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Studenten mit Surfbrett an einem Strand bei Sonnenuntergang zum Thema Erholung in den Semesterferien

Auszeit und Erholung in den Semesterferien? Wirklich?

Semesterferien und Erholung – ein Widerspruch?

Jedem Angestellten stehen per Gesetz 24 Urlaubstage pro Jahr zur Verfügung. Und den Studenten? Sie haben das halbe Jahr Semesterferien: Urlaub, Pause, Erholung und Freizeit ohne Ende.

Schön wär’s, die Realität sieht für die meisten Studierenden anders aus: Klausuren, Hausarbeiten, Nebenjobs und Praktika prägen die eigentlich schönste Zeit des Jahres. Die dringend notwendigen Erholungsphasen müssen sich Studenten eigenverantwortlich „aus den Rippen schnitzen“.

Wir haben dir ein paar hilfreiche Tipps gesammelt, wie du wichtige Erholungsphasen in deinen straffen Semesterferien-Zeitplan einbauen kannst.

Jeder entspannt anders – geeignete Entspannungsmethoden finden

Ein Patentrezept für gelingende Entspannung und Erholung gibt es leider nicht, denn jeder Mensch ist anders. Wichtig ist nicht, was man macht, um sich zu erholen, entscheidend ist, wie man es erlebt. Manche können am besten den Alltag hinter sich lassen beim Abhängen mit Freunden. Andere entfliehen der Realität mit einem guten Buch. Wieder andere bevorzugen die Action und belegen einen Tanzkurs oder üben sich im Stand up paddling. Auch ehrenamtliche Tätigkeit kann helfen, die Sorgen des Studiums auszublenden und selbst Arbeit in den Semesterferien kann entspannend sein, wenn sie ganz anders ist als der gewohnte Studienalltag.

Zeitplan erstellen und Pufferzeiten zur Entspannung für besonders heiße Tage einplanen

Egal, wie viele Aufgaben du in deinen Semesterferien zu erledigen hast, erstelle dir einen möglichst konkreten Zeitplan, wann du was erledigen willst. Abgabetermine, Arbeitszeiten und Praktikumstage sind Fixtermine, an denen nicht viel zu rütteln sein wird. Lernzeiten, Zeiten für Vor- und Nachbereitung, Arbeitszeiten für diverse Hausarbeiten,… kannst bzw. musst du eigenständig planen. Achte bei deiner Planung unbedingt darauf, täglich freie Zeit zur Erholung für dich einzuplanen, und auch Einkäufe, Haushaltstätigkeiten und Bürokratie-Kram erledigen sich nicht von alleine. Halte dir flexible Puffer-Tage frei, damit du an besonders heißen Tagen ohne schlechtes Gewissen blau machen kannst. Das schönste Nichtstun bringt keine Erholung, wenn du dabei ein schlechtes Gewissen hast.

Abgabetermin für Hausarbeiten früher setzen

Ja, dieser Tipp klingt erst einmal paradox, nach mehr Stress, mehr (Zeit-)druck, weniger Freizeit. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Zugegeben, es erfordert eine gewaltige Portion Selbstdisziplin, schneller fertig sein zu wollen, als unbedingt notwendig. Aber die Mühe lohnt sich. Setzt du dir deinen Abgabetermin beispielsweise fünf Tage vor dem ultimativ letzten Abgabetermin, bist du gezwungen, die Arbeit zügiger durchzuziehen. Abschweifende „Recherche“ im Internet verbietet sich dann eben. Von den geschenkten fünf Tagen kannst du zwei dafür nutzen, alles abzuarbeiten, was durch die intensive Beschäftigung mit deiner Hausarbeit liegen geblieben ist. Und die verbliebenen drei Tage gehören dir. Ganz allein dir zu deiner Erholung. Als Lohn für deinen Fleiß und deine Disziplin.

Erholung auch im Kopf – Wegfahren und bewusst keine Lernsachen mitnehmen

Die eben beschriebenen drei Tage verbringst du am besten nicht zu Hause. Denn allein die Tatsache, dass du es geschafft hast, vor dem offiziellen Abgabetermin fertig zu sein und dir so zusätzliche freie Tage zu erwirtschaften, zeichnet dich als organisierten, pflichtbewussten, strategischen Menschen aus. Die Gefahr ist groß, dass du die eigentlich Erholungstage gleich für das nächste Projekt nutzt, denn als Student hat man ständig was zu tun und Lernen könnte man immer und überall. Aber das ist nicht Sinn der Sache. Das selbe gilt natürlich auch, wenn Punkt 3 nichts für dich ist. Plane dir trotzdem ganz bewusst freie Tage in deinem Zeitplan als Urlaub ein. Die freie Zeit, Zeit zur Entspannung und Erholung, hast du dir wirklich verdient. Steige bewusst aus deinem Hamsterrad aus. Es muss nicht die große Reise sein, es reicht der lange versprochene Besuch übers Wochenende bei den Eltern, oder du quartierst dich für drei Tage bei der besten Freundin aus Schulzeiten ein, oder du mietest mit Freunden eine Hütte am Berg. Am besten umgibst du dich mit Leuten, mit denen du hauptsächlich Gesprächsstoff außerhalb der Studieninhalte findest. Völlig egal, wo du hinfährst, die einzige Regel lautet: nimm keine, GAR KEINE, Lernsachen mit. Komm einfach mal runter, du hast es dir verdient.

Kurze Entspannungsphasen auch während des Semesters

Um nicht schon völlig ausgebrannt auf die Semesterferien zuzukriechen, solltest du dir auch während des Semesters regelmäßige Auszeiten und Erholungsphasen gönnen. Viele Menschen lieben Sport als Ausgleich für stressige Lern- und Arbeitstage. Doch egal, ob Sport, Spieleabende mit Freunden oder Kinobesuche, wichtig ist nur, dass du dabei runter kommen kannst und die Erholungsphasen regelmäßig eingeplant werden. Die Vorfreude auf diese fest eingeplanten Lichtblicke steigert deine Motivation und Produktivität. Die Absage deiner Lichtblicke zugunsten von Verpflichtungen frustriert dich auf Dauer und macht deine Lernbemühungen inneffizient.

Fazit

Ich hoffe, wir konnten dir ein bisschen aufzeigen, dass es gar nicht so schwer aber unglaublich wichtig ist, sich selbst regelmäßige Erholungspausen zu gönnen. Carmen Binnewies, Professorin für Arbeitspsychologie an der Universität Münster fasste das im Interview mit der Süddeutschen Zeitung folgendermaßen zusammen:

Langfristig ließe sich mit regelmäßigen Erholungspausen sogar Zeit sparen. Denn wer ständig erschöpft ist, werde müde und unkonzentriert. Selbst einfache Aufgaben dauerten so viel länger. „Dadurch arbeitet man wieder mehr, und es gibt noch weniger Zeit für Erholung… Das ist ein Kreislauf, aus dem man irgendwann ausbrechen muss.“

Quelle: Süddeutsche

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