Sich langweilen - ein erstrebenswerter Zustand? Na klar!
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Ein Kind, das aus dem Fenster starrt - Sinnbild für sich langweilen

Sich langweilen – ein erstrebenswerter Zustand

Zu jedem Semesterausklang ist es das Gleiche: Kaum sind die Prüfungen vorüber, fällt nicht nur der Stress von den Studenten ab. Auch das berühmte schwarze Loch tut sich auf, in der man in nur kurzer Zeit zu verschwinden droht.Das ist kein Wunder: Wenn keine dringend zu erledigenden Aufgaben mehr anstehen, lässt zwar der Druck nach. Allerdings bricht auch die Tagesstruktur auseinander. Niemand gibt mehr zwingend vor, was bis wann zu tun und zu schaffen ist. Wer sich dann selbst keine Aufgaben und Ziele setzt, beginnt sehr schnell, sich zu langweilen. Das ist natürlich paradox: Erst wünscht man sich sehnlichst, die Klausurenphase möge enden. Und in all der Belastung vergisst man doch glatt, sich für das Danach zu wappnen. Pläne? Hat man zu Schmieden vergessen. Freie Zeit in den Semesterferien? Keinen Plan!

Ein großes Problem dürfte das nicht sein. Bevor man nervös wird von all der Zeit, die einen in den Semesterferien zu erschlagen droht, gilt es, ganz schnell, Pläne zu machen. Nichts ist einfacher, als die freien Tage mit einem durchdachten Freizeitprogramm zu füllen. Stoff dafür gibt es mehr als genug. Immerhin hat man in den vergangenen Wochen so einiges vernachlässigt. Alte Freunde und Kommilitonen zum Beispiel, die man besuchen und mit denen man um die Häuser ziehen möchte. Auch mal wieder so ausgiebig zu shoppen ist ein lang gehegter Wunsch. Dann wartet noch Oma mit Kaffee und Kuchen und und und …. Eigentlich dürfte es kein Problem sein, die nächsten Tage durchzuplanen. Und zwar bis auf die letzte Sekunde.

Doch es gibt auch andere Pläne für die Semesterferien: Gepflegte Langweile.

Mit diesem Phänomen beschäftigen sich Psychologen bereits seit Jahren. Neu ist die Erkenntnis nicht, dass es dem Kopf wieder auf die Sprünge helfen kann, wenn man sich kultiviert langweilen kann. Studien der University of East Anglia belegen, dass eine gewisse Gleichförmigkeit in den Ferien die Kreativität anregt und die Produktivität anhebt. Bei den Erhebungen ging es zwar um Kinder in den Schulferien. Doch die Erkenntnisse können durchaus auf Studenten übertragen werden. Auch für sie sorgt die Nichtstun nach der Prüfungsphase für neuen Schwung. Gezielt eingesetzt, weckt es die kreative Ader, die durch Prüfungen und Klausuren viel zu kurz kam. Auf lange Sicht verbessert sie die Arbeitsweise.

Auch Professor Dr. Gerald Hüther, ein deutscher Neurobiologe, sagt selbst, dass Langeweile absolut notwendig für das Gehirn ist. Hier im Video erklärt er unter anderem, wie Langeweile die Kreativität fördert.

via Vera Videoblog

Langeweile will gelernt sein

Das Wichtigste ist zunächst eine positive Einstellung zum Langweilen. Das ist alles andere als uncool. Auch ein Zeichen für zu wenige Freunde, fehlende Möglichkeiten sinnvoller Beschäftigung oder Antriebslosigkeit ist Langeweilen nicht. Ganz im Gegenteil: Es ist unbeschreiblich, einmal ausreichend Zeit nur für sich zu haben. Richtig angewendet ist Langeweile gewinnbringend. Denn sie hilft, die persönliche Entwicklung zu verbessern – und zwar nachhaltig.

Nichtstun in den Semesterferien sollte man also als etwas Positives ansehen. Nach den schweren Prüfungen gilt es, mehr als einen Gang herunterzuschalten: Das geht schon am Morgen mit einem Frühstück für Genießer los. Mit sich selbst im Reinen startet man einen ganz normalen Tag. Herumhängen ist angesagt, das Verlieren in Tagträumen und die Beschäftigung mit sich selbst. Erst mal tief durchatmen und dann den Tag genießen – ohne Programm.

Langeweile macht kreativ

Es ist nicht notwendig, die freie Zeit vollständig zu verplanen und auch noch die letzte Minute durch zu takten. Sinnvoller ist es, mindestens den ersten freien Tag komplett ohne ein Programm zu verbringen. Wer das tut, entdeckt automatisch, auf welche Dinge er in den nächsten Tagen tatsächlich Lust hat. Freunde besuchen? Na klar! Mit Oma Kaffee trinken? Aber sicher doch! Zu Hause bleiben und ein Buch lesen? Natürlich! Alles kann, nichts muss. Das ist die richtige Einstellung. Dabei ist alles erlaubt, was Spaß macht. Denn freie Zeit ist sinnvoll. Und jeder sollte sie einfach so verbringen, wie es ihm gefällt.

Wichtig ist es, sich in den Semesterferien die Zeit für gepflegtes Langeweilen zu nehmen. Mit festen Zielen in die freie Zeit zu starten. Besser ist es, sich zunächst einmal zurückzuziehen, um sich darüber klar zu werden, wie und womit man seine freien Tage verbringen will. Es gilt, die Kreativität fließen zu lassen. Erst dann wird zur Tat geschritten. Oder einfach gar nicht.

Sich langweilen, aber richtig

Warum nicht mal eine digitale Diät? Schließlich ist das Langweilen mit einem Smartphone oder einem Tablet nur halb so schön. Eigentlich ist es gar keine wirkliche Langeweile. Wer sich mit seinen Kommilitonen die ganz Zeit hin und herschreibt, wie langweilig ihm gerade ist, der kriegt den Kopf nicht frei. Kommunikation ohne Inhalt ermüdet. Sie sorgt dafür, dass die Langeweile keinen Wert mehr hat und sogar als belastend empfunden wird. So wird sie zu einem Zustand, aus dem man unbedingt heraus will. Das allerdings ist nicht Sinn der Übung.

Besser ist es, im Nichtstun aufzugehen und es für sich zu nutzen. Also: Smartphone ausschalten! Dann gelingt es, sich auf sich selbst zu konzentrieren, das Langweilen zu genießen und es für sich zu nutzen.

Fazit

Selbst wenn Langeweile auf Dauer nicht erstrebenswert ist. Sie sie doch hilfreich, wenn man in den Semesterferien abschalten will. Die Zeit zwischen den letzten Klausuren und dem neuen Semester ist für das Nichtstun mit positiven Folgen wie geschaffen.

Aus Langeweile entwickelt sich der Wunsch, etwas bestimmtes tun zu wollen. Alter Ballast fällt ab. In Ruhe kommt man dazu, sich neue Ziele für die nahe Zukunft zu überlegen. Das ist die beste Erholung.

Es nutzt nichts, Langeweile abzulehnen. Besser sieht man das sich öffnende schwarze Loch als Chance und erklärt gepflegtes Nichtstun für kurze Zeit zu einem erstrebenswerten Gefühl. Dann wird der Kopf wieder frei für vollkommen neue Ideen. Auf geht es danach frisch und mit Elan in das nächste Semester.

Also: Viel Spaß beim Langweilen!

 

Langeweile sinnvoll nutzen und Kreativität steigern

Über Stefan E

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