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Wie man seine Komfortzone verlässt oder zumindest erweitert

Komfortzone = Ausrede für Faulheit, Angst oder beides?

Sicher hast du in deinem Leben schon Dinge getan, auf die du nachher stolz warst. Du warst überrascht, weil sie dir gelungen sind und du deine Bedenken einfach beiseite lassen konntest. Rufe dir diesen Moment, in dem du dich selbst überwunden hast, noch einmal ins Gedächtnis. Wie sahen die Schritte im Einzelnen aus? Das gute Gefühl hat sich erst später eingestellt, richtig? In dem Moment, als du dich getraut hast, war dir unwohl. Du hast dich unsicher gefühlt und deine Hände waren verschwitzt. Aber du hast es geschafft. Was sagt dir das? Genau. Wenn du deine Komfortzone verlässt, kannst du über dich selbst hinauswachsen und hast deinen Ängsten die Stirn geboten – deinen sprichwörtlichen Horizont erweitert. Ist das, neben dem tollen Gefühl, nicht Ansporn genug, das Ganze zu wiederholen?

Die Definition der Komfortzone

Bevor wir uns jedoch den Kopf darüber zerbrechen, wie wir etwas verlassen oder überwinden können, möchten wir doch vorher klarstellen, worüber wir eigentlich reden. Was ist die Komfortzone und warum zur Hölle sollten wir diese überhaupt verlassen müssen? Die Komfortzone ist derjenige Bereiche, den ein Mensch durch seine Verhaltensweisen und Gewohnheiten für sich selbst als angenehm definiert. In dieser „Zone“, bzw. diesem gefühlten Zustand, ist die Interaktion für ihn, mit seiner Umwelt, am angenehmsten. Die Komfortzone ist damit im höchsten Maße subjektiv und unterscheidet sich stark von Mensch zu Mensch. Nun kann man die Qualität der Komfortzonen vielleicht noch in zwei Unterkategorien unterteilen – wobei diese Unterteilung eher zweifelhaft sein dürfte, da es viele Überschneidungen gibt. Da gäbe es dann die eine Komfortzone, die es sich deswegen lohnt zu verlassen, weil man dadurch ein persönliches Defizit in der persönlichen Interaktion mit seiner Umwelt abbauen kann – Stichwort Kommunikation (Reden vor einer Gruppe, Abbau von Schüchternheit etc.). Die zweite Unterkategorie wäre dann die Komfortzone, die man nur deswegen verlässt, um damit die bisher für sich selbst festgstellte „Faulheit“ zu überwinden um z.B. sportlich, wirtschaftlich oder bildungsmäßig seinen Horizont zu erweitern. Komfortzone bleibt Komfortzone, lediglich die Ebenen sind verschiedene, auf denen sich dann der „Überwindungsvorgang“ abspielt.

Eine Frage bleibt aber letztlich im Raum stehen, die jeder für sich so ehrlich wie möglich beantworten sollte: Warum muss ich eine Komfortzone überwinden? Welche Motivation steckt dahinter und ist diese immer gesund? Was erwartet mich wenn ich meine Komfortzone verlasse? Die Erweiterung davon oder nur ein Bereich der für mich womöglich keinen Komfort mehr bedeutet – keiner hat doch Interesse daran, seine Couch gegen einen harten Stuhl zu tauschen, oder? Auch wenn man dann am Stammtisch damit angeben kann, „hey, ich bin stundenlang auf dem harten Stuhl gesessen“, insgeheim sehnt man sich aber nach seiner alten Couch. Ich denke ihr versteht was ich meine :-). Jeder von uns hat diese „harten Stühle“ im Portfolio.

Aber gut, befassen wir uns nach dieser wichtigen Vorüberlegung, mit der Frage des praktischen Überwindens.

Aus der Komfortzone ausbrechen

Um deine Angst zu besiegen und deine Komfortzone öfter mal zu verlassen, gibt es sieben Tipps, die dich dabei anleiten, ein mutigerer Mensch zu werden und dich selbst zu übertreffen. Gerade im Studium kann dir das weiterhelfen. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht hingegen ist, dass das Verlassen der Komfortzone unangenehm sein und viel Überwindung kostet kann.

Hier also unsere Anleitung mit sieben praktischen Tipps:

Schritt 1 – Komfortzonen kennen um sie zu verlassen

Um aus der Komfortzone heraus zu kommen, musst du erst einmal wissen, wo sie ist und wo sie aufhört. Schau dir an, wo du stehst. Nur wenn dir deine Grenzen bewusst sind, kannst du auch die Entscheidung treffen, diese zu überschreiten. Betrachte also deine aktuelle Situation und die Bereiche, in denen du dir etwas mehr Mut wünschst und versuche herauszufinden, wo deine Grenzen liegen. Bis wohin fühlst du dich wohl und wo beginnt das Unwohlsein? Ein Beispiel: Du sprichst nicht gerne vor anderen Menschen. Versuche, herauszufinden, ab wie vielen Zuhörern du dich unwohl fühlst. Vier oder fünf oder liegt es nur daran, dass es fremde Personen sind und du deren Erwartungshaltung an dich überschätzt? Unter Umständen ist es auch sinnvoll, mit deinem Umfeld darüber zu reden, die Frage zu stellen, wie du von außen wahrgenommen wirst und ob dich deine Freunde und Kommilitonen womöglich sogar in deinem Vorhaben, deine Komfortzone zu erweitern, unterstützen würden. Hier können sich auch interessante Synergieffekte für alle Beteiligte ergeben. Stichtwort Kooperation ist besser als Konkurrenzdenken. Gemeinsam könnt ihr dann Stategien entwickeln, wie ihr euch in bestimmten Punkten gegenseitig weiter bringt.

Schritt 2 – Die Theorie zur Anleitung

In jeder Anleitung braucht man auch ein wenig Theorie. Die Tatsache, dass sich außerhalb deiner Komfortzone alles etwas weniger gut anfühlt und du vielleicht sogar Angst hast, lässt dich zweifeln, ob es wirklich so eine gute Idee ist, sie zu verlassen. Zweifel sind aber nicht förderlich. Versuche diese also auszuräumen, indem du verschiedene Varianten durchdenkst. Was ist das Schlimmste, das passieren kann? Halte dir ebenso vor Augen, was das Beste ist, das passieren kann. Notiere die einzelnen Punkte, damit du sie visualisierst. Wie positiv kann dein Mut dein Leben oder dein Studium beeinflussen?

Beispiel: Du willst deinen Professor um eine Verlängerung der Abgabefrist bitten, hast aber Bedenken, weil er als sehr streng gilt. Bringst du den Mut auf, dann kann er „nein“ sagen und du verlierst gar nichts. Sagt er aber „ja“, hast du wertvolle Zeit für die Arbeit gewonnen. Das funktioniert mit den meisten Situationen. Mache dir bewusst, was du zu verlieren hast und was du gewinnen kannst und meistens wird dir die Entscheidung dann leichter fallen. In der ständigen Reflexion dieser Dinge, kann es unter Umständen auch dazu kommen, dass du auf die grundlegende Ursache deiner Angst stößt. Dies hat immer einen psychologischen Hintergrund und ist nicht weiter schlimm. Wir sind Wesen, die durch Erziehung, Prägung und andere externe Einflüssen bedingten Entwicklungen, schlichtweg ausgeliefert sind. Diese zu ergründen und aufzulösen, ist Teil unseres persönlichen Fortschritts. Es gibt zudem noch ein lapidares, altes Sprichwort, das aber immer wieder zutreffend ist: „Wer den Mund nicht aufmacht, macht den Geldbeutel auf“ – und hier werden nicht nur diejenigen angesprochen, die später mal im Einkauf oder im Vertrieb tätig sein wollen ;-)! Der Geldbeutel steht hier stellvertretend für die auftretenden Kosten/Verluste, die durch mangelnde Kommunikation entstehen.

Schritt 3 – Die Entscheidung

Triff nun eine Entscheidung. Und zwar vorerst wirklich nur eine. Entscheide dich für eine Sache, die du anpacken willst. Wähle eine deiner Komfortzonen, die du verlassen möchtest. Und nun arbeite daran, hierfür die Energie aufzubringen. Das ist leichter, wenn der Fokus auf einer einzigen Aufgabe liegt. Die Prioritäten musst du natürlich selbst setzen. Mit welcher deiner Komfortzonen willst du anfangen, welche ist es tatsächlich und langfristig wert, überwunden zu werden? Was ist am wichtigsten, wo willst du einen Erfolg erzielen der dich mutiger werden lässt? Also: immer nur an einem Projekt arbeiten und nicht übermütig werden. EINE stressige Situation ist für den Anfang genug.

Schritt 4 – Stark bleiben!

Schritt vier dieser Anleitung besagt, dass du jetzt nicht wieder den Schwanz einziehen darfst. Du darfst dir gar nicht erst die Chance geben, einen Rückzieher machen zu können. Eine Ausrede zu finden, es nicht zu tun, ist ja meist schnell gefunden. Versuche also, alle Ausstiegsmöglichkeiten und Ausreden irgendwie abzublocken, oder von vornherein zu vermeiden. Wenn es geht, finde einen Partner, der dich zurück auf den richtigen Pfad schiebt und der dich während des Prozesses „im Auge behält“. Bitte Freunde, dich ständig zu nerven, bis du wirklich den nötigen Schritt gehst. Verbiete dir, etwas Schönes zu machen, bis deine Herausforderung gemeistert ist. Nimm dir die Möglichkeiten, einen Rückzieher zu machen über den du dich ärgern würdest. Das ist wirklich eine der schwersten Aufgaben in dieser Anleitung, denn sich selbst zu etwas zu zwingen ist mit das Schwerste, was man tun kann. Sicherlich kennst du deinen inneren Schweinehund nur zu gut und hast schon viele Kämpfe gegen ihn ausgetragen – und sei ehrlich – sicher auch oft verloren. Auch wenn sich der Hinweis wiederholt, aber überlege dir zu Beginn genau, welche Komfortzone sich lohnt überwunden zu werden. Mit einem klaren und mehrwertigen Ziel, gehen sich die einzelnen Schritte wesentlich leichter!

Schritt 5 – Hol dir Hilfe!

Sich externe Unterstützung zu besorgen, ist nicht verboten. Ganz im Gegenteil. Du bist mit Sicherheit nicht der Erste, der an seinen Ängsten und Komfortzonen arbeiten will. Daher ist es nur logisch, dass andere dir Tipps geben können. Lies ein paar Artikel wie zum Beispiel diese Anleitung oder sprich mit Menschen, von denen du weißt, dass sie das, was du tun willst, recht gut können oder einen vergleichbaren Überwindungsprozess vielleicht sogar selbst durchgemacht haben. Frage nach, wie sie es geschafft haben und lerne aus ihren Fehlern oder übernimm Teile ihrer Erfolgsstrategien. Auch profesionelle Anleitung gibt es in Form von Coaches, die dir praktische Tools und Tricks an die Hand geben können, mit denen du dich selbst überlisten und neue Routinen aufbauen kannst. Hier ist natürlich auch ein gewisser finanzieller Faktor zu beachten, dem man sich als Student leider nur zu oft unterordnen muss.

Schritt 6 – Nun musst du nur noch loslegen!

Aber nicht zu eilig. Fang langsam an. Folge der Anleitung und mache kleine Schritte. Bereite dich gut vor und gehe dann den ersten Schritt. Wenn es wie im ersten Beispiel darum geht, vor Menschen zu sprechen, dann beginne nicht mit einem Vortrag vor 100 Leuten, sondern mit einer kleineren Veranstaltung oder einem kurzen Vortrag vor ein paar wenigen Kommilitonen. Und dann taste dich langsam immer näher an dein Ziel heran. Steigere dich jedes Mal und gehe mit jedem Versuch ein etwas größeres Wagnis ein. Wenn du deine Grenzen Schritt für Schritt angehst, tut es zwar jedes Mal „weh“, aber es ist nicht unerträglich. Du dehnst deine Grenze mit jedem Mal, ohne sie zu sprengen. Irgendwann ist der „Muskel“ so trainiert, dass er bei „Anstrengung“ nicht mehr schmerzt. Und auch wenn es nicht klappt, dann kehre beruhigt in deine Komfortzone zurück. Du hast es versucht und weder du selbst noch jemand anderer, kann dir etwas vorwerfen! Der Versuch alleine zählt und auch er hat dich einen Schritt voran gebracht!

Schritt 7 – Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser

Wenn du deine Komfortzone verlässt, ist es wichtig, deine Erfolge auch zu kontrollieren. Sei ehrlich: strengst du dich mehr an, wenn es Noten gibt? Dann musst du dich in diesem Fall selbst benoten oder irgendwie beurteilen. Gibt es andere, oft vielleicht sinnvollere Methoden als die Benotung, die dich motivieren, dann nutze diese! Für deine Selbstkontrolle ist es wichtig, alles aufzuschreiben, um Ausgangsposition (im Schritt eins der Anleitung) mit der neuen Situation vergleichen und evaluieren zu können. Auch die Pulsfrequenz ist dabei ein guter Indikator, der dir zeigt, wo du mit deinem Stresslevel und dessen Kontrolle stehst. Flacht die Pulsfrequenz nach erster Aufregung immer schneller ab, bist du auf einem guten Weg. So kannst du nach und nach beurteilen, ob und wie erfolgreich du deine Komfortzone verlassen konntest.

Wenn dein Ziel also zum Beispiel ist, weniger schüchtern zu sein, neue Freunde zu finden und auf Menschen zuzugehen, dann schreibst du am Anfang die Anzahl deiner sozialen Aktivitäten pro Woche auf. Du hast zum Beispiel definiert, dass du in jeder Woche mindestens einmal ein Gespräch mit einem neuen Kontakt führen willst. Jede Woche wertest du nun aus, inwieweit du dich verbessert hast. Vermerke auch, ob du dich mit alten Freunden oder mit neuen Leuten triffst – dafür gibt es Extrapunkte. Du musst ehrlich kontrollieren, ob du es wirklich jede Woche geschafft hast, mit einer fremden Person ins Gespräch zu kommen, wie du es dir vorgenommen hast. Das Schwierige an der Sache ist, sich nicht selbst zu betrügen. Aber wenn du wirklich den Willen hast, dich zu verändern, musst du vor allem ehrlich zu dir selbst sein.

Fazit: Wachse über dich selbst hinaus – oder auch nicht! 😉

Das Studium ist die beste Zeit, um an deiner Komfortzone zu arbeiten. In diesen Jahren kannst du an deinen fachlichen, menschlichen und persönlichen Eigenschaften und Fertigkeiten etwas ändern und zu einem reiferen Menschen werden. In gewisser Weise wird es sogar von dir erwartet, dass du die Studienzeit dazu nutzt, dich weiter zu entwickeln. Später, wenn du erst einmal arbeitest und in eine Alltagsroutine abgleitest, ist es vielleicht schon zu spät und zu schwer, noch wirkliche Veränderungen herbeizuführen. Dies ist jedoch nicht in Stein gemeisselt. Oft braucht es auch einige Jahre, bis die persönlichen Prozesse so ausgereift sind, dass die Veränderung dann oft gar kein Problem mehr darstellt und quasi von „heute auf morgen“ stattfindet.

In diesem Sinne, lass dich nicht entmutigen – am Ende des Tages ist alles relativ, vor allem die vermeintlich sinnvollen, oft viel zu hohen Ansprüche an dich selbst!! 🙂

Wie sieht es mit deiner Komfortzone aus? Wie oft hast du sie schon verlassen? Erzähl uns davon!

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