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Prokrastination – die Aufschieberitis bekämpfen und besiegen!

Sicher kennst du diesen Drang, wichtige Dinge vor dir her zu schieben und dich stattdessen mit unwichtigem Kleinkram zu beschäftigen, bis der Termindruck dich schließlich einholt und du in letzter Minute dann doch noch produktiv wirst. Ist die nächste Hürde genommen, schwörst du dir hoch und heilig, dass du vor der nächsten Prüfung nicht wieder der Prokrastination erliegen wirst. Und dann tust du aber wieder genau dasselbe.

Fast jeder Student erlebt das. Kein Wunder also, dass Aufschieberitis auch als das Studentensyndrom bezeichnet wird. Woran liegt es, dass Prokrastination ein so verbreitetes Phänomen im Studium ist? Es handelt sich um einen ganz natürlichen Mechanismus in der menschlichen Psyche, der vor unangenehmen Arbeiten schützen will. Gerade im Studium hast du aber recht oft mit unangenehmen, aber auch wichtigen Aufgaben zu kämpfen. Wie kannst du also deinen inneren Schweinehund überwinden und ihn davon überzeugen, dass das Lernen für die Prüfung wichtiger ist, als das Putzen der Fenster oder das Sortieren der DVDs im Regal? Hier ein paar Tipps zum Bekämpfen der Prokrastination.

Prokrastination im Studium wirksam besiegen

Mache dir erst einmal bewusst, dass die Prokrastination im Studium kein persönliches Leiden von dir selbst ist. Fast jeder hat im Studium damit zu kämpfen. Auch die erfolgreichen Studenten neigen dazu, ihre wichtigen Aufgaben vor sich her zu schieben. Was sie aber können: Sie merken recht früh, dass sie gerade dabei sind, Prokrastination zu betreiben und sie durchbrechen den Kreislauf der Zeitverschwendung früh genug. Das wird dir mit diesen Tipps auch gelingen!

Das Problem erkennen

Erkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Das gilt auch bei der Prokrastination im Studium. Versuche zu erkennen, wann du unnötige Dinge erledigst, statt dich den wirklich drängenden Themen zu widmen. Mach dir bewusst, dass dich die Prokrastination mal wieder erwischt hat und dass du gerade in diesem Moment eigentlich nur deshalb einen Onlinefragebogen für ein Versandhaus ausfüllst, weil du nicht mit der Prüfungsvorbereitung anfangen willst. Erkenne das Problem und suche nach der Ursache. Frage dich immer selbst, ob du gerade eine Lernpause machst, weil du ausgelaugt bist oder weil du einfach keine Lust hast. Falls es dir an Motivation fehlt, versuche herauszufinden, warum du keine Motivation hast.

Steckst du dir zu hohe Ziele oder kannst du vielleicht etwas an deiner Motivation ändern?

Schritt für Schritt

Um deine wichtige Aufgabe anzugehen, kann es helfen, sie in kleinere Schritte zu unterteilen. Eine Semesterarbeit kann allein schon durch ihren Umfang einschüchternd wirken.

Also versuche, deine Mammutaufgabe in kleine Teile zu zerstückeln, so dass du dich jedem einzelnen Schritt widmen kannst und nicht mehr die Riesenaufgabe vor dir siehst, die dich demotiviert.

Deine kleineren Schritte haben alle einen überschaubaren Umfang und die Tatsache, dass du das Ende der Aufgabe in greifbarer Nähe hast, wirkt in der Regel motivierend und lässt dich positiver an die Sache herangehen.

Struktur wird überbewertet

Deine Aufgabe ist riesig und unübersichtlich und du siehst keinen konkreten Anfang? Das ist im Studium etwas ganz Normales und wird dir auch später im Beruf so gehen. Am liebsten schiebt man Aufgaben vor sich her, die groß und einschüchternd wirken und bei denen man kaum weiß, wo man eigentlich anfangen soll.

In dem Fall kann es auch eine Strategie sein, einfach die Struktur Nebensache sein zu lassen und irgendwo anzufangen.

Der Anfang ist ja oft das Schwerste an der Herausforderung und ist dieser einmal geschafft, wird auch der Hang zur Prokrastination geringer. Wenn du erst mal angefangen hast, mit Schreiben oder mit Lesen oder auch damit, Unterlagen zusammen zu suchen, dann ist die erste Hürde genommen und die Struktur kannst du auch später noch herein bringen. Hauptsache, die Maschine ist erst einmal angeworfen und arbeitet.

Hindernisse und Ablenkungen beseitigen

Beobachte dich selbst und finde heraus, welchen Aufgaben du am liebsten nachgehst, wenn du im Studium mal wieder alles Wichtige vor dir her schiebst. Ist es eher der Fernseher, der dich ablenkt oder das Candy Crush-Spiel auf dem Handy oder fängst du gerne an die Wohnung zu putzen statt fürs Studium zu lernen? Wenn dich dein Handy ablenkt, dann schalte es ab für die Zeit, in der du lernen oder arbeiten willst. Wenn dich die Wohnung oder auch der Fernseher ablenken, dann gehe zum Lernen in die Bibliothek oder triff dich mit Freunden zum Lernen.

Setze dir konkrete Zeiten, in denen du dich nur mit deiner wichtigen Aufgabe beschäftigen willst und setze diese durch. Plane für jeden Tag der Woche je nach Aufgabe zwei, vier oder auch mehr Stunden ein, in denen du hindernisfrei lernen kannst, an einem Ort, der dir keine Ausreden liefert.

Wenn du für deine Aufgaben das Internet brauchst, dann gibt es Apps oder Programme, die Facebook und Co für ein paar Stunden blockieren können.

Die Arbeitsumgebung

Wie schon im vierten Punkt erwähnt, ist der Ort, an dem du deiner Aufgabe nachgehst, ausschlaggebend für den Erfolg. Suche nach einer Umgebung, in der du dich voll und ganz auf dein Studium konzentrieren kannst. Wenn es in deiner eigenen Wohnung einfach unmöglich für dich ist, nicht den Ablenkungen zu erliegen, dann musst du dich dazu zwingen, woanders zu lernen.

Meide Orte, an denen es laut und hektisch ist. Sicher hat deine Uni oder Hochschule Räumlichkeiten, die dir die nötige Ruhe für Konzentration auf das Studium geben.

Vielleicht ist auch ein Stadtpark im Sommer perfekt, um ungestört zu lernen.

Realistisch bleiben

Prokrastination tritt im Studium immer dann besonders stark auf, wenn die Aufgaben die vor dir liegen mächtig und demotivierend wirken. Neben den bereits beschrieben Strategien ist es auch wichtig, immer realistisch zu bleiben.

Setze dir Ziele, die du auch wirklich erreichen kannst.

Plane im Voraus, denn du weißt ja, welche Arbeiten und Prüfungen auf dich zukommen. Wenn du dir realistische Ziele setzt, zum Beispiel zwei Wochen für die Vorbereitung auf eine bestimmte Klausur, vier Wochen für eine Semesterarbeit und eine Woche für die Vorbereitung auf eine Präsentation einplanst, dann kannst du diese Ziele tatsächlich erreichen. Es ist unmöglich, all dies innerhalb einer einzigen Woche zu erreichen. Dann macht es ohnehin keinen Sinn mehr, überhaupt damit anzufangen und die Prokrastination gewinnt leicht die Überhand über deine Bemühungen im Studium. Versuche also erreichbare Ziele zu setzen und dich damit zusätzlich zu motivieren.

Erfolge feiern

Um die Prokrastination im Studium zu besiegen, ist es wichtig, immer wieder die eigene Motivation anzukurbeln. Erfolge sorgen für positive Gefühle und diese brauchst du dringend für das Angehen der nächsten Aufgaben.

Also: Feiere jedes erreichte Ziel gebührend. Hake erledigte Aufgaben auf Listen ab und belohne dich für deine Termintreue und für Erfolge, auch wenn es nur kleine Erfolge sind.

Jede genommene Hürde verschafft dir dann Glücksgefühle, die dir bei der Motivation für die nächste Aufgabe helfen.

Niemand muss perfekt sein

Perfektionismus ist etwas für Genies. Wer immer nach einem perfekten Ergebnis strebt, der wird einerseits nie mit sich zufrieden sein und andererseits immer enttäuscht. Nichts wirkt demotivierender als das Nichterreichen von selbst gesteckten Zielen und Erwartungen. Also: du musst nicht perfekt sein. Wer immer nach Perfektion strebt, verliert an Produktivität. Der Philosoph und Wissenschaftler Pareto hat erkannt, dass man im Leben meist mit 20% seines Aufwandes 80% seines Erfolges erreicht. Und 80% sind ja meist auch in einer Prüfung ein ziemlich gutes Ergebnis.

Geh also bei deinen Aufgaben nicht zu sehr ins Detail und versuche, immer das Wesentliche der Aufgabe im Blick zu behalten.

Lass dich zum Beispiel bei der Suche nach Material nicht zu sehr ablenken von der Fülle an tiefgehenden Informationen. Setze dir ein Zeitlimit und hole das Beste aus dir heraus. Wenn das Ergebnis dann nicht zu 100, sondern nur 90% perfekt ist, darfst du die Aufgabe trotzdem als erledigt ansehen und diese auch mit Stolz abhaken und feiern.

Fehler akzeptieren

Du sollst deine Siege feiern, aber dich nicht für Fehler bestrafen. Wenn du dich dabei erwischst, wie du wieder einmal wichtige Dinge im Studium vor dir her schiebst, dann sei großmütig und verzeih dir. Der Kampf gegen die Prokrastination ist ein langer und mühsamer Kampf, den du niemals vollständig gewinnen wirst. Die Versuchung, Dinge aufzuschieben wird dich dein Leben lang verfolgen. Wichtig ist nur, dass du lernst zu erkennen, wann es mal wieder so weit ist und wann du dich mit ein paar Tricks wieder auf den rechten Weg schubsen musst. Wenn du dich zu sehr darüber ärgerst, dass es dir immer und immer wieder passiert, dann wirkt das nur demotivierend und frustrierend.

Also: verzeih dir Rückfälle und lass dich nicht beirren.

Das Ergebnis zählt

Konzentriere dich immer auf das Ergebnis und versuche, etwas weniger an den Prozess zu denken. Ein gutes Beispiel ist viellleicht eine Autowäsche. Die meisten Menschen gehen nicht gerne zur Waschstation, um ihr Auto zu waschen. Aber sie lieben das Ergebnis: das saubere Auto. Ein Zahnarztbesuch ist auch ein gutes Beispiel. Niemand geht gerne zum Zahnarzt, aber wenn die Behandlung dann vorbei ist, freut man sich über das Ergebnis.

Dein Fokus im Kampf gegen die Prokrastination muss also immer das Ergebnis sein: wie gut wirst du dich fühlen, wenn diese Semesterarbeit endlich fertig und abgegeben ist!

Stell dir immer wieder vor, wie dein Erfolg aussehen wird und dann fang einfach an, um es hinter dich zu bringen – wie bei der Autowäsche oder beim Zahnarzt!

Prokrastination besiegen – ein Fazit

Der schwerste Gegner im Kampf ist immer man selbst. So ist es auch bei der Prokrastination, denn in diesem Kampf kämpfst du immer in erster Linie gegen deinen inneren Schweinehund und deine Bequemlichkeit. Durch das Verständnis dessen, was Prokrastination eigentlich ist, wird dir dieser Kampf schon erleichtert. Nutze deine Stärke und die hier beschriebenen Tipps und starte durch im Studium!

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