Max und Moritz - eine Neufassung (Poetry Slam) - Studiblog
Home » Bereich » Max und Moritz – Neufassung
Rita Apel erzählt von der Neufassung von Max und Moritz.

Max und Moritz – Neufassung

Ihr hört jetzt:

Max und Moritz in der Neufassung von 2015.

(via Bremen Vier)

Max und Moritz, diese beiden,
konnte wirklich niemand leiden,

sie gehörten zu den trägen,
nichtsnutzigen, blöden Nervensägen.

Anstatt fleißig zu studieren,
wollten sie sich amüsieren.

Sie wussten selbst nach einem Jahr
noch nicht mal, wo die Uni war.

Das merkte auch der Herr Papa
und plötzlich war kein Geld mehr da.

Ach, die beiden – ach herrjemine  –
die brauchten eine Geschäftsidee.

Der Moritz sprach: „Dann lass mal gucken,
dass wir Visitenkarten drucken.

Im Hochglanz und mit Farbverlauf
und schreib da Max and Morris drauf.

Wir werden jetzt richtig Kohle machen
– mit Consulting und so Sachen.“

Zuerst waren sie bei Witwe Bolte,
bei der nicht recht der Rubel rollte.

Ihre Hühner waren 30000
und kein Hahn dabei.

Es lebte dieses Federvieh
in einer Legebatterie.

Die Witwe machte kaum Gewinn
und schrie: „Ich schmeiß jetzt alles hin!“

Doch Max and Morris dachten nun,
was kann man für die Witwe tun.

Und ganz hurtig, 1,2,3 –
erfanden sie das Bio-Ei.

„Liebe Witwe“, sprachen sie,
„viel Eier legt ihr Federvieh,

doch diese Eier sind perfekt,
sie sind so sauber wie geleckt,

so ein Ei braucht eine kleine Macke,
zum Beispiel ein Fleck Hühnerkacke.

Dann wird es zum Bio-Ei erklärt
und so ein Ei ist viel mehr wert.

Und, was den Kunden auch gut blendet,
wenn man ein Federchen verwendet.

Das kommt in jede Packung rein,
ein Strohhalm darf es auch noch sein,

der dann den schönen Schein erweckt,
als würd das Ei im Nest entdeckt

und sanft ins Körbchen dann gelegt,
worin man es zum Markte trägt.“

Die Witwe hat’s grad so gemacht,
was ihr auch viel Profit gebracht,

und ihre Eier konnt man haufenweise
in Bio-Läden kaufen.

Die haben nur bei ihr bestellt –
seht, so macht man aus Scheiße Geld.

Dieses war der erste Coup,
doch der zweite folgt im Nu.

Als nächstes rief sie Lutz, der Bäcker.
Seine Brötchen schmeckten lecker

und sie haben gut geduftet,
doch Lutz hat viel zu viel geschuftet.

Ab drei Uhr war er im Betrieb,
wo er bis zum Abend blieb.

Obwohl er so viel Teig gemischt,
war sein Verdienst so gut wie nichts.

Max and Morris dachten nun,
was kann man für den Bäcker tun.

Und ganz hurtig, 1,2,3,-
erfanden sie den Einheitsbrei.

Und sie sagten: „Lieber Bäcker,
Schluss jetzt mit dem Teiggeklecker,

es geht jetzt maschinell,
das ist billig und auch schnell.

Für jedes Brot von A bis Z,
ob Sesam, Mohn oder Baguette,

wird jetzt der kleine Papp verwendet
und der wird ins Geschäft gesendet.

Dieses Brötchen einerlei
backt die Verkäuferin nebenbei,

wir legen dafür mehr Gewicht
auf Deko, Deckchen, sanftes Licht.“

So wurd der Laden aufgepimpt
und siehe da, die Kasse stimmt.

Lutz zieht nie mehr den Kittel an,
denn Zeit und Geld hat jetzt der Mann,

nein, er zog nun kürzlich schick
gekleidet in die Politik.

Demnächst wird unser Bäcker Lutz
Minister für Verbraucherschutz.

Dieses war ihr zweiter Coup
und viele kamen noch hinzu.

Sie drehten wirklich jedermann
Smoothies und Pizzaburger an.

Ja, sie waren auch die Macher
bei Carglass und bei Seitenbacher.

Ob teure H2O-Tomaten,
ob Schnitzel, die im Toaster braten,

ob Bayern-München Merchandise –
sie verkauften jeden Scheiß.

Sie machten, dass wir Hugos trinkten
und dabei nach Jil Sander stinken.

Dass wir an Müsliriegeln nagen
und Jacken von Jack Wolfskin tragen.

Dass wir an lila Kühe glauben
und Billy selbst zusammenschrauben.

Das ist das Werk dieser Experten,
die es verstehen, Ramsch aufzuwerten.

Ganz locker, ohne unser Wissen,
haben sie uns ins Gehirn geschissen.

Und wann ist es denn wohl vorbei,
mit dieser Übeltäterei,

erst, wenn die grauen Zellen siegen
oder wenn wir am Grabe liegen.

Doch das wird gar kein schlechter Tag,
denn ich hab dann den schicksten Sarg.

 

(Max und Moritz – Neufassung als Poetry Slam von Rita Apel)

Über Redaktion

Schau mal

Fat Amy singing - zum Thema Dinge die man in der Vorlesung nicht tun sollte

10 Dinge, die du als Student in einer Vorlesung nicht tun solltest

Wie in jedem Bereich des Lebens gibt es auch im Hörsaal bestimmte Regeln, die man …



Für eine uneingeschränkte Nutzung unserer Website werden Cookies benötigt. Bitte stimme der Verwendung von Cookies zu, um alle Funktionen der Website nutzen zu können. Weitere Informationen

Cookies sind kleine Dateien, die es ermöglichen, auf dem Zugriffsgerät der Nutzer (PC, Smartphone o.ä.) spezifische, auf das Gerät bezogene Informationen zu speichern. Sie dienen zum einem der Benutzerfreundlichkeit von Webseiten und damit den Nutzern (z.B. Speicherung von Logindaten). Zum anderen dienen sie, um die statistische Daten der Webseitennutzung zu erfassen und sie zwecks Verbesserung des Angebotes analysieren zu können. Die Nutzer können auf den Einsatz der Cookies Einfluss nehmen. Die meisten Browser verfügen eine Option mit der das Speichern von Cookies eingeschränkt oder komplett verhindert wird. Allerdings wird darauf hingewiesen, dass die Nutzung und insbesondere der Nutzungskomfort ohne Cookies eingeschränkt werden. Mit dem Aufenthalt auf dieser Website akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies.

Schließen