Wie lebt und lernt ein Musterstudent? - Ein Interview.
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Musterstudent (-in) schreibt etwas für die Uni

Interview: Eine Woche im Leben eines „Musterstudenten“

Montag

8.00 Uhr:             Ahrina ruft an: tuut tuut tuut

10.00 Uhr:           Ahrina ruft an: tuut tuut tuut

11.00 Uhr:           Ahrina ruft an, Musterstudent antwortet.

Ahrina: Hallo, darf ich dir ein paar Fragen zu deinem Studienalltag stellen?

Musterstudent (gähnt): Guten Morgen, natürlich, wenn du wartest, bis ich ganz wach bin. Gegen 14.00 Uhr kannst du gerne vorbeikommen… Heute ist leider nicht mein Tag!

14.00 Uhr:           Ahrina klingelt an der Tür.

Musterstudent: Hallo, jetzt ist alles ok, komm herein, was möchtest du denn wissen? Anbieten kann ich dir leider nur Wasser, das Wochenende hat meinem Kühlschrank nicht gut getan.

Ahrina: Schon ok, ich brauche nichts. Mich interessiert das ganz normale Studentenleben, der Alltag, die Vorlesungen, die Prüfungen, die Freizeit, kurz, die guten und die schlechten Zeiten eines Studenten. Also, was hast du heute schon gemacht, und was wirst du noch machen?

Musterstudent: Also wie gesagt ist heute nicht so mein Tag. Montags fällt es mir manchmal echt schwer, in die Puschen zu kommen und mich wieder an das Arbeitstempo des Uni-Alltags zu gewöhnen. Da soll man ja alles gleichzeitig machen. Ich muss zum Beispiel heute in einer Woche meine Studienarbeit abgeben. Nichts Großes, 12 Seiten plus Gliederung und Anhang. 4 Wochen hatten wir Zeit dafür. Das Thema habe ich schon und heute Nachmittag fange ich an mit der Recherche. Zusätzlich muss ich noch mit einem Kommilitonen zusammen ein Referat vorbereiten, das müssen wir am Freitag vortragen. Da müssen wir uns natürlich bald zum Vorbereiten treffen. Und dann muss ich ja noch dringend einkaufen, weil der Kühlschrank leer ist, zum Sport gehe ich auch regelmäßig, wer will schon Lauch sein und dann noch die Vorlesungen plus Vor- und Nachbereitung. Du siehst, ein Student hat allerhand zu tun…

Dienstag

8.00 Uhr:             Ahrina ruft an: tuut, tuut, tuut

10.00 Uhr:           Ahrina ruft an: tuut, tuut, tuut

10.30 Uhr:           (Musterstudent ruft zurück:) Guten Morgen, sorry, hab länger geschlafen.

Ahrina: Kein Problem, dann erzähl doch mal, was du gestern noch gemacht hast. Wie kommst du voran mit der Recherche?

Musterstudent: Du, eigentlich habe ich gerade gar nicht so viel Zeit, hab ja heute einiges vor. Aber gut, das Wichtigste ganz kurz. Gestern nach unserem Interview hatte ich noch kurz zu tun und setzte mich dann gegen 17.00 Uhr an den Computer. Noch kurz Mails checken, Facebook, Twitter und schon hätte es los gehen können, hätte mir nicht mein Kumpel den Link zu dieser neuen Netflix-Serie geschickt. Mann, war das spannend. Ich konnte erst weit nach Mitternacht einschlafen.  Logisch, dass ich dann heute etwas länger schlafen musste, um fit für meine Recherche zu sein. Jetzt muss ich dich leider aus der Leitung werfen, ich gehe noch kurz einkaufen, hab ja wie gesagt nichts mehr im Kühlschrank, und dann geht es ab in die Bib und die Recherche startet mit Volldampf.

Mittwoch

8.00 Uhr              Ahrina ruft an.

Musterstudent (geht tatsächlich ans Telefon): Sorry, grad echt keine Zeit, die Vorlesung hat schon begonnen und da ist Anwesenheitspflicht. Scheiße, ausgerechnet heute. Ich hab so Kopfschmerzen.

Ahrina: Oh je, bist du krank?

Musterstudent: Nicht direkt, ich war doch gestern beim Einkaufen. Und wie es der Zufall will, traf ich einen alten Bekannten, den ich schon länger aus den Augen verloren hatte. Wir erledigten unsere Einkäufe, gingen zusammen etwas Essen und anschließend noch einen Trinken. Tja, und wie das eben manchmal so geht mit guten alten Bekannten, die Zeit verrinnt wie im Fluge und ehe man sich versieht, ist es später Abend. Aber ich muss jetzt wirklich rein, sonst gibt es Ärger. Wir können uns dann heute am Abend treffen, bis dahin bin ich ausgelastet mit Recherche. Passt 17.30 Uhr beim Sportzentrum? Um 18.00 Uhr beginnt nämlich mein Training.

Ahrina: Ok, alles klar, 17.30 Uhr Eingang Sportzentrum. Und viel Erfolg bei der Recherche.

17.45 Uhr            Eingang Sportzentrum

Ahrina: Hallo. Wie geht es dir? Noch Kopfschmerzen? Was macht die Recherche?

Musterstudent: Mir geht es wieder gut, danke. Die Pflichtvorlesung am Morgen hab ich ganz gut rum gebracht. Und weil ich schon mal da war, besuchte ich pflichtbewusst die Vorlesung gleich im Anschluss auch noch. Obwohl die keine Anwesenheitspflicht hat und ich echt müde war. Aber da habe ich schon öfter gefehlt. Hat bestimmt nicht geschadet, dass mich der Prof wieder mal gesehen hat. Ich war dann nach den Vorlesungen so fertig, dass ich nur noch kurz etwas gegessen habe und mich dann echt hinlegen musste. Leider bin ich dabei tatsächlich eingeschlafen, obwohl ich das gar nicht eingeplant hatte. Als ich aufwachte, noch kurz duschen, um fit zu werden und jetzt bin ich pünktlich hier. Jetzt freue ich mich auf mein Training, das ist mir sehr wichtig. Sport fördert ja bekanntlich die Leistungsfähigkeit. Und Leistung muss ich morgen wirklich bringen, wenn ich stundenlang an meiner Recherche sitzen werde.

Ahrina: Alles klar, dann viel Spaß im Training.

Donnerstag

8.00 Uhr:             Ahrina ruft an: tuut, tuut, tuut

10.00 Uhr:           Ahrina ruft an: tuut, tuut, tuut

11.00 Uhr:           Ahrina ruft an: tuut, tuut, tuut

12.00 Uhr            (Musterstudent ruft zurück:) Hallo, ich konnte leider nicht ans Telefon gehen, ich sitze schon ganze 2 Stunden in der Bib. Morgen ist doch mein Referat, da wäre mir beinahe die Zeit davon gelaufen. Jetzt gehe ich gerade zum Mittagessen. Danach muss ich noch kurz meine Mails checken, Facebook, Twitter und dann leider schon wieder in die Bib. Um 16.00 Uhr treffe ich mich mit meinem Kommilitonen, dann arbeiten wir den Rest gemeinsam aus. Für meine Vorlesungen habe ich heute leider keine Zeit, das Referat ist jetzt wichtiger. Zum Glück habe ich donnerstags keine Anwesenheitspflicht. Und morgen wird es wieder eng werden mit dem Besuch der Vorlesungen, die Recherche für die Hausarbeit steht auch immer noch an. Gut, dass das Referat erst 11.15 Uhr ist, dann kann ich vorher noch etwas für meine Studienarbeit machen. Ich melde mich dann morgen nach dem Referat.

Freitag

16.30 Uhr            Musterstudent ruft an

Ahrina: Hallo, das Referat hat aber lange gedauert?

Musterstudent: Der Tag ist irgendwie anders gelaufen als geplant. Wir trafen uns doch gestern noch, um das Referat vorzubereiten. Es ist ganz gut und pünktlich fertig geworden. Obwohl die Vorbereitung länger dauerte, als geplant. Wir beschlossen, keinen Abstecher in die Kneipe zu wagen, schließlich wollten wir heute fit sein. Aber ein wenig Zocken in seiner Bude und ein, zwei Bierchen, das musste noch sein, zum Runterkommen.

Irgendwie war ich dann heute früh gar nicht so fit. Ich gönnte mir noch eine Stunde Schlaf, um ja das Referat nicht zu versauen. Dann wurde es eh schon wieder eng. Aufstehen, duschen, alles nochmal durchlesen und ab an die Uni. Das Referat lief eigentlich ganz ok. Wir hatten uns ja auch gut vorbereitet. Dann Mittagessen und ein wenig Pause zum Erholen. So ein Referat ist schon eine anstrengende Angelegenheit. Am Nachmittag dann noch eine Pflichtvorlesung, die mir gar nicht in den Plan passte. Tja, und jetzt bin ich auf dem Weg nach Hause. Heute werde ich nicht mehr viel schaffen, ich bin konzentrationsmäßig total am Ende. Und um acht treffe ich mich mit meinen Kumpels im Kino, Alter, auf die Fortsetzung dieses Films habe ich schon ewig gewartet. Das kann ich mir nicht entgehen lassen. Da wird es aber nicht so spät, so dass ich morgen den ganzen Tag für meine Studienarbeit Zeit habe.

Samstag

9.00 Uhr:             Ahrina ruft an: tuut, tuut, tuut

10.00 Uhr:           Ahrina ruft an

Musterstudent: Guten Morgen, ich sitze schon eine halbe Stunde an meinem Schreibtisch. Wie gesagt, gestern wurde es nicht so spät. Jetzt arbeite ich noch bis 11.00 Uhr, dann Mittagspause, ein bisschen entspannen mit Netflix und so und pünktlich um 13.00 Uhr geht es dann weiter. Heute läuft’s. Ich melde mich am Abend nochmal, ich bin guter Dinge, dass heute richtig was geht…

22.30 Uhr            Musterstudent ruft an

Ahrina: Oh, so spät. Du warst aber fleißig heute!

Musterstudent: Ja, war das ein scheiß Tag, ich bin zu gar nichts gekommen. Hab‘ ich doch glatt den 50. Geburtstag meiner Mama vergessen. Zum Glück fiel es mir gerade noch rechtzeitig ein, dass ich um 12.00 Uhr im Gasthaus zur großen Feier eingeladen war. Ich startete also um 11.00 Uhr Richtung Heimat und kam gerade noch pünktlich an. Leider ohne Geschenk, aber das wurde mir verziehen. Ich schob die Schuld auf die langsame Lieferung des Onlineversandes. Da muss ich jetzt gleich noch irgendwas bestellen, damit die Notlüge nicht auffliegt. Eigentlich dachte ich, dass diese blöde Feier wenigstens nicht so lange dauert, sind ja alles alte Leute. Aber es war dann doch einfach gemütlich und so oft sieht man seine Verwandtschaft ja auch nicht. Da wäre es unhöflich gewesen, gleich wieder zurück zu fahren.

Jetzt gehe ich gleich ins Bett, konzentrieren kann ich mich eh nicht mehr. Dann bin ich wenigstens morgen fit für die Studienarbeit. Langsam läuft mir die Zeit wirklich davon. Es läuft aber auch immer so blöd… Gute Nacht.

Ahrina: Gute Nacht, bis morgen.

Sonntag:

8.00 Uhr:             Ahrina ruft an: tuut, tuut, tuut

9.00 Uhr:             Ahrina ruft an: tuut, tuut, tuut

9.15 Uhr:             Musterstudent ruft zurück.

Musterstudent: Guten Morgen, ich war gerade unter der Dusche. Jetzt laufe ich sofort zum Bäcker, frische Luft am Morgen und ein gutes Frühstück fördern die Konzentration. Und dann setze ich mich an meinen Schreibtisch. Heute muss die Studienarbeit fertig werden, morgen ist Abgabetermin. Also bitte stör mich heute nicht mehr, ich melde mich, wenn ich fertig bin.

Ahrina: Alles klar, dann viel Erfolg heute…

4.47 Uhr              per Sprachnachricht

Musterstudent: (völlig verzweifelt):  Ich bin fast fertig, der Drucker druckt gerade alles aus … Außer Essen, Joggen am Nachmittag und danach kurz erholen, ein wenig Zocken am Abend, um mich wieder besser konzentrieren zu können, arbeitete ich heute seit 11.00 Uhr durch. Ich war wahnsinnig fleißig. Wirklich zufrieden bin ich trotzdem nicht, aber wie soll man auch bei dem Zeitdruck etwas Vernünftiges zu Papier bekommen. Es ist zum Kotzen, was uns Studenten zugemutet wird…

Alle handelnden Personen sind, ebenso wie das gesamte Interview frei erfunden. Und, bevor ihr uns jetzt mit bösen Kommentaren überhäuft, ja, wir wissen, dass dieses Interview sehr einseitig und völlig überspitzt alle negativen Klischees des Studentenlebens bedient. Und dennoch steckt in jedem Klischee ein Funken Wahrheit. Vielleicht erkennt sich ja der Ein oder Andere in manchen Passagen sogar wieder. Oder ihr kennt sogar jemanden, der exakt dem beschriebenen Studententyp entspricht. Nicht? Wir sind völlig an der Realität vorbei? In Wirklichkeit ist alles ganz anders?

Schreibt uns und lasst uns zusammen ein realistisches Bild vom studentischen Alltag zeichnen…

Über Ahrina Timido

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