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Hund liegt auf dem Boden und schaut nach oben zum Thema Warten

Besteht dein Leben aus Warten?

Warten. Warten. Warten.

Das Leben wird bereits mit einer ziemlich langen Wartezeit eingeleitet. 9 Monate um genau zu sein. In sicherer Umgebung entwickelst du dich und wartest darauf, das Licht der Welt zu erblicken und dein Leben zu beginnen. Doch genau das schaffen viele nicht. Statt ihr Leben in die Hand zu nehmen und es einfach zu leben, versetzen sie sich in eine ewig andauernde Warteposition.

Bereits im Kindergarten warten sie auf die Grundschule. Dort angekommen, können sie es kaum abwarten, die Schule endlich ganz hinter sich zu lassen. So sitzen sie bis zu 12 Jahre ab, in denen sie weder die Lust noch die nötige Motivation aufbringen können, die ganze Sache halbwegs würdevoll über die Bühne zu bringen. Halten sie dann den so lange ersehnten Abschluss in der Hand, der ihnen endlich den Weg in die Freiheit und in ihr eigenes Leben ebnen soll, beginnt für sie bereits das Warten auf die nächste Etappe: Das Arbeitsleben! Denn zur „echten“ Selbstständigkeit fehlen ihnen als Studenten einfach die nötigen finanziellen Mittel. Dort angekommen warten sie dann jeden Morgen auf den Feierabend, jeden Montag aufs wohlverdiente Wochenende und jedes Jahr auf die erhoffte Gehaltserhöhung – im schlimmsten Fall bis sie in Rente gehen.

Was bedeutet warten eigentlich?

Der Duden definiert es so:

  1. dem Eintreffen einer Person, einer Sache, eines Ereignisses entgegensehen, wobei einem oft die Zeit besonders langsam zu vergehen scheint
  2. sich, auf jemanden, etwas wartend, an einem Ort aufhalten und diesen nicht verlassen
  3. etwas hinausschieben, zunächst noch nicht tun
  4. (veraltend) sich um jemanden, etwas kümmern, für jemanden, etwas sorgen; pflegen, betreuen
  5. (Technik) (an etwas) Arbeiten ausführen, die zur Erhaltung der Funktionsfähigkeit von Zeit zu Zeit notwendig sind
  6. (selten) (eine Maschine, eine technische Anlage) bedienen

Der zentrale Punkt beim Warten scheint der zu sein, dass die Zeit gefühlt langsamer und scheinbar ungenutzt vergeht. Wir wollen beim Warten eigentlich nicht dort sein, wo wir gerade sind. Doch vor allem wollen wir nicht das machen oder erleben, was nun gerade einmal der gegenwärtige Moment ist. Wir sind im Kopf zeitlich schon einen großen Sprung voraus, meistens bei irgendetwas, das wir jetzt viel lieber machen würden! Das bedeutet dann aber automatisch, dass wir die Situation, in der wir uns tatsächlich befinden, herabwerten.

Wenn du dir beispielsweise morgens um 8 schon den Feierabend um 5 herbeisehnst, verliert die Zeit dazwischen weitestgehend ihren Sinn. Sie wird dann sogar noch um einiges unangenehmer, als du sie wahrscheinlich sowieso schon empfindest. Irgendwann ertappst du dich dabei, wie du alle 10 Minuten mit dem Gedanken auf die Uhr schaust. Das steigert dann die Frustration ins Unermessliche. Du wirst feststellen, dass deine Konzentration dabei immer weiter sinkt und die Unruhe in dir im Gegenzug kontinuierlich steigt. So lange, bis sie sich schließlich in Wut verwandelt hat.

Gezwungenes Warten

In den meisten Fällen wird der Wartezustand in irgendeiner Weise von außen herbeigeführt. Wir entscheiden uns nicht dafür, auf den Bus oder einen Termin zu warten. Der Bus kommt nun einmal, wann er kommt – wenn wir auf ihn warten müssen, ist das keine freie Entscheidung von uns selbst. Das hat zur Folge, dass wir uns ohnmächtig und machtlos fühlen. So kann das Warten beziehungsweise Warten-Lassen auch ein Ausdruck von Macht oder Stellung sein. Am besten lässt sich dieses Phänomen am Beispiel eines Arztbesuches verdeutlichen. Die höchste Stellung in dieser Konstellation hat der Arzt. Denn er bestimmt, wer wann dran kommt und wie viel Zeit er sich für welchen Patienten lässt. Rang zwei besetzen die Privatpatienten, die weitaus geringere Wartezeiten bei Ärzten befürchten müssen als die Kassenpatienten – die damit den untersten Rang belegen.

Künstlich erzeugtes Warten

Der Wartezustand kann allerdings auch von dir selbst kreiert werden. Zum einen kannst du gewisse Dinge absichtlich aufschieben oder hinauszögern. Das geschieht dann, wenn die Wartezeit immer noch attraktiver scheint als die zu erledigende Aufgabe. Hast du große Angst vor einer Situation, kann diese Angst dich lähmen und du findest dich im wartenden Zustand wieder. Du kennst das Prinzip sicherlich nur zu gut, wenn deine Prüfungsphase mal wieder nur aus Prokrastination besteht.

Andererseits kannst du aber auch auf etwas warten, das höchstwahrscheinlich gar nicht (zumindest nicht ohne dein Handeln) oder erst zu einem viel späteren Zeitpunkt eintreffen wird. Das ist dann gleichzusetzen mit einem hoffnungsvollen Hinhalten deiner selbst. Denn in der Zeit des Wartens gibst du ziemlich viel bis alles an Verantwortung ab. Du versetzt dich selbst in einen passiven Zustand, der dir erlaubt, die Dinge einfach auf dich zukommen zu lassen – ohne dass du dabei großartig etwas tun müsstest. Beim Warten entsteht automatisch Hoffnung. So warten viele auf die große Liebe, den Traumjob oder ein erfüllteres Dasein.

Doch: Wer immer wartet, verpasst das Leben

Eines musst du dir dabei allerdings klar machen: Warten ist tatsächlich vergeudete Zeit. Wer ewig passiv bleibt und wartet, wenn es um wichtige Themen wie Partnerschaft, Beruf oder den Sinn des Lebens geht, der wird seine Ziele wahrscheinlich nie erreichen. Wer immer alles aufschiebt, bis auf die letzte Sekunde, wird sein Leben abwechselnd mit Warten und Gestresst-Sein verbringen. Wer immer nur in sicherer Warteposition verweilt, wird wahrscheinlich nicht sonderlich viel erleben. Denn das Warten hindert dich daran, das Jetzt zu schätzen und zu genießen – und das macht auf Dauer unglücklich und krank.

Wie sieht es bei dir aus? Wartest du noch oder lebst du schon? Hast du vielleicht Tricks herausgefunden, wie du dich selbst motivierst, aus deiner persönlichen Warteschleife herauszubrechen? Teile sie uns gerne mit und hilf auch anderen dabei, ihr Leben in die Hand zu nehmen! 🙂

Über Joey

Das Leben ist kein Wunschponyschlecken. :)

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