in all der Zeit schon jemals küssen wollte. Er antwortete prompt mit Ja. Ich war ehrlich gesagt wenig überrascht, mein Bauchgefühl hatte also recht behalten. Er führte weiter aus, dass er mich in der Nacht küssen wollte, in der ich bei ihm übernachtet hatte. Das überraschte mich dann doch, erklärte aber weshalb nach dieser Nacht alles eskalierte.

Auf erneute Nachfrage meinerseits weshalb er mich nicht einfach geküsst hatte, erklärte er er hätte den Eindruck gehabt ich hätte ihn nicht küssen wollen.

Da war sie. Die Erklärung für Alles. Ich sagte ihm daraufhin, dass ich das gleiche gedacht hatte und wir verfielen wieder in trauriges Schweigen.

Scheiße, waren wir dumm und feige.

Meine Damen und Herren das passiert, wenn zwei verkopfte Menschen aufeinander treffen.

Ich beschloss die Heimreise anzutreten. Er brachte mich zum Bus und auf dem Weg dorthin kamen wir auf das Thema alternative Beziehungskonstrukte. Hust. Ok, jeder Außenstehende wusste was hier abgeht. Aber wir beiden Nichtschecker waren immer noch völlig verkopft und hielten schön brav Abstand.

Ich stieg in den Bus und palaberte was daher von wegen „Ja klar schreiben wir noch“ wusste aber, dass das das Ende bedeutet.

Detonation der Biochemie

Ich sagte ja bereits, dass frustrierte, gefühls- überschwemmte, hormon- vollgestopfte Frauen in zwei Richtungen explodieren können. Die eine Richtung nach Außen mit Wut und Hass hatte ich schon durch. Die Zweite folgte sogleich.

Als ich in der Stadtmitte aus dem Bus ausstieg, wurde mir schlagartig klar was da lief. Wenn ich jetzt nach Hause führe, würden wir nie wieder ein Wort miteinander sprechen. Dabei wollte ich gerade gar nicht reden. Ich wollte ihn. Seinen Körper, seinen Geruch, der mich schon seit Wochen verfolgte und seine Haut auf meiner spüren. Mir wurde heiß. Noch heißer als es bei 30 Grad Celsius Außentemperatur eh schon war. Noch bevor ich einen klaren Gedanken fassen konnte, es gab keine klaren Gedanken mehr, tippte ich in mein Handy die wohl verrückteste und notgeilste Nachricht ein, die ich in meinem Leben jemals verschickt hatte.


Quelle:
Gipyh

Nur zur Erinnerung: Wir hatten uns eine halbe Stunde vorher auf eine rein platonische Freundschaft geeinigt. Dennoch fragte ich ihn, ohne Umschweife und Beschönigungen, ob er Lust hatte rumzumachen.

Mein Herz stand still. Er war sofort online. Die Zeit war endlos. Endlich. Mein Display leuchtet auf. Die Zeit meiner tickenden Biochemie-Bombe drohte abzulaufen…

Eine Nachricht von ihm…..

Wie es mit der Biochemie weiter geht, erfahrt ihr in der Fortsetzung – denn die folgt nun sicher! 😉

Hier geht´s zum letzten Teil

 

Über Bienchen

Eine Seele mit Hirn auf der Suche nach dem großen Ganzen und dem Sinn hinter scheinbar unwichtigen Kleinigkeiten mit dem Drang zu Rechtschreibfehlern und der Unfähigkeit Kommas zu setzen

Schau mal

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