Jobben neben dem Studium muss nicht immer Mainstream sein
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Neben dem Studium Jobben als harte Aufgabe

Jobben neben dem Studium muss nicht immer mainstream sein

Manchmal fragte ich mich, was ich neben dem Studium arbeiten soll. Noch häufiger fragte ich mich, wie ich es überhaupt schaffen soll, neben dem Studium zu jobben. Sind wir ehrlich: Das unbeschwerte Campusleben unserer Eltern, drei Monate Semesterferien, Studentenfutter, Woodstock, alles easy, war gestern. Viele von uns ziehen in eine andere Stadt für ihr Studium. Niedrige Mieten – was war das noch gleich? Aber lasst euch davon nicht abschrecken.

Jobben neben dem Studium ist trotzdem möglich.

Ich studiere an der EMBA in Hamburg. An meinem ersten Tag betrat ich meine Business-Akademie als frischgebackene, ausgelernte Azubine. Ich freute mich tierisch auf mein Studium zur PR- und Kommunikationsmanagerin. Aber ich kam aus einer Werbeagentur und wer einmal die verrückte Werbeluft geschnuppert hat, will nicht auf einmal nur noch die Schulbank drücken. Gut, ich muss gestehen, dass die EMBA weit entfernt ist vom klassischen Hörsaal und langweiligen Vorlesungen. Ganz im Gegenteil bietet sie uns sehr viele Möglichkeiten, um Praxiserfahrungen zu sammeln. Dennoch spürte ich den Drang, unbedingt etwas machen zu müssen.

Mir fehlte das aktive Mitwirken in den Medien.

Kurzerhand meldete ich mich beim Finanzamt, war fortan Kleinunternehmerin und fing an, Interviews für eine Fernsehredaktion zu transkribieren. Aber wie kriegt man das jetzt hin bei einem geregelten Stundenplan? Als Freiberuflerin habe ich ganz einfach von zu Hause gearbeitet. Natürlich geht dafür mal ein Abend oder ein Wochenende drauf, aber es schreibt dir kein Arbeitgeber einen Dresscode oder eine Uhrzeit vor. So tippte ich fröhlich Interviews – ungeschminkt, in Jogginghose und manchmal bis Mitternacht und manchmal mit einem Bierchen auf dem Schreibtisch.

So spannend jedes einzelne Interview für sich auch war, eine Miete in der schönsten Stadt der Welt kann man davon nicht bezahlen. Da ich an der EMBA einen Tag in der Woche frei hatte, habe ich noch in einer PR-Ein-Mann-Agentur gearbeitet. Das erschien mir nach meinen vorigen Agenturzeiten zunächst etwas weltfremd, aber ich versichere euch: Auch das ist eine Erfahrung.

Sammelt Erfahrungen, fallt hin, steht auf, geht weiter.

Es muss nicht immer der klassische Werkstudenten-Job sein, zumal der meist eine enorme Stundenwoche von uns abverlangt. Sechs Monate war ich Werkstudentin in einem großen Verlagshaus. Ich habe eine Party gefeiert, als mein Vertrag endlich ausgelaufen ist. Daraus habe ich vor allem gelernt, was mir im Job wichtig ist: Leidenschaft, Flexibilität, die richtigen Kollegen und Herausforderungen.

Letzteres treibt mich immer wieder an, weshalb ich mittlerweile stolze Mitgründerin eines Start-Ups bin. Wie man da hinkommt? Genau dadurch, dass man sich ausprobiert, alles mitnimmt an Erfahrungen und auch hin und wieder einfach mal macht, worauf man Lust hat. Ein gepflegtes Xing-Profil ist dabei auch nicht ganz schlecht 😉

Was ich damit sagen möchte: Trotz eines anspruchsvollen und zeitintensiven Studiums ist es möglich, nebenbei Geld zu verdienen und dennoch enorm viel Spaß beim Jobben zu haben. Den perfekten Job – wenn es ihn denn überhaupt gibt – können wir uns auch später noch suchen. Man darf auch einfach mal bekloppt sein und verrückte Dinge tun. Wieso sonst war ich Ersatzkandidatin einer Fernseh-Kochshow, obwohl ich nicht einmal kochen kann? Weil ich Geld brauchte.

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