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Hands on: Mehr Praxisbezug im Studium

Mehr Praxisbezug im Studium.

Was an der Uni gelernt wird, und was wir davon später tatsächlich im Berufsalltag brauchen hat nicht selten so viel gemeinsam wie das, was auf einer Lebensmittelverpackung abgebildet ist und das, was dann tatsächlich in der Schachtel steckt. Viele fühlen sich durch ihr Studium nicht ausreichend aufs spätere Berufsleben vorbereitet oder haben bis zum ersten Vorstellungsgespräch keinen blassen Schimmer, was sie dort überhaupt erwartet.

Einige Studiengänge wurden deshalb bereits praxisorientierter umgestaltet, doch du kannst auch selbst dafür sorgen, mehr praktische Einblicke in dein zukünftiges Tätigkeitsfeld zu bekommen.

Der Status-Quo in punkto Praxisbezug an unseren Hochschulen

Im Rahmen des Studienqualitätsmonitors des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung wird jährlich analysiert, wie umfangreich der Praxisbezug an den FHs und Unis ausfällt und wie dieser bewertet wird.

Erwartungsgemäß bescheinigen 2017 rund 50 Prozent der Befragten den Universitäten gute bis sehr gute Noten für den Praxisbezug der Lehrveranstaltungen – an Fachhochschulen sind es fast 76 Prozent.

Die Möglichkeiten, im Studium Praxiserfahrung sammeln zu können, werden an Universitäten zu 40,4 Prozent als gut oder sehr gut eingestuft, an Fachhochschulen zu 67,8 Prozent. Der Wunsch danach ist jedoch an beiden Hochschularten ungleich größer: 82,2 Prozent der Studierenden an Universitäten erhoffen sich entsprechende Möglichkeiten, an den Fachhochschulen sogar 93,1 Prozent.

Die Zahlen zeigen, dass hier durchaus Defizite bestehen. Fakt ist zudem, dass sich in vielen Bereichen die Anforderungen an Bewerber verändert haben. Arbeitgeber bemängeln häufig, dass die Absolventen zwar gute fachliche Kompetenzen mitbringen, beim Thema Soft Skills jedoch große Defizite haben. Diese sogenannten „weichen Fähigkeiten“ sind es, welche es uns einfacher machen, im Berufsalltag klarzukommen und das theoretische Wissen in der Praxis anzuwenden.

Ist mehr Praxis wirklich sinnvoll?

Seit einigen Jahren diskutieren die Hochschulrektoren auf ihren regelmäßigen Konferenzen über diesen Punkt. Allerdings herrscht hier keine Einigkeit darüber, ob mehr Praxis tatsächlich sinnvoll ist oder auch, wie dies konkret umgesetzt werden sollte. Klar ist allerdings auch, dass hier der jeweilige Studiengang oder Schwerpunkt eine wichtige Rolle spielen muss.  Wer Biologie, Mathematik oder Molekularmedizin studiert und später eine Karriere in der Forschung anstrebt, erlebt bereits im universitären Alltag, wie die Arbeit später aussehen kann. Im Bereich Medien oder Lehramt hingegen ist dies weniger der Fall.

In vielen Studiengängen ist die Zeit schon jetzt knapp bemessen und das Arbeitspensum hoch. Für zusätzliche Veranstaltungen ist dabei nur schwer eine Lücke zu finden. Auch der Vorschlag, die einzelnen Studiengänge noch stärker zu differenzieren stieß nicht auf breiten Zuspruch. Die Folge wäre dabei eher eine noch stärkere Spezialisierung statt die Fähigkeit zu stärken, über den Tellerrand hinauszublicken und Zusammenhänge zu erkennen.

Stetoskopf auf einem Tisch liegend und eine schreibende Hand im Hintergrund zum Thema Praxisbezug im StudiumQuelle Bild: Fotolia.com, © Monika Wisniewska

Bei der letzten Rektorenkonferenz in Frankfurt wurde das brisante Thema allerdings erneut diskutiert. Klar ist, dass die Hochschulen und Fachbereiche sich sinnvolle Maßnahmen überlegen müssen, welche dabei helfen, die Studierenden besser auf die Berufswelt vorzubereiten.

Praxisbezug hat viele Gesichter

Ein wichtiger Punkt innerhalb der Debatte ist, dass Praxisbezug ganz unterschiedlich aussehen kann. Für künftige Lehrkräfte ist es wichtig, so früh wie möglich unter realen Bedingungen testen zu können, wie es sich anfühlt vor einer Klasse zu stehen und zu unterrichten. Wer damit wider Erwarten nun mal gar nicht klarkommt kann sich dann frühzeitig umorientieren.

Zahlreiche Studiengänge sind jedoch auch so organisiert, dass mit dem erlernten Wissen die Türen für eine Vielzahl unterschiedlicher Karrierewege offenstehen. Hier ist eine berufsbezogene praktische Vertiefung schwierig. In diesen Fällen könnten Module sinnvoll sein, die gezielt Social Skills trainieren – etwa die Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit, analytische Kompetenz, Konfliktlösungskompetenz oder auch zum Thema Zeitmanagement.

Quelle: YouTube

Einige Hochschulen haben ihr Angebot in diesem Bereich bereits ausgebaut, doch häufig müssen diese Veranstaltungen neben dem eigentlichen Stundenplan selbstverantwortlich besucht werden. Nicht immer sind Leistungspunkte dazu in der Studienordnung vorgesehen.

Hier ist also Eigeninitiative gefragt – auch eine wichtige Fähigkeit im Berufsleben übrigens. Zudem machen sich entsprechende Teilnahmezertifikate auch ganz gut im Lebenslauf und können unter Umständen den entscheidenden Vorsprung zu Mitbewerbern darstellen. Auch die weiteren Tipps geben Vorschläge, wie du selbst dafür sorgen kannst, während deines Studiums mehr Praxiserfahrung sammeln zu können.

Hands on: Praktika

Praktische Erfahrungen im angestrebten Berufsfeld sammelst du am besten während eines Praxissemesters oder Praktikums. Je nachdem, wie weit du dich als Praktikant im Unternehmen bereits einbringen kannst, reicht das mögliche Erfahrungsspektrum von erstem Hineinschnuppern bis hin zu ganz konkreten Vorstellungen über Arbeitsabläufe und den individuellen Herausforderungen des jeweiligen Jobs.

Auch, wenn dir während des Praktikums klar wird, dass die spezielle Branche oder das Unternehmen künftig nicht in Frage kommen, war die Zeit nicht umsonst. Einerseits kannst du in der Bewerbung zumindest konkrete Praxiserfahrung nachweisen, zum anderen lassen sich viele berufliche Erfahrungen auch auf andere Bereiche übertragen.

Möglich ist ein Praktikum zu verschiedenen Zeitpunkten des Studiums. Wenn es die Zeit zulässt, solltest du deshalb nach einem geeigneten Platz Ausschau halten.

Hands on: Fachpraxis

Du weißt schon sehr konkret, in welchem Bereich du später arbeiten möchtest? Dann solltest du dich während des Studiums bereits auf einschlägigen Fachportalen über Neuigkeiten, branchenspezifische Entwicklungen oder auch relevante politische Themen informieren.

Welche Portale dafür in Frage kommen, richtet sich nach deinem Studiengang und Schwerpunkt. Aber auch hier kannst du deinen Horizont erweitern und dich über andere Berufsfelder auf dem Laufenden halten, die sich mit deinem Schwerpunkt überschneiden oder wo sich später Berührungspunkte ergeben.

Nicht nur Berufsverbände, auch einzelne Firmen und Unternehmen unterhalten oft umfangreiche Webpräsenzen, wo sich relevante Informationen aus erster „Praxishand“ finden lassen. Einige setzen beispielsweise auf eigenes Schulungsmaterial zu innovativen Produkten oder Verfahren. In Form von Lernvideos, Handbüchern oder Tutorials kann sich so jeder von Zuhause aus spezifische Fachkenntnisse mit großem Praxisbezug aneignen.

Hands on: Networking

Networking – also Kontakte knüpfen und pflegen – ist nicht nur eine gute Sache, um die ersten Schritte für die spätere Karriere in die Wege zu leiten. Dabei lassen sich auch bestens die persönlichen Kommunikationsfähigkeiten trainieren und verbessern.

Vielen fällt es nicht leicht, hier offen auf andere Menschen zuzugehen, dies erfordert Mut, kann aber geübt werden. Neben den Kompetenzen im Bereich der Kommunikation sind dabei noch andere Soft-Skills gefordert. Du kannst dir Schritt für Schritt mehr Menschenkenntnis aneignen, kannst dein Einfühlungsvermögen schulen oder an deinem Selbstbewusstsein arbeiten.

Studentengruppe steht zusammen und begrüßt sich zum Thema Praxisbezug im StudiumQuelle Bild: Fotolia.com, © WavebreakMediaMicro

Hands on: Engagement

Unser nächster Tipp erfordert wieder ein großes Maß an Eigeninitiative und Selbständigkeit und betrifft die Möglichkeit, sich im Studium sozial zu engagieren. Dazu gibt es die verschiedensten Optionen: Denkbar ist eine Mitarbeit in der studentischen Selbstverwaltung – AStA (Allgemeine Studierendenausschuss) oder StuPa (Studierendenparlament). Dabei kannst du dein Organisationstalent weiter ausbauen oder erste Führungserfahrung schnuppern und Einblick in politische Abläufe bekommen.

Engagierst du dich in einem Ehrenamt, kannst du ebenfalls eine Menge unterschiedlicher Social-Skills trainieren – von kommunikativen Kompetenzen über die Fähigkeit Probleme zu erkennen und Lösungen zu erarbeiten, bis hin zum Bewusstsein über persönliche Wertvorstellungen. Die Tätigkeit als Trainer, etwa einer Jugendmannschaft zählt ebenfalls in diesen Bereich. Solche Punkte können immer positiv für eine Bewerbung genutzt werden.

Hands on: Duales Studium

Bereits bei der Wahl des Studienfachs oder auch der Hochschule kannst du dir überlegen, ob ein duales Studium den passenden Weg für dich darstellen könnte. Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, mit jeweils ganz eigenen Vor- und Nachteilen.

Auch wenn die Berufserfahrung stark vom ausgewählten Unternehmen zusammenhängt – mehr Praxisbezug bekommst du in keiner anderen Studienform. Und selbst, wenn du dich dazu entschließt nach dem Abschluss in eine andere Firma zu wechseln, hast du im praktischen Bereich bereits einen großen Vorsprung vor anderen Absolventen, die ausschließlich an der Hochschule studiert haben.

Hands on: Praxisprojekte

Wenn du während des Studiums das Thema zu einem bestimmten Projekt freier wählen kannst, dann entscheide dich für eine Aufgabe, die einen ganz klaren Praxisbezug aufweist. Statt für eine Hausarbeit dann nur in der Bibliothek über Büchern zu sitzen und die Informationen aus trockener Theorie zusammenzusuchen, kannst du dann bereits manche Dinge in der Praxis ausprobieren.

Dies gilt sowohl für kleinere Hausarbeiten, die in den einzelnen Fächern immer wieder auf dem Plan stehen; insbesondere aber auch für umfangreichere Aufgaben und Projekte zur Zwischenprüfung oder bei der Abschlussarbeit zum Bachelor oder Master.

Quelle Titelbild: Hintergrundbild: Unsplash.com, © Austin Ban

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